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Ekstraklasa | 4. Spieltag | 08.07.26 | BKS Gdansk - Lygia Warschau 1:3 Und so war es: Die Gäste aus Warschau zeigten von Beginn an, dass ihr "offensives" Taktik-Etikett kein leeres Versprechen war. Während Gdansk noch nach der richtigen Zuordnung suchte, setzte Lygia nach. In der 15. Minute legte Duarte Assis mit einem satten Schuss ins lange Eck nach - Vorbereiter diesmal der 20-jährige Alex Barberis, der in der Zentrale wirbelte, als hätte er nie etwas anderes getan. 0:2, und das Publikum in Gdansk schwankte zwischen ungläubigem Kopfschütteln und verhaltenem Pfeifen. Dabei war BKS gar nicht so schlecht - zumindest, wenn man den Ballbesitz betrachtet. Fast 58 Prozent der Zeit gehörte das Leder den Gastgebern, die sich redlich bemühten, Ordnung ins Chaos zu bringen. Doch Ballbesitz ist bekanntlich kein Synonym für Torgefahr. Zwar registrierte der Statistikcomputer neun Torschüsse, aber die meisten davon waren eher höfliche Anfragen an den Warschauer Keeper Jelle Van Schoonhoven. Nach der Pause sah es kurz so aus, als könnte die Wende gelingen. In der 58. Minute startete der junge Thomas Jansen einen beherzten Lauf durchs Mittelfeld, steckte perfekt auf Marcel Bak durch - und der Routinier traf trocken zum 1:2. "Ich hab’ den Ball einfach mal laufen lassen", grinste Jansen später. "Vielleicht dachte er, er will auch mal rein." Das Stadion erwachte, die Fans - bislang in Schweigemodus - begannen zu glauben. Doch wie so oft in solchen Momenten kam die Realität schneller zurück als eine schlecht verteidigte Ecke: Nur zwölf Minuten nach dem Anschluss stellte Duarte Assis den alten Abstand wieder her. Ein wuchtiger Kopfball nach Flanke von Rui da Costa - 1:3, und Gdansk war wieder dort, wo es angefangen hatte: im Hintertreffen. Trainer Kamil Breer von Lygia Warschau zeigte sich nach der Partie zufrieden, aber nicht euphorisch. "Wir haben gut angefangen, aber dann zu viel zugelassen", meinte er mit dem milden Lächeln eines Mannes, der weiß, dass Kritik nach einem 3:1-Sieg besser klingt als Selbstlob. "Assis war heute eiskalt, aber das ganze Team hat gearbeitet. Nur Filipe Panero hat’s ein bisschen zu ernst genommen mit der Aggressivität", fügte er augenzwinkernd hinzu - der junge Innenverteidiger hatte in der 57. Minute Gelb gesehen und wurde umgehend ausgewechselt. Bei Gdansk hingegen herrschte betretenes Schweigen. Kapitän Lukas Hawrylewicz, selbst spät verwarnt (82.), sprach von "einer Lektion in Effizienz". "Wir hatten mehr Ball, mehr Mut, aber weniger Tore. Das ist dann wohl Mathematik für Fortgeschrittene." Die Zahlen untermauern das: 15 Torschüsse für Lygia, neun für BKS. Tacklingquote? 53 zu 47 Prozent für die Gäste. Und das, obwohl Gdansk - laut Taktikzettel - mit "starker Aggressivität" auftrat. Vielleicht zu stark, vielleicht zu planlos. Kurios am Rande: Als ein Balljunge in der 72. Minute versehentlich den Spielball zu früh aufs Feld warf, rief ein Zuschauer lautstark: "Vielleicht trifft der wenigstens das Tor!" - eine Bemerkung, die nicht nur in der Pressetribüne für Gelächter sorgte. Zum Schluss versuchte Gdansk noch einmal alles, aber Van Schoonhoven im Warschauer Tor blieb unbezwingbar. Selbst ein Freistoß von Bak in der 84. Minute, der gefährlich flatterte, wurde spektakulär pariert. "Ich hab’ einfach gehofft, dass er mich trifft - und er tat’s", scherzte der Keeper hinterher, während er sich von den Fans feiern ließ. Für BKS bleibt nach dieser 1:3-Heimniederlage die Erkenntnis, dass Ballbesitz schön ist, Tore aber schöner sind. Für Lygia Warschau hingegen war es ein Statement-Sieg im Titelkampf - mit jugendlicher Frische, portugiesischem Flair und einer Prise eiskalter Abgeklärtheit. Oder, wie Trainer Breer es beim Rausgehen formulierte: "Manchmal ist Fußball ganz einfach - du triffst, der andere nicht." Und manchmal, so könnte man hinzufügen, ist er genau deshalb so gnadenlos. 08.07.2026 21:13 |
Sprücheklopfer
Irgendwann mal wieder gewinnen, und das versuchen wir zu probieren.
Oliver Kahn auf die Frage, was man denn gegen die Krise tun könne