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Primera Division | 11. Spieltag | 03.11.26 | CD Alajuela - Lions Generalena 0:1 Die erste Halbzeit war ein zäher Ringkampf mit Fußballschuhen. Alajuela begann offensiv, wie es Trainer Fritz Brause offenbar vorgesehen hatte: engagiert, robust und mit dem festen Glauben, dass ein kontrollierter Angriff irgendwann automatisch ein Tor ergibt. Lions Generalena stand zunächst defensiv, lauerte aber auf den Flügeln. Filipe Moutinho prüfte Alajuelas Torhüter Ernst Paulsson bereits in der 15. Minute. Sekunden später antwortete Stanislaw Bonew für die Gastgeber. Ein munteres Hin und Her - allerdings mit der Torquote eines schlecht besuchten Schulfests. Lions kam in der Folge besser in die gefährlichen Räume. Luís Melendez versuchte es in der 21. Minute, Moutinho legte in der 24. nach, Kamil Okonski schoss in der 35. Minute. Alajuela fand ebenfalls Möglichkeiten: Andres Frechaut prüfte die Abwehr, Bonew blieb auch kurz nach der Pause auffällig. Doch nach 45 Minuten stand es 0:0. "Wir wollten geduldig bleiben", sagte Generalena-Trainer Gerd Hauser später. "Das war nicht immer schön, aber Schönheit gewinnt in dieser Liga ohnehin selten allein." Nach dem Seitenwechsel erhöhte Alajuela zunächst den Druck. Domingo Herreros und Emilio Fernandes kamen in den ersten Minuten zu Abschlüssen, Albert Hernando folgte in der 50. Minute. Bonew hatte in der 52. erneut die Chance, den Bann zu brechen. Die Gastgeber besaßen am Ende 49,5 Prozent Ballbesitz - also praktisch genau die Hälfte. Der Unterschied lag weniger in der Kontrolle als in der Konsequenz: Lions brachte elf Torschüsse zustande, Alajuela sieben. In der 54. Minute sah Generalenas Miralem Juskic die Gelbe Karte. Kurz darauf wurde er durch Francisco Figo ersetzt. Alajuela wechselte ebenfalls: Vicente Arredondo kam für Frechaut, später Evan O’Brien für den verletzten Zoltan Nyilasi. "Zoltan wollte weiterspielen, natürlich", erklärte Brause. "Das sagen Fußballer immer. Selbst wenn sie vermutlich auch mit einem Gips noch den linken Flügel verteidigen würden." Dann kam die 72. Minute. Moutinho, der bereits mehrfach an Paulsson gescheitert war, blieb hartnäckig. Nach Vorarbeit von Pablo Pauleta traf der 23-jährige Angreifer für Lions Generalena zum 1:0. Kein Zufallsprodukt, sondern der Lohn für den beharrlicheren Auftritt der Gäste. Moutinho hatte zuvor schon viermal auf das Tor geschossen - irgendwann musste der Ball offenbar einsehen, dass er nicht ewig davonlaufen konnte. Alajuela warf in der Schlussphase alles nach vorn, zumindest taktisch. Aus dem offensiven Ansatz wurde aktives Pressing, der Einsatz stieg auf "stark", doch die Präzision blieb im Kabinengang liegen. Lions verteidigte kompakt und setzte noch eigene Nadelstiche: Pauleta schoss in der 87. Minute, Aristidis Triantafyllou zwei Minuten später. Hauser durfte zufrieden feststellen: "Wir haben nicht perfekt gespielt, aber wir haben im richtigen Moment zugeschlagen." So blieb es beim 0:1 (0:0). Alajuela hatte Aufwand, Lions Generalena den Ertrag. Und auf den Rängen dürfte sich mancher gefragt haben, ob 28.927 Zuschauer wirklich nötig waren, um einem einzigen Tor beim Entstehen zuzusehen. Die Antwort lautet: Für dieses eine Tor vermutlich schon. 03.11.2026 20:37 |
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Rainer Calmund