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2853 Zuschauer im Regensburger Jahnstadion sahen an diesem lauen Maiabend keine Torflut, aber ein Spiel mit Herz, Schweiß und gelegentlichem Kopfschütteln. Am Ende stand ein knappes, aber verdientes 1:0 für Jahn Regensburg gegen den VfB Lohberg - dank eines einzigen Moments der Klarheit in der 34. Minute, geliefert von Aaron Longfellow. Das Spiel begann mit erstaunlich viel Elan auf beiden Seiten. Lohberg, sonst eher für kontrollierten Aufbau bekannt, feuerte gleich in den ersten 15 Minuten drei Mal auf das Tor von Regensburgs Keeper Phillip Dietz. "Wir wollten früh zeigen, dass wir hier nicht zum Kaffeekränzchen angereist sind", erklärte Lohbergs Mittelfeldmotor Helmut Kolb nach dem Spiel - mit Schweiß auf der Stirn und einem ironischen Lächeln. Doch seine Schüsse fanden eher den Weg in Dietz’ Handschuhe als ins Netz. Regensburg brauchte eine Weile, um warmzulaufen. Erst ab der 17. Minute begann die Offensive um Niko Kohl und Joschua Rodriguez zu wirbeln. Und dann kam die 34. Minute: Joel Kinmont, der unermüdliche Taktgeber im Mittelfeld, sah Longfellow auf links starten, spielte den Ball punktgenau in den Lauf - und Longfellow zog trocken ab. Der Ball zischte ins rechte Eck, Lohbergs Torwart Detlev Rodriguez streckte sich, kam aber nur noch für die Galerie hinterher. 1:0. Der Jubel war laut, aber kurz: Longfellow grinste bescheiden, Kinmont klatschte ab, und Trainer Jahn - sichtlich erleichtert - brüllte "Endlich!". Danach entwickelte sich eine Partie, die man wohlwollend als "taktisch" bezeichnen könnte. Regensburg verwaltete, Lohberg suchte verzweifelt den Weg durch die rot-weißen Reihen. Das Ballbesitzverhältnis - 53 zu 47 Prozent - spiegelte die ausgeglichene, aber etwas harmlose zweite Halbzeit treffend wider. 14 Torschüsse für Regensburg, 8 für Lohberg, doch wirklich brandgefährlich wurde es nur selten. Besonders auffällig: Regensburgs junge Offensivreihe. Niko Kohl (21) rackerte, schoss, stolperte und grinste trotzdem. "Ich hab irgendwann gedacht, der Ball hat was gegen mich", witzelte er später in der Mixed Zone. Trainer der Jahn-Elf - dessen Name die Presseabteilung traditionell geheimnisvoll unter Verschluss hält - lobte: "Die Jungs haben’s durchgezogen. Kein Zauberfußball, aber ehrliche Arbeit." Lohberg, das muss man ihnen lassen, gab sich nie auf. Arne Ernst versuchte es mehrfach über links, einmal in der 63. Minute mit einem satten Schuss, den Dietz im Nachfassen sicherte. Kapitän Luka Kern, bullig wie eh und je, köpfte in der 83. Minute knapp drüber - das hätte der Ausgleich sein können. "Wir waren dran", knurrte er nach Abpfiff, "aber manchmal ist Fußball halt wie ein schlechter Witz - du kennst die Pointe, aber sie kommt einfach nicht." In der Schlussphase wurde es noch einmal ruppig. Lohbergs Peter Bachmann holte sich in der 91. Minute Gelb, nachdem er Longfellow an der Seitenlinie ummähte. "War keine Absicht", behauptete er mit einem Schulterzucken. Longfellow kommentierte trocken: "Alles gut, ich steh ja noch." Die Regensburger Fans feierten den knappen Sieg trotzdem wie einen Meistertitel. Nach einigen mageren Wochen zählte endlich wieder das Ergebnis, nicht die Ästhetik. Der Jahn hat nun 52,9 Prozent Ballbesitz, 53,4 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und drei Punkte mehr auf dem Konto. Und Lohberg? Die Gäste fuhren mit gesenkten Köpfen, aber erhobenem Selbstbewusstsein nach Hause. "Wir haben uns nicht versteckt", sagte Trainer Manfred Moser. "Uns fehlte nur das Quäntchen Glück - und vielleicht ein Longfellow." Am Ende bleibt ein Fazit, das man sich auf ein T-Shirt drucken könnte: Nicht schön, aber schön gewonnen. In der 22. Runde der Verbandsliga D hat Jahn Regensburg gezeigt, dass man auch mit einem einzigen Geistesblitz Spiele entscheiden kann - und dass 1:0 manchmal die ehrlichste aller Fußballzahlen ist. Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions süffisant meinte: "War kein Feuerwerk, aber wenigstens hat’s einmal geknallt." 20.02.644000 00:05 |
Sprücheklopfer
Wir müssen einen Torwart verpflichten, weil mit dem jetzigen nichts zu gewinnen ist.
Oliver Kahn zur Frage, auf welcher Position man sich in der kommenden Saison verstärken müsse