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Europaliga | Gruppenrunde - 4. Spieltag | 29.09.26 | Chersonissos - Liverpool Reds 1:3 Um 19 Uhr war die Partie sofort auf Betriebstemperatur. Chersonissos spielte offensiv, wenn auch ohne großes Pressing, Liverpool agierte ausgewogen und mit der angenehmen Härte einer Mannschaft, die ihre Zweikämpfe nicht als unverbindliche Kennenlernveranstaltung versteht. Schon in der dritten Minute prüfte Ashton O’Leary den Liverpooler Schlussmann Charlie Leachman. Kurz darauf antworteten Nicolo Barella und Juhani Kuqi. Die Reds waren früh präsent, Chersonissos keineswegs eingeschüchtert. O’Leary blieb der auffälligste Mann der Gastgeber. Nach weiteren Abschlüssen in der 26. und 37. Minute belohnte sich der linke Angreifer schließlich selbst: In der 37. Minute traf er nach Vorarbeit von Simon Johansen zum 1:0. Die Tribüne jubelte, als hätte jemand den Europapokal bereits auf den Mittelkreis gestellt. Trainer Heiko Früh soll an der Seitenlinie trocken gesagt haben: "Wir wollten mutig auftreten. Dass Ashton dabei gleich so wörtlich wird, nehmen wir natürlich gern mit." Die Führung hielt allerdings nur sieben Minuten. In der 44. Minute schlug Liverpool zurück. Jordi Xavier traf nach Zuspiel von Harrison Lujan zum 1:1. Der Ausgleich fiel kurz vor der Pause, genau zu jener Zeit, in der Trainer gern von einem "psychologisch ungünstigen Moment" sprechen. Für die Zuschauer war es schlicht der Zeitpunkt, an dem die Wurst vermutlich besonders schwer im Magen lag. Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild zunächst ausgeglichen. Chersonissos besaß 47,8 Prozent Ballbesitz, Liverpool 52,2 Prozent. Die Reds hatten allerdings deutlich mehr Zug zum Tor: 14 Torschüsse standen am Ende sieben der Gastgeber gegenüber. In der 62. Minute zwang Barella die Abwehr erneut zur Arbeit, drei Minuten später war es Callum Hawn, der Liverpool erstmals in Führung brachte. Dusan Ristic legte auf, Hawn schloss ab - 1:2. Chersonissos versuchte zu reagieren, Granit Xhaka sorgte in der 70. Minute noch einmal für einen gefährlichen Abschluss. Doch Liverpool verteidigte diszipliniert und gewann 53,7 Prozent der Zweikämpfe. "Wir haben nach dem 1:1 nicht aufgehört, Fußball zu spielen", erklärte Liverpool-Trainer Kurt Kaiser anschließend. "Das ist ein Satz, den Trainer gern sagen, weil er meistens stimmt." In der 74. Minute machte Liverpool den Deckel drauf. Barella bediente Kuqi, der zum 3:1 traf. Der finnische Angreifer hatte zuvor bereits mehrfach angeklopft - irgendwann wird auch ein Torwart mürbe, selbst wenn er Charlie Leachman heißt. Für Chersonissos wurde es in der Schlussphase zusätzlich bitter. Branislav Anicic sah in der 88. Minute die Rote Karte und musste vom Feld. Liverpool wechselte danach noch Adam Hardin ein, während die Gastgeber endgültig nur noch Schadensbegrenzung betrieben. "Wir waren nicht drei Tore schlechter", meinte Früh. "Aber leider steht auf der Anzeigetafel nicht, wie ordentlich man sich bemüht hat." So blieb Liverpool im vierten Spiel der Gruppenrunde der Europaliga der verdiente Sieger. Chersonissos zeigte Mut, Liverpool zeigte Effizienz. Und der Fußball bewies einmal mehr, dass gute Absichten zwar sympathisch sind, aber leider keine Punkte schießen. 29.09.2026 19:49 |
Sprücheklopfer
Dies kann ein Nachteil oder ein Vorteil sein, sowohl für uns als auch für die gegnerische Mannschaft.
Erich Ribbeck über die aufgeladene Atmosphäre vor einem Länderspiel in der Türkei