La Hora
+++ Sportzeitung für Ecuador +++

Lockhart trifft - Real Macara trotzt in Unterzahl dem Favoriten Expreso Cuenca

20.000 Zuschauer in Ambato sahen ein Spiel, das an Spannung kaum zu überbieten war - und an Ironie auch nicht. Real Macara gewann am 9. Spieltag der 1. Liga Ecuador mit 1:0 gegen Expreso Cuenca, obwohl so ziemlich alles gegen die Hausherren sprach: weniger Ballbesitz, weniger Torschüsse, eine rote Karte und eine Menge Nerven auf den Rängen.

Schon nach drei Minuten prüfte Lionel Costinha den gegnerischen Keeper mit einem wuchtigen Schuss aus halbrechter Position - der erste Warnschuss, der mehr Staub als Gefahr aufwirbelte. "Ich wollte nur mal gucken, ob er wach ist", grinste Costinha später. Cuenca antwortete prompt durch Francisco Chalana, dessen Abschluss jedoch mehr in Richtung Parkhaus als Richtung Tor segelte.

Die Gäste übernahmen bald das Kommando. 61 Prozent Ballbesitz, 15 Torschüsse - aber eben null Tore. Das lag nicht zuletzt an Macaras Torhüter Iban Gallardo, der einen Sahnetag erwischte. In der 11. Minute fischte er einen Schlenzer von Jacques Hubbert aus dem Winkel und brüllte danach: "Nicht in meinem Strafraum, mein Freund!" - was der erstaunte Hubbert offenbar als Einladung verstand, es gleich noch dreimal zu versuchen.

Doch mitten in Cuencas Dominanz schlug Macara eiskalt zu. In der 29. Minute eroberte Javier Caballero den Ball im Mittelfeld, spielte einen butterweichen Pass in die Tiefe, und Finlay Lockhart vollendete mit der Ruhe eines erfahrenen Profis - 1:0! Der Jubel im Estadio Bellavista war ohrenbetäubend. "Ich hab nur den Kopf gehoben und gesehen, dass der Keeper schon in Gedanken beim Abendessen war", witzelte Lockhart später. Trainer Dierk Nordi von Cuenca sah das naturgemäß anders: "Wir haben dominiert, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb. Leider."

Nach der Pause wurde es turbulent. In der 50. Minute sah Macaras Mittelfeldmotor Iker Linares glatt Rot nach einem übermotivierten Einsteigen. "Ich hab den Ball gespielt - nur leider war der Ball auf dem Fuß des Gegners", erklärte Linares mit einem schiefen Lächeln. Fortan spielte Macara in Unterzahl gegen eine Mannschaft, die ohnehin schon das Spiel diktierte.

Aber Cuenca brachte das Leder einfach nicht über die Linie. Francisco Chalana scheiterte in der 52. Minute freistehend, der 18-jährige Ingo Carracedo verfehlte kurz darauf das leere Tor um Haaresbreite. Die Statistik zeigte ein klares Bild - 15 Torschüsse für Cuenca, nur 6 für Macara -, doch Tore zählen bekanntlich immer noch etwas mehr als Ballkontakte.

In der 75. Minute folgte der nächste Schock für die Gastgeber: Lionel Costinha verletzte sich bei einem Sprintduell, humpelte vom Platz, wurde durch Bailey Eliot ersetzt. "Ich hab noch versucht weiterzuspielen, aber mein Oberschenkel hatte andere Pläne", meinte Costinha trocken. Trainer der Gastgeber (dessen Name diesmal geheimnisvollerweise nicht auf dem Spielberichtsbogen stand) reagierte mit stoischer Ruhe: "Wir wollten eh defensiver stehen - das war also fast schon Taktik."

Die Schlussviertelstunde glich einem Belagerungszustand. Ingo Carracedo feuerte in der 88. Minute aus der Drehung, Gallardo lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Latte. Eine Minute später setzte Vicente Collantes den Nachschuss in die Wolken - sinnbildlich für Cuencas Abend. Als Schiedsrichter Herrera nach 93 Minuten abpfiff, lagen die Spieler von Real Macara erschöpft, aber glücklich auf dem Rasen.

"Wir haben heute mit Herz gewonnen", sagte Torschütze Lockhart, während hinter ihm Gallardo lachend rief: "Und mit Händen!" Selbst Cuenca-Coach Nordi musste am Ende lächeln: "Wenn du 60 Prozent Ballbesitz hast und verlierst, dann hast du 40 Prozent Pech und 60 Prozent Torwart."

Die Fans feierten ihre Helden, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen. Und wer weiß - vielleicht war dieser Sieg tatsächlich der Beginn einer kleinen Sensation. Real Macara hat gezeigt, dass Leidenschaft, Disziplin und ein bisschen Glück manchmal mehr wert sind als jede Statistik. Oder, um es mit Gallardos Worten zu sagen: "Manchmal reicht ein Tor. Und ein Torwart mit Reflexen wie ein Gepard."

Ein augenzwinkerndes Fazit: Expreso Cuenca fuhr mit leeren Händen heim, Real Macara mit vollem Herzen. Und irgendwo in Ambato wird noch immer darüber diskutiert, wie eine Mannschaft mit 39 Prozent Ballbesitz so viel Freude bereiten kann.

02.05.643987 09:41
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Aus der Ferne betrachtet ist es alles nur eine Frage der Distanz.
Klaus Toppmöller
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager