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Ein Pokalabend, wie ihn die Fans der London Gunners lieben: Flutlicht, kalte Januarluft - und ein Gegner, der nach 90 Minuten aussieht, als hätte er gerade eine unfreundliche Begegnung mit einem Schnellzug hinter sich. Mit 5:1 schickten die Gunners am Dienstagabend die Ewood Rovers aus dem Pokal, und das Ergebnis war am Ende sogar noch schmeichelhaft für die Gäste. Schon nach neun Minuten begann das Unheil für die Rovers: Lewis MacLaren, der Mann mit dem linken Hammer und der Frisur eines Popstars, traf nach feiner Vorarbeit von Jay Densham zum 1:0. Der Ball schlug so trocken im rechten Eck ein, dass Torhüter Logan Bernard nur hinterherschaute, als wolle er sich vergewissern, dass er ihn wirklich gesehen hatte. "Ich hab’ den gar nicht kommen sehen", murmelte Bernard später, "vielleicht war’s auch nur ein Schatten." Die Gunners kontrollierten das Geschehen von Beginn an. 59 Prozent Ballbesitz, 20 Torschüsse und eine Passquote, die Trainer Mario Roth später mit einem verschmitzten "Na gut, manchmal darf’s auch schön aussehen" kommentierte. Die Ewood Rovers dagegen kämpften tapfer, aber planlos. Ihr Trainer Stephan Trajes schüttelte schon zur Halbzeit den Kopf: "Wir waren wie Gäste auf einer Party, auf der niemand tanzen will." Nach der Pause wurde aus der kontrollierten Vorstellung der Londoner ein Feuerwerk. Innenverteidiger Ellis Stokes köpfte in der 56. Minute nach einer Ecke von Densham das 2:0 - und grinste hinterher breit: "Ich sag’s immer, Kopfballtore sind die eleganteste Form der Gewalt." Nur elf Minuten später war wieder MacLaren zur Stelle, nach schönem Zuspiel von Lionel Manu. 3:0, und das Stadion bebte. Die Rovers versuchten zu reagieren - Trajes brachte drei frische Spieler auf einmal: den flinken Vitorino Ronaldo, den 17-jährigen Verteidiger Lucas Lockwood und Roberto Albentosa. Ein mutiger Schritt, aber einer, der mehr Symbol als Substanz hatte. Immerhin gelang Pedro Corcoles in der 79. Minute der Ehrentreffer, nach Vorlage von Ronaldo. Der Jubel war kurz, aber ehrlich - und endete abrupt, als die Gunners noch zweimal zupackten. Nur vier Minuten nach dem 3:1 traf José Suarez zum 4:1, bedient von Niclas Brinkmann. Suarez, ohnehin bekannt für sein schelmisches Lächeln, drehte jubelnd ab, zeigte Richtung Trainerbank und rief: "Hab ich’s doch gesagt, Coach, die Flügel sind offen wie eine Bahnhofstür!" Zwei Minuten später setzte Lionel Manu noch einen drauf: Nach Vorlage von Stokes traf der Mittelfeldmotor zum 5:1-Endstand. Die letzten Minuten wurden zur Ehrenrunde für die Gunners. Die 40.000 Zuschauer im Stadion feierten jede Ballberührung, als ginge es um den Pokalsieg selbst. Linksverteidiger Bailey Winston, der zwischenzeitlich Gelb gesehen hatte, wurde bei jeder gelungenen Grätsche mit Applaus überschüttet. "Ich fühlte mich wie ein Rockstar - nur mit mehr Dreck an den Knien", lachte Winston später. Während Mario Roth nach Abpfiff zufrieden die Schultern kreiste ("Das war solide, aber wir hätten noch zwei machen können"), suchte Stephan Trajes die richtigen Worte. "Wir haben bis zum Ende gearbeitet", sagte er, "aber manchmal ist Fußball wie Schach - nur dass die anderen heute alle Damen hatten und wir nur Bauern." Statistisch war alles klar: Die Gunners hatten doppelt so viele Abschlüsse, dominierten die Zweikämpfe mit 53 Prozent und ließen kaum etwas zu. Torhüter Dorian Verguts verlebte einen der ruhigeren Abende seiner Karriere - bis auf ein paar Flanken und den Gegentreffer hatte er wenig zu tun. Die Fans verließen das Stadion mit einem Lächeln und der Gewissheit, dass ihr Team im Pokal weiterträumt. Und während die Ewood Rovers wohl noch lange über die defensive Offenheit ihrer Flügel sprechen werden, dürften die Gunners die Runde der letzten 16 mit breiter Brust erwarten. Oder, wie Lewis MacLaren es beim Hinausgehen formulierte: "Wenn wir so weiterspielen, brauchen wir keinen Glücksbringer - höchstens einen größeren Pokalschrank." Ein Abend zum Einrahmen - zumindest für London. Für Ewood dagegen einer, den man besser schnell vergisst. Aber so ist Fußball: mal Gunners, mal Kanonenfutter. 17.03.643987 23:22 |
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