Football Today
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London Blues drehen das Spiel - Oxford City kämpft, verliert aber 1:2

Ein kalter Januarabend in Oxford, 39.813 Zuschauer, Flutlicht, Atemwolken und ein Spiel, das sich anfühlte wie ein englischer Klassiker - mit allem, was dazugehört: frühe Hoffnung, bittere Realität und ein Trainer, der nach dem Schlusspfiff in die Katakomben verschwand, als suche er dort noch den verlorenen Punkt.

Oxford City begann mit Elan, als wollte man den Gästen aus London gleich zeigen, dass man nicht nur in der Premier League der Herzen mitspielen will. Schon in der 9. Minute ließ Amaury Semedo das Stadion beben: Der 32-jährige Rechtsaußen traf nach einem schnellen Doppelpass trocken ins lange Eck - 1:0! "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich", grinste Semedo später, "der Ball hat den Rest gemacht."

Lange währte die Freude jedoch nicht. London Blues, unter der Leitung von Guido Träger, blieben ruhig, vielleicht zu ruhig. Doch in der 15. Minute zog Alberto Linares aus 20 Metern ab - und der Ball schlug unhaltbar im rechten Winkel ein. Sein Jubel? Eine Mischung aus Erleichterung und Selbstbestätigung. "Nick hat mir den Ball perfekt hingelegt", sagte Linares über Vorlagengeber Nick Kohl, "da wäre selbst meine Großmutter nicht danebengetreten." Ein Satz, der in der Mixed Zone für einige Lacher sorgte.

Oxford hatte mehr Ballbesitz (54,5 Prozent), spielte gepflegter, fast als hätten sie einen Schönheitspreis ausgeschrieben. Doch Fußball bleibt ein Spiel der Effizienz - und genau darin waren die London Blues an diesem Abend überlegen. Während Oxford 8 Torschüsse verzeichnete, kamen die Blues auf 9 - und zwei davon zählten.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild ähnlich. City kombinierte, suchte Morriss und Hunt über links, Tiago Brito schob sich immer wieder nach vorne, doch die Blues standen defensiv klug, manchmal auch mit dem berühmten Quäntchen Glück. In der 73. Minute dann die kalte Dusche: Der junge Akin Memis flankte butterweich von rechts, Spiridon Aldonin stieg am höchsten und köpfte unhaltbar ein - 1:2. Das Stadion verstummte, nur die knapp 2.000 mitgereisten London-Fans feierten, als wäre die Meisterschaft entschieden.

Trainer David Klockzien von Oxford City stapfte mit gesenktem Kopf zur Seitenlinie, rief noch ein paar unverständliche Kommandos, die im Wind verhallten. Nach dem Spiel wirkte er gefasster: "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber nicht entschieden. London war eiskalt - und das ist manchmal der Unterschied zwischen guten und sehr guten Teams."

Sein Gegenüber Guido Träger sah’s naturgemäß entspannter: "Wir wussten, dass Oxford viel Ballbesitz haben würde. Aber Ballbesitz ist wie Tee ohne Zucker - nett, aber nicht süß."

In der Schlussphase warf Oxford alles nach vorn. Der 18-jährige Joel Morriss, der mit jugendlicher Frechheit aufspielte, prüfte Torhüter Franck Besserer gleich zweimal, doch der Keeper der Blues war an diesem Abend unüberwindbar. Selbst als Oxfords Rhys Connolly in der 74. Minute Gelb sah und kurz darauf noch einmal heftig in einen Zweikampf rauschte, blieb der Unparteiische gnädig - vielleicht, weil Connolly’s Gesichtsausdruck schon genug Reue verriet.

Ein kleiner Schreckmoment in Minute 80: Londons Mittelfeldmotor Alberto Linares blieb nach einem Zweikampf liegen, hielt sich das Knie. Trainer Träger reagierte sofort, brachte Azmi Ehrlich - und der zeigte trotz kurzer Einsatzzeit viel Übersicht. Nach Abpfiff gab Linares Entwarnung: "Nur ein Tritt, kein Drama. Ich bin Andalusier - wir fallen auf, aber wir stehen auch wieder auf."

Statistisch gesehen hätte ein Unentschieden wohl niemandem wehgetan. Doch der Fußball ist kein Statistikseminar. London nutzte seine Chancen, Oxford nicht. So einfach, so bitter.

Ein Fan hinter mir brummte beim Verlassen des Stadions: "Wenn Schönheit Punkte gäbe, wären wir heute Tabellenführer." Vielleicht hat er recht. Aber in der 1. Liga England zählen eben nur Tore - und davon hatten die London Blues eines mehr.

Klockzien verabschiedete sich mit einem Händedruck, Träger mit einem Lächeln. Vielleicht, weil er wusste, dass man in Oxford an diesem Abend nicht nur ein Spiel verloren, sondern eine Lektion gelernt hatte: Effektivität schlägt Ästhetik - zumindest bis zum nächsten Spieltag.

Und irgendwo in den Katakomben soll Semedo leise gemurmelt haben: "Beim Rückspiel mach ich zwei." Wenn er das ernst meint, dürfen sich die Blues schon mal warm anziehen.

04.03.643987 19:06
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