Ultimas Noticias
+++ Sportzeitung für Uruguay +++

Liverpool rettet spät einen Punkt - Cerrense ärgert den Favoriten

Ein grauer Sommerabend in Montevideo, 32.859 Zuschauer, Flutlicht an - und spätestens nach fünf Minuten war klar: Das wird kein gemütlicher Spaziergang für UD Liverpool. Am Ende hieß es 1:1 gegen den unbequemen Gast CD Cerrense, ein Ergebnis, das beiden Trainern ein halbes Dutzend graue Haare mehr eingebracht haben dürfte.

Von Anfang an legte Liverpool los, als ginge es um die Meisterschaft. Jean-Pierre Benoist prüfte den Cerrense-Keeper Joseba Mendes schon in der 2. Minute - und noch einmal in der 5. und 12. Minute. Drei Abschlüsse in zwölf Minuten, aber kein Tor - das Drehbuch des Abends war damit geschrieben: Viel Aufwand, wenig Ertrag. "Wir hätten drei Tore machen müssen, bevor die überhaupt den Ball hatten", knurrte Trainer Savo Partizan nach dem Spiel.

Doch Cerrense, vom eigenwilligen Taktikfuchs Leahcim Gnipeur gecoacht, hatte Geduld und einen Plan: tief stehen, Räume eng machen, und vorne auf den bulligen Jose Enrique Vazquez hoffen. Und genau der nutzte seine Chance in der 37. Minute, als er nach einem feinen Zuspiel von Linksverteidiger Hans Jakobsen trocken ins rechte Eck abschloss. 0:1 - und das Stadion murmelte ungläubig.

"Ich habe einfach draufgehalten", grinste Vazquez später, "und gehofft, dass der Ball nicht die Taube auf der Flutlichtlampe trifft." Stattdessen traf er den Nerv des Spiels. Liverpool stürmte, Cerrense lauerte - und kurz vor der Pause hätte Vazquez fast nachgelegt, doch Torhüter Christiano Peyroteo rettete in letzter Sekunde.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Liverpool drückte, Cerrense verteidigte, und Partizan wechselte früh: In der 59. Minute kam Taylor McShane für den jungen Mascarenhas, zwei Minuten später Iker Silva für den müden Benoist. Es war, als wollte der Trainer das Spiel mit purer Willenskraft drehen.

Und tatsächlich - in der 68. Minute fiel der Ausgleich. McShane, kaum zehn Minuten auf dem Feld, stocherte einen Abpraller über die Linie. Kein Traumtor, aber ein Tor. "Ich wusste gar nicht, dass ich schon drin war", lachte McShane nach dem Spiel, "ich hab einfach das Bein hingehalten."

Der Ausgleich weckte die Fans, und plötzlich war Feuer drin: 21 Torschüsse Liverpool, 7 von Cerrense - die Statistik spricht Bände. Doch der Ball wollte einfach nicht mehr ins Tor. Dorde Basa zirkelte knapp vorbei, Samuel Roades traf die Latte, und Michel Mingo, der Linksverteidiger mit der Schusstechnik eines Panzers, sah in der 82. Minute Gelb, nachdem er mehr Gegner als Ball traf.

Cerrense dagegen verteidigte tapfer. Der junge Innenverteidiger Xabier Sainz kam in der 74. Minute und räumte alles ab, was sich bewegte - manchmal auch das eigene Maskottchen. Trainer Gnipeur lobte seine Mannen: "Wir wussten, dass wir hier nur bestehen, wenn wir leiden. Das haben wir gut gemacht."

In der 89. Minute gab’s noch ein kleines Drama: Michel Mingo, erschöpft und verwarnt, wurde vom Platz geholt, für ihn kam Geir Herlovsen. Auf der Bank klopfte Partizan ihm anerkennend auf die Schulter und murmelte: "Nächstes Mal schießt du bitte in Richtung Tor, nicht Richtung Tribüne."

Die letzten Minuten glichen einem Belagerungszustand. Liverpool drückte, Cerrense betete, und als Schiedsrichter Ortega endlich abpfiff, fiel Gnipeur auf die Knie - angeblich, um seine Schuhbänder zu binden, aber man darf vermuten: pure Erleichterung.

Statistisch gesehen hätte Liverpool gewinnen müssen: 49 Prozent Ballbesitz, 21 Schüsse aufs Tor, 54 Prozent Zweikampfquote. Aber Fußball ist eben kein Rechenspiel, sondern eine Laune der Götter - diesmal zugunsten der tapferen Cerrense-Kicker.

"Wir wollten eigentlich mehr, aber wenigstens haben wir nicht weniger bekommen", bilanzierte Partizan mit einem schiefen Grinsen. Und Gnipeur setzte noch einen drauf: "Ein Punkt in Montevideo fühlt sich an wie ein Sieg in Rio."

Spät am Abend, als die Flutlichter längst erloschen waren, blieb im Stadion nur noch der Wind, der durch die leeren Ränge wehte - und irgendwo ein Balljunge, der murmelte: "So viele Schüsse … und trotzdem nur 1:1." Fußballdichtung in Reinform.

Kurz gesagt: UD Liverpool spielte, CD Cerrense punktete. Und alle zusammen erinnerten uns daran, warum dieser Sport so herrlich unberechenbar ist.

19.09.643987 07:13
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Grundsätzlich muss man sich überlegen, ob man dann weitermacht. Aber ich lasse mir da Zeit, ich denke da kurzfristig.
Rudi Völler nach dem 1:5 gegen England
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager