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Das war kein Fußballspiel, das war ein Feuerwerk. FK Letohrad bezwang am 7. Spieltag der 1. Liga Tschechien den SK Hlavice mit 5:3 (3:2) - und die 20.000 Zuschauer in Letohrad bekamen alles, was man an einem kalten Januarabend braucht: Tore, Emotionen, eine rote Karte und einen Helden, der scheinbar jedes Mal das Netz trifft, wenn er den Ball sieht. Heldenname: Harrison Thuringer. Der 33-jährige Linksaußen erzielte nicht nur einen Hattrick (6., 28. und 31. Minute), sondern sorgte quasi im Alleingang dafür, dass Hlavice schon zur Pause den Kopf hängen ließ. "Ich habe einfach draufgehalten - manchmal hilft Nachdenken nicht", grinste Thuringer nach dem Spiel mit einem Stirnband, das schief in den verschwitzten Haaren hing. Dabei hatte das Spiel begonnen, als wollten die Gäste aus Hlavice die Gastgeber verschrecken. Bereits in der ersten Minute stand Martin Zemlik goldrichtig und drückte eine Flanke von Christopher Haag über die Linie - 0:1, und das Stadion murmelte ungläubig. Sechs Minuten später aber folgte Thuringers Antwort, vorbereitet von Marc del Olmo, der an diesem Abend ohnehin den halben Platz beackerte. Was dann folgte, war ein munteres Hin und Her: In der 23. Minute brachte Erich Heinz Hlavice wieder in Führung - ein schöner Abschluss nach Vorarbeit von Eyjolfur Kraft. Aber Letohrad ließ sich davon so wenig beeindrucken wie ein Stein von einem Regentropfen. Thuringer glich in der 28. Minute aus, und nur drei Minuten später machte er das 3:2. "Da haben wir kurz gedacht, es wird ein gemütlicher Abend", sagte Letohrads Innenverteidiger Rene Husek schmunzelnd. Die zweite Hälfte begann wie die erste: mit einem Tor für Hlavice. Wieder war es Zemlik (49.), diesmal nach Zuspiel des jungen Vaclav Fryda. 3:3 - und kurz schien alles wieder offen. Doch dann kam die 69. Minute, in der Tomas Coupek sich dachte, dass Rot eine schöne Farbe ist. Der rechte Mittelfeldspieler von Hlavice ging nach einem übermotivierten Einsteigen vom Platz, und Trainer Egon Tor schlug die Hände über dem Kopf zusammen. "Das war keine Rote, das war Dunkelrosa!", wetterte er später in der Pressekonferenz, doch selbst er musste über seine Formulierung lachen. Mit einem Mann mehr spielte Letohrad wie entfesselt. Louis Geiger erzielte in der 76. Minute das 4:3, und eine Minute später machte del Olmo mit dem 5:3 den Deckel drauf. "Wir wollten eigentlich den Ball halten", sagte del Olmo mit einem Augenzwinkern, "aber dann habe ich ihn gesehen - das Tor - und na ja … es wäre unhöflich gewesen, nicht zu treffen." Statistisch gesehen war das Ergebnis völlig verdient: 64 Prozent Ballbesitz für Letohrad, 13 Torschüsse auf beiden Seiten, aber der Unterschied lag in der Konsequenz. Während Hlavice oft versuchte, den Ball ins Tor zu tragen wie ein Geschenkpaket, schoss Letohrad einfach drauf - und das mit beeindruckender Treffsicherheit. Die Zuschauer tobten, als der Schlusspfiff kam. Einige sangen, andere froren mit einem Lächeln weiter. Trainer von Letohrad, dessen Name in den offiziellen Unterlagen leider nicht auftaucht, brüllte über den Platz: "So spielt man Fußball!", und selbst die Ersatzspieler nickten ehrfürchtig. Am Ende blieb für Hlavice nur der Trost, mutig begonnen zu haben. Zemlik, Doppeltorschütze und einer der wenigen, die sich nicht versteckten, sagte: "Wir waren dran. Aber dann kam dieser Thuringer - der trifft alles, sogar den Pausentee." Kurz vor Schluss gab’s noch Drama: Christopher Haag verletzte sich in der Nachspielzeit, humpelte vom Platz und winkte dem Publikum zu. "Nichts Schlimmes", beruhigte er später, "nur das Ego." Was bleibt, ist ein Abend voller Tore, Emotionen und der Erkenntnis, dass Fußball auch im Januar heiß sein kann. FK Letohrad klettert mit diesem Sieg weiter nach oben, während Hlavice die rote Karte und drei Gegentore in zwölf Minuten wohl noch eine Weile beschäftigen werden. Und irgendwo im Stadion summte ein Fan: "Harrison, oh Harrison!" - aber keine Sorge, das Lied bleibt inoffiziell. 29.03.643987 14:03 |
Sprücheklopfer
Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller