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Longford dreht das Spektakel: 4:3 gegen die Rovers nach wildem Schlagabtausch

Wer am Samstagabend ins City Stadium von Longford kam, bekam für sein Eintrittsgeld alles, was der Fußball zu bieten hat - und noch ein bisschen mehr. 25.191 Zuschauer sahen beim 4:3 von Longford United gegen die Dublin Rovers ein Spiel, das zwischen Genie und Wahnsinn pendelte. Tore im Minutentakt, Verletzungen, Gelbe Karten und eine Schlussphase, die selbst erfahrene Reporter hektisch nach dem Koffein griffen.

Schon nach zehn Minuten schien der Abend für die Hausherren in die falsche Richtung zu laufen. Dublins Fernando Bujia, der so elegant trifft, wie andere Leute ihre Schuhe binden, vollendete nach Vorarbeit von Daniel Kinsella zum 0:1. Nur acht Minuten später schlug Longford zurück: Fernando Antonio, der Name allein klingt schon nach Tor, drückte den Ball nach einem wuchtigen O’Halloran-Vorstoß über die Linie - 1:1.

Die Freude währte ganze 60 Sekunden. Pedro Makukula, der bullige Mittelstürmer der Rovers, nahm die Antwort persönlich und stellte auf 1:2. Longford-Trainer Philipp Dev warf die Arme hoch und murmelte ins Notizbuch: "Vielleicht sollten wir auch mal verteidigen." Seine Abwehr dachte offenbar ähnlich - nur leider erst zur Pause.

Denn Dublins Mittelfeldmotor Evan Beglin hatte in der 36. Minute noch Lust auf ein Tor und drosch die Kugel aus der Distanz zum 1:3 ins Netz. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Beglin später. "Und dann hat er sich halt entschieden, reinzugehen."

Kurz vor der Pause flammte Hoffnung auf: Wieder war es Fernando Antonio, der nach einem Eckball von Carlos Oliveira goldrichtig stand. 2:3 - und das Publikum glaubte wieder an den Fußballgott von Longford.

Die zweite Halbzeit begann dann mit einem Schockmoment: Michael Locklear musste nach 15 Minuten verletzt raus, Antonio kam für ihn wieder rein - eine Art Auferstehung im laufenden Spiel. "Ich hab kurz überlegt, ob ich auch mal verletzt raus will, um später wiederzukommen", witzelte Teamkollege Carey.

Und der hatte später selbst Grund zu feiern. Zunächst traf Tyler Chamberlain in der 58. Minute per wuchtigem Linksschuss - 3:3. Es war der Moment, in dem Dublin zum ersten Mal nervös wirkte. Trainer Paul Abramowich brüllte von der Seitenlinie "Bleibt ruhig!", doch seine Spieler verstanden offenbar "Bleibt stehen!".

In der 76. Minute dann die Entscheidung: George Carey, 33 Jahre alt, rechte Klebe, ewiger Dauerläufer. Nach einem Ballgewinn von Nicolas Morin zog er einfach ab - und traf. 4:3. Das Stadion bebte, Carey riss die Arme hoch, und Philipp Dev drehte sich grinsend zum vierten Offiziellen: "Sehen Sie, manchmal klappt Plan C."

Die letzten Minuten waren dann ein Lehrstück in Nervenkunst. Dublin warf alles nach vorn, holte sich zwei Gelbe Karten (Beglin in der 80., Kirwan in der 95.) und Roman Bürki im Tor - zarte 17 Jahre alt - rettete mit einer Flugeinlage, die eher an einen Volleyball-Libero erinnerte, vor dem 5:3.

"Wir haben uns gegenseitig das Leben schwer gemacht", fasste Abramowich nach dem Schlusspfiff trocken zusammen, "aber Longford hatte heute einfach mehr Glück - oder mehr Kaffee." Sein Gegenüber Dev grinste: "Ich hab den Jungs gesagt, dass wir das Publikum nicht frieren lassen dürfen. Also haben sie beschlossen, sieben Tore zu machen."

Statistisch war’s tatsächlich ausgeglichen: 52 Prozent Ballbesitz für Longford, 16 Schüsse aufs Tor, Dublin mit 11 Versuchen kaum schlechter. Nur im Jubeln lagen die Gastgeber klar vorn.

Und so verließen die Fans das Stadion mit heiserer Stimme, aber breitem Grinsen. Ein älterer Zuschauer fasste es auf dem Weg zum Parkplatz zusammen: "Ich komm seit 30 Jahren hierher - und hab selten so geschwitzt, obwohl ich nur gesessen hab."

Ein Spiel wie ein gutes irisches Bier: kräftig, etwas bitter, aber mit langem, zufriedenen Nachgeschmack. Longford United meldet sich mit diesem 4:3 zurück in der Spitzengruppe der Liga - und Dublin Rovers? Die fahren heim und wissen jetzt, wie sich ein Bauchmuskelkater vom Kopfschütteln anfühlt.

28.03.643987 04:07
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