Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Liverpool und Southampton liefern ein 3:3-Spektakel der wilden Sorte

Es gibt Fußballspiele, die sind wie ein guter Actionfilm: Man weiß nie, was als Nächstes passiert, und am Ende fragt man sich, ob das alles wirklich so geplant war. Das Duell zwischen den Liverpool Reds und dem FC Southampton am Mittwochabend (20. Spieltag der 1. Liga England) war genau so ein Fall. 42.118 Zuschauer im Stadion an der Anfield Road erlebten ein 3:3, das so verrückt war, dass selbst der Pausenpfiff kurz orientierungslos schien.

"Ich hab in meiner Karriere schon viele wilde Halbzeiten gesehen", grinste Liverpools Trainer Kurt Kaiser nach dem Spiel, "aber sechs Tore in 42 Minuten? Da muss man auch erstmal den Überblick behalten." Tatsächlich fiel das letzte Tor der Partie bereits in der 42. Minute - danach war zwar noch viel Fußball, aber keine weiteren Treffer.

Dabei fing alles an wie gemalt für die Reds. Schon in der 5. Minute traf Thomas Lester mit einem satten Schuss aus 18 Metern, nachdem Luke Greenwald ihn mustergültig bedient hatte. Fünf Minuten später legte Robert Warriner nach - erneut war Greenwald der Vorlagengeber. 2:0 nach zehn Minuten, das Stadion sang und wogte, und so mancher dachte vermutlich schon an einen gemütlichen Abend.

Doch Southampton dachte nicht daran, brav mitzuspielen. Bailey Kendall, der rechte Flügelstürmer der Gäste, hatte offenbar beschlossen, persönlich für Spannung zu sorgen. Erst verkürzte er in der 29. Minute nach Vorlage von Nicolaas Derrick, dann traf er neun Minuten später erneut - diesmal auf Zuspiel von Gabri Yanez. "Ich hab einfach den Fuß hingehalten", sagte Kendall später trocken. "Die Bälle kamen ja von alleine."

Das 2:2 nach 38 Minuten war schon ein kleiner Schock für Liverpool, doch Roberto Marquez brachte die Reds in der 41. Minute wieder in Führung - ein wuchtiger Schuss ins lange Eck, bei dem Southamptons Keeper Alberto Mancuso nur hinterherschauen konnte. Jubel, Erleichterung, alles wieder im Lot? Nicht ganz. Denn kaum war der Ball wieder im Spiel, traf Gabriel Beecroft zum 3:3-Ausgleich. Die Fans hatten kaum Zeit, sich zu setzen, da stand der Pausenstand schon fest.

"Ich überlege, ob ich künftig einfach erst zur zweiten Halbzeit komme", witzelte ein Zuschauer im Block 127, als die Teams in die Kabine gingen. Er hätte allerdings wenig verpasst - jedenfalls keine Tore.

Nach der Pause blieb das Spiel intensiv, aber weniger chaotisch. Liverpool dominierte weiter mit 53 Prozent Ballbesitz und 17 Torschüssen (Southampton kam auf fünf), doch der Ball wollte einfach nicht mehr ins Netz. Jörn Kofod, der zur zweiten Halbzeit für den starken Marquez kam, versuchte es gleich mehrfach - in der 50., 62., 63., 82. und 88. Minute -, aber entweder landete der Ball in den Armen von Mancuso oder knapp daneben. "Ich hab die Latte wohl magnetisiert", murmelte Kofod später halb scherzhaft in der Mixed Zone.

Southampton setzte auf Konter und lange Bälle, wie es die Taktikdaten verrieten, und lauerte auf Fehler. Einer davon führte in der 68. Minute immerhin zu einer Gelben Karte für Carles Ordono, der James Masse etwas zu rustikal vom Ball trennte. Trainer Michael Böning nahm’s sportlich: "Das war kein Foul, das war ein Statement", sagte er mit einem Schmunzeln.

Kurt Kaiser wechselte spät noch einmal durch - Michael Warriner kam für Matthias Van Hoost, um frischen Wind über rechts zu bringen. Doch auch das half nichts. "Wir haben Chancen für zwei Spiele gehabt", seufzte Kaiser. "Aber wenn du in der ersten Halbzeit schon drei Dinger fängst, darfst du dich am Ende über ein 3:3 nicht beschweren."

Southampton-Coach Böning sah das naturgemäß anders: "Nach zehn Minuten 0:2 hinten, und dann so zurückzukommen - ich bin stolz auf die Jungs. Und ehrlich gesagt: In der zweiten Halbzeit hätten wir das Ding fast noch geklaut."

So blieb es am Ende bei einem Punkt für beide - und bei der Erkenntnis, dass Fußball manchmal einfach nicht nach Drehbuch läuft.

Ein älterer Fan verließ das Stadion kopfschüttelnd, aber grinsend. "Drei Tore in 40 Minuten, keine mehr danach - das ist wie ein Feuerwerk, bei dem die Raketen zu früh losgehen." Vielleicht trifft’s das ganz gut: Ein turbulenter Abend mit viel Spektakel, etwas Chaos und einem gerechten Ergebnis.

Und irgendwo, tief in der Trainerkabine, summte wohl jemand leise: "Wenn du denkst, du hast das Spiel im Griff - denk nochmal nach."

07.09.643987 15:45
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Der Druck entlädt sich beim Torschuss - ein Wahnsinns-Feeling. So ähnlich wie beim Sex.
Jürgen Klinsmann
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager