Anpfiff
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Lüner SV dreht das Spiel - späte Erlösung im Dauerregen

Lünen, 5. Januar 2026 - Der Himmel über dem Stadion am Schwansbell öffnete pünktlich zum Anpfiff seine Schleusen, als wüsste er, dass dieser Abend kein leichter werden würde. Doch am Ende jubelten die 18.350 Zuschauer klatschnass, aber selig: Der Lüner SV besiegte den Hamburger SC mit 2:1 (1:1) und setzte damit ein Ausrufezeichen am 5. Spieltag der 2. Liga Deutschland.

Dabei begann alles so gar nicht nach Plan für die Gastgeber von Trainer Markus Hering. Der Lüner SV, taktisch mit offensiver Ausrichtung und gewohnt mutigem Pressing, brauchte eine Weile, um ins Spiel zu finden. Nach einer ersten druckvollen Phase der Lüner kam der Nackenschlag: In der 26. Minute nutzte Hamburgs junger Linksaußen Eduardo Capucho die erste echte Chance eiskalt. Nach Vorlage von Leandro Postiga schlenzte er den Ball unhaltbar ins lange Eck - 0:1 aus Sicht der Hausherren. "Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste Capucho später. "Und für einen Moment dachte ich, ich wäre in der Bundesliga."

Doch wer Lünen kennt, weiß: Aufgeben gehört hier nicht zum Vokabular. Nur zehn Minuten später legte der 20-jährige Benjamin Lochiel den Turbo ein. Nach feinem Zuspiel von Alfonso Mingo zog er durch die Mitte, ließ zwei Hamburger stehen und schob überlegt zum 1:1 ein (36.). Die Fans tobten, und Coach Hering brüllte vom Spielfeldrand: "Jetzt sind wir endlich wach!"

Mit dem Ausgleich drehte sich das Spiel. Lünen übernahm die Kontrolle, hatte mehr Ballbesitz (52 Prozent) und vor allem: mehr Schüsse aufs Tor. Ganze 15 Mal feuerten die Rot-Weißen Richtung Hamburger Keeper Lionel Carvalho, während die Gäste gerade mal dreimal ernsthaft auf Damian Zytkos Kasten zielten. Ein Klassenunterschied, der sich jedoch lange nicht im Ergebnis widerspiegelte.

Nach der Pause blieb Lünen am Drücker. Joan Valdez prüfte Carvalho mit einem strammen Distanzschuss (60.), Mingo setzte kurz darauf einen Kopfball knapp neben den Pfosten. Hering reagierte und brachte frische Kräfte: Mario Esclapez ersetzte den angeschlagenen Tomasz Hajto in der Innenverteidigung, später kam Stephan Mayer für den jungen Eduardo Gome - eine Einwechslung, die sich als goldrichtig herausstellen sollte.

Hamburgs Coach Bernd Happel versuchte derweil, durch Wechsel an der Statik zu drehen. Philippe Gagnon kam für den blassen Joan Jorge, später durfte der 19-jährige Ashton Stokes für Nico Klose ran. Doch die Norddeutschen blieben harmlos. "Wir waren zu brav, zu nett", gab Happel nach dem Spiel zu. "Vielleicht hätten wir den Lünern mal ein bisschen in die Parade fahren sollen - im fairen Sinne natürlich."

Dann kam die 80. Minute, und das Stadion explodierte. Patrick Gagnon, der umtriebige linke Mittelfeldmann, flankte butterweich von außen - und Mayer, eben erst eingewechselt, nahm den Ball direkt. Ein satter Volley, ein Zucken im Tornetz - 2:1! Der Rest war Jubel, Bierduschen und ein ziemlich zufriedener Trainer Hering.

"Wir haben Moral gezeigt und Fußball gearbeitet", sagte er mit einem verschmitzten Lächeln. "Und Stephan hat mir vorher noch gesagt, er sei heute für ein Tor gut. Ich dachte, er meint beim Abschlussspiel im Training."

Die letzten Minuten wurden zum Festival der Nerven. Hamburg warf alles nach vorn, aber Lünen verteidigte mit Leidenschaft und 57 Prozent gewonnener Zweikämpfe. Torwart Zytko dirigierte seine Abwehr mit der Gelassenheit eines Menschen, der lieber im Trockenen wäre, und brüllte nach jedem Befreiungsschlag: "Raus da!" - so laut, dass es vermutlich bis ins Vereinsheim zu hören war.

Als Schiedsrichterin Petra Althaus schließlich abpfiff, klatschten die Lüner Spieler sich müde, aber glücklich ab. Stephan Mayer wurde zum Helden des Abends, Benjamin Lochiel zum Hoffnungsträger einer jungen, wilden Offensive.

"Solche Spiele machen Spaß - wenn man sie gewinnt", grinste Kapitän Mingo, während er sich den Matsch von den Stutzen wischte. Und auch der frustrierte Capucho konnte sich ein Lächeln abringen: "Nächstes Mal treffen wir zweimal. Dann wird’s wenigstens spannend bis zum Schluss."

Fazit? Lünen siegt verdient in einem Spiel, das weniger durch Schönheit als durch Einsatz glänzte. 2:1, Arbeitssieg, aber mit Stil. Vielleicht kein Fußballfest - aber ein Abend, an den man sich in Lünen noch eine Weile erinnern wird.

Und irgendwo zwischen Regen, Flutlicht und der letzten Bratwurst des Abends summte ein Fan leise: "So spielt nur der Lüner SV." Ironie des Schicksals - diesmal stimmte es wirklich.

06.03.643987 09:14
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