Football Today
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Liverpool siegt mit Betonmischer und Glück - Millwall hadert mit dem Pfosten

Es war ein frostiger Dienstagabend in London, 53.782 Zuschauer auf den Rängen, und wer dachte, beim 4. Spieltag der "1. Liga England" zwischen dem FC Millwall und den Liverpool Reds würde es ein Feuerwerk geben, bekam zumindest ein handfestes Beispiel dafür, wie man mit einem einzigen Torschuss Geschichte schreiben kann. Denn Liverpool gewann dieses zähe, nervenaufreibende Duell mit 1:0 - und zwar so, als hätten sie in der Defensive den Schlüssel zur Stadtmauer von Millwall gefunden und danach den Eingang zugemauert.

Das Spiel begann mit vorsichtigem Abtasten. Millwall, unter Coach Sonny Crocket, wollte vor eigenem Publikum früh den Ton angeben. Liverpool-Trainer Kurt Kaiser hatte hingegen offenbar in Beton investiert: Defensive Ausrichtung, lange Bälle, kein Pressing - als hätte er die Mannschaft mit einem Schild ausgestattet, auf dem stand: "Wir spielen nicht mit, wir warten."

Und das Warten zahlte sich aus. In der 36. Minute rauschte ein Ball durch das Mittelfeld, Tristan Apers - 33 Jahre alt, der Mann mit der Ruhe eines Finanzberaters in der Steuerprüfung - nahm Maß und traf flach ins untere Eck. 1:0 für Liverpool. Der Jubel im Gästeblock war groß, und Millwall-Fans schauten einander an, als hätten sie gerade einen schlechten Witz gehört, den sie nicht verstanden.

"Ich hab einfach draufgehalten", grinste Apers nach dem Spiel. "Ehrlich gesagt, ich dachte, der Ball geht vorbei - aber manchmal hilft der Fußballgott aus." Sein Trainer Kaiser nickte zufrieden: "Wir hatten einen klaren Plan - den Ball so lange fern vom eigenen Tor zu halten, bis einer unserer Jungs zufällig trifft. Hat ja funktioniert."

Millwall dagegen wirkte wie ein Boxer, der vom eigenen Schwung überrascht ist. 14 Torschüsse, mehr Ballbesitz (53,7 Prozent), mehr Zweikämpfe gewonnen - aber kein Tor. Besonders bitter: Alfie Callahan, der 33-jährige Linksaußen, hätte gleich dreimal den Ausgleich erzielen können. In der 9., 16. und 22. Minute prüfte er Liverpools Keeper Charlie Leachman - der aber entweder einen Magneten in den Handschuhen hatte oder schlicht einen Sahnetag erwischte.

"Ich hab irgendwann einfach gefragt, ob der Ball vielleicht keine Lust hat, reinzugehen", knurrte Callahan nach Abpfiff. "Aber Leachman meinte nur, er sei heute allergisch gegen Gegentore."

Die zweite Halbzeit glich einem Belagerungszustand. Millwall rannte an, Liverpool verschanzte sich, und das Publikum im The Den sang sich die Kehlen wund. Noah Clancy, Bradley Davonport und Joseph Lockwood feuerten aus allen Lagen - insgesamt mehr als ein Dutzend Versuche, doch immer wieder scheiterte der Ball an Torwart, Pfosten oder Eigenfuß.

In der 86. Minute brachte Crocket frisches Offensivpersonal: Daniel Darabont und Tyler Boyle kamen für Callahan und Lockwood. Es half nichts. Stattdessen kassierten die Reds in der Nachspielzeit noch eine gelbe Karte für den jungen Aki Hjelm - sein taktisches Foul an der Mittellinie war so offensichtlich, dass selbst sein Trainer schmunzeln musste. "Der Junge wollte einfach sicher gehen, dass wir mit elf Mann fertig werden", kommentierte Kaiser trocken.

Millwall-Coach Crocket hingegen rang nach Fassung. "Wir haben das Spiel gemacht, Liverpool hat das Tor geschossen. Das ist in etwa so gerecht, wie wenn jemand beim Monopoly das Hotel auf der Parkstraße geschenkt bekommt."

Die Taktikstatistiken bestätigen das Bild: Millwall spielte ausgewogen, aggressiv, mit starkem Einsatz zum Ende hin und aktivem Pressing - während Liverpool das gesamte Spiel über defensiv blieb, keine Anzeichen von Pressing zeigte und auf Konter lauerte. Doch manchmal reicht eben ein sauber gesetzter Stich.

Als der Schlusspfiff ertönte, jubelten die Reds, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen. Die Fans von Millwall dagegen verließen kopfschüttelnd das Stadion. "Wir hätten noch zwei Stunden weiterspielen können", meinte Mittelfeldmotor Riley Charpentier, "und wahrscheinlich hätte Leachman trotzdem alles gehalten - oder wir hätten die Latte getroffen."

So bleibt ein bitterer Abend für Millwall, die trotz mehr Ballbesitz, mehr Schüssen und mehr Herzblut mit leeren Händen dastehen. Liverpool dagegen reist glücklich nach Hause - mit einem Tor, das ihren minimalistischen Fußball perfekt beschreibt: ein Treffer, neun Schüsse, null Risiko.

Zum Schluss fragte ein Reporter Liverpool-Coach Kaiser, ob er mit der Spielweise seines Teams zufrieden sei. "Absolut", grinste der. "Wieso mehr machen, wenn weniger reicht?"

Vielleicht das ehrlichste Statement des Abends. Millwall hätte mehr verdient, Liverpool bekam genug - und der Fußball, nun ja, der lachte sich einmal mehr ins Fäustchen.

03.07.643990 16:52
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