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London Stars siegen in Kansas City - ein englischer Abend mit amerikanischem Drama

Es war einer dieser Abende, an denen Fußballromantik und Chaos eine innige Liaison eingehen. Kansas City FC verlor am 6. Spieltag der 1. Liga USA vor 49.968 Zuschauern mit 2:3 gegen die London Stars - ein Spiel, das von Anfang an Tempo, Tore und ein bisschen Verzweiflung bot.

Schon nach sechs Minuten war die amerikanische Hintermannschaft im kollektiven Tiefschlaf: Ryan Lujan, der bullige Mittelstürmer der Londoner, drückte den Ball nach feiner Vorarbeit von Harrison Badham über die Linie. "Ich dachte, wir hätten noch gar nicht richtig angefangen", knurrte später Kansas-Coach Abdi Singer, der zu diesem Zeitpunkt wohl am liebsten die Uhr zurückgedreht hätte.

Doch Kansas City reagierte - und wie! In der 14. Minute flankte Oskar Mayr butterweich von links, Adam Leachman nahm den Ball direkt und hämmerte ihn unter die Latte. 1:1, Stadion bebt, Bierbecher fliegen. "Das war so ein Moment, da denkst du: Heute läuft’s!", grinste Leachman nach der Partie. Später sollte er feststellen: lief leider nicht.

Denn die Stars aus London hatten etwas gegen amerikanische Happy Ends. Nur fünf Minuten später zog Adam Reacock nach einem schnellen Doppelpass mit Badham ab - 1:2. Die Gäste dominierten über die Flügel, ihr Offensivspiel war ebenso britisch direkt wie präzise. Kansas hielt dagegen, aber hinten blieb es wackelig. In der 42. Minute dann der nächste Tiefschlag: Pedro Pacos, 33 Jahre alt, aber mit der Spritzigkeit eines Teenagers, zirkelte den Ball aus 18 Metern ins lange Eck. 1:3 - und die Fans im Children’s Mercy Park verstummten für einen Moment.

"Wir wollten offensiv bleiben, aber irgendwie war das eher Kamikaze", sagte Trainer Singer später mit einem gequälten Lächeln. Seine Elf hatte zur Pause zwar 50 Prozent Ballbesitz, aber London spielte schlicht effizienter - 12 Schüsse aufs Tor reichten für drei Treffer, während Kansas aus 18 Versuchen nur zweimal jubeln durfte.

Nach der Pause kam mit Louis Caroll ein frischer Mann und frische Hoffnung. Und der Joker stach sofort: In der 47. Minute traf Caroll nach Pass von Niels Ritter zum 2:3. Das Stadion war wieder da, die Londoner kurz wacklig. "Ich dachte, jetzt kippt das Spiel", gab Gästetrainerin Jacqueline Star ehrlich zu. "Aber unsere Jungs haben’s mit typisch britischem Understatement geregelt - sprich: wir haben einfach den Bus geparkt."

Kansas drückte, rannte, schoss - aber der Ball wollte nicht mehr rein. Leachman probierte es aus allen Lagen (fünf Schüsse allein in der zweiten Halbzeit), Ritter prüfte Keeper Elliot Mills mehrfach, und selbst Innenverteidiger Jan Jendrisek versuchte sich nach einer Ecke als Stürmer. Doch Mills, gerade mal 18 Jahre alt, hielt wie ein alter Fuchs. "Ich hab einfach die Augen zugemacht", lachte der Teenie nach dem Spiel. "Hat funktioniert!"

Es gab noch Gelb für Seba (52.), Jendrisek (77.) und Manuel (80.) - sinnbildlich für den wachsenden Frust der Hausherren. Auf der anderen Seite holte sich Pacos in der Nachspielzeit noch eine Verwarnung ab, wohl mehr aus Langeweile als aus Notwendigkeit.

Trainer Star wechselte defensiv klug: Der junge Goncalves kam für Warriner, Buffet ersetzte den starken Reacock, und in der 86. Minute durfte der 19-jährige Ewan Corey sein Debüt feiern. "Ich wusste gar nicht, dass ich reinkomme", gestand Corey hinterher, "aber Coach Star sagte nur: ’Mach einfach, was du in der U19 machst.’ Also hab ich den Ball weggeschlagen."

Kansas City versuchte bis zur letzten Minute alles - lange Bälle, wütendes Pressing, pure Willenskraft. In der 91. Minute hatte Leachman noch einmal den Ausgleich auf dem Fuß, doch Mills’ Reflex verhinderte das 3:3. Sekunden später war Schluss, und die Stars feierten ausgelassen.

Statistisch gesehen war es ein ausgeglichenes Spiel: 50,1 Prozent Ballbesitz für Kansas, 49,9 für London, 18:12 Schüsse auf das Tor. Aber Fußball wird nicht nach Schusszahl entschieden - sonst hätte Kansas locker gewonnen. "Das ist das Bittere", meinte Trainer Singer. "Wir haben alles richtig gemacht - außer Tore schießen und verteidigen."

Ein Zuschauer brachte es beim Verlassen des Stadions auf den Punkt: "Typisch Kansas - viel Show, wenig Punkte." Und so bleibt den Fans nur der Trost, dass Unterhaltung garantiert war.

Oder, wie London-Kapitän Badham es trocken formulierte: "In Kansas regnet’s keine Punkte - aber immerhin Tore."

Ein Abend, der bewies: Fußball kann grausam sein - und trotzdem wunderschön.

17.03.643987 21:32
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Wenn der Ball am Torwart vorbeigeht, ist es meist ein Tor.
Mario Basler
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