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Magpies stolpern im eigenen Nest - Southampton siegt dank frühem Doppelschlag

Es war ein lauer Aprilabend in Nottingham, doch von Entspannung konnte im City Ground keine Rede sein. 48.711 Zuschauer waren gekommen, um zu sehen, wie ihre Magpies am 4. Spieltag der 1. Liga England gegen den FC Southampton antreten - und sie bekamen ein Spiel, das in den ersten 20 Minuten mehr Drama bot als manche Netflix-Serie in einer ganzen Staffel.

Schon nach drei Minuten brannte der Rasen lichterloh. Gabriel Nilsson, der 22-jährige Wirbelwind auf der rechten Angriffsseite der Saints, nutzte einen Moment kollektiver Tagträumerei in der Magpies-Abwehr und schob nach Pass von Gerritt Van Cortlandt eiskalt ein. Heimtorhüter Antonio Jordao schüttelte nur den Kopf - möglicherweise über den eigenen linken Verteidiger Vicente Sa Pint, der das Abseits so großzügig auslegte, als wolle er es abschaffen.

"Wir waren noch beim Einlaufen im Kopf", knurrte Magpies-Coach Christoffer Reedtz später. "Da stand’s schon 0:1. Das war, als hätte jemand die Kaffeemaschine noch nicht eingeschaltet."

Und es kam schlimmer. In der 17. Minute schlug ausgerechnet ein Innenverteidiger zu: Carles Ordono, Chef der Southampton-Abwehr, traf nach einer Ecke von Billy Benett volley aus kurzer Distanz - 0:2! Der Jubel der Gäste war ohrenbetäubend, und Trainer Michael Böning grinste zufrieden wie ein Mann, der gerade den Jackpot geknackt hat. "Carles trainiert solche Schüsse eigentlich nie", sagte er später augenzwinkernd. "Vielleicht sollte er das jetzt öfter tun."

Nottingham wirkte da schon angeschlagen, aber nicht tot. Und tatsächlich: In der 30. Minute meldete sich die Hoffnung zurück. Pavel Nedved - nein, nicht der aus Turin, sondern sein junger Namensvetter - setzte Egidius Schermerhorn perfekt in Szene, und der Niederländer donnerte den Ball zum 1:2 unter die Latte. Das Stadion erwachte, Reedtz fuchtelte wild an der Seitenlinie, als wolle er den Ausgleich herbeiwinken.

Doch der Rest der ersten Halbzeit verlief im Zeichen der Gelben Karten. Drei Stück fingen sich die Magpies ein, allesamt verdient, allesamt übermotiviert. Duarte Ibanez’ Einlage im 31. war besonders sehenswert - eine Grätsche, halb Show, halb Wahnsinn. "Ich wollte nur den Ball treffen", beteuerte er später. "Leider war der Ball schon weg."

Zur Pause reagierte Reedtz mit einem Dreifachwechsel, unter anderem kam der junge Keeper Marek Szymanowski - möglicherweise ein Zeichen, dass Jordao nicht nur den Ball, sondern auch das Vertrauen seines Trainers verloren hatte.

Die zweite Halbzeit begann mit viel Ballbesitz für die Gastgeber (am Ende 53,8 Prozent), aber wenig Ertrag. Southampton lauerte auf Konter und blieb gefährlich, auch wenn Nilsson nach 60 Minuten durch Jan Ovesen ersetzt wurde. Die Magpies hingegen kämpften - manchmal zu wörtlich. In der 70. Minute kassierte Iker Velazquez Gelb, eine Minute später sah Duarte Ibanez Gelb-Rot. Zehn Mann, ein Rückstand, ein Trainer, der verzweifelt auf die Uhr starrte.

"Da wusste ich: Jetzt wird’s ein langer Abend", meinte Reedtz. Und tatsächlich war das Spiel ab da mehr Kampf als Kunst. Egidius Schermerhorn versuchte es immer wieder, hatte sechs Torschüsse, aber Saints-Keeper Brandon Lithgow hielt alles, was in seine Richtung flog - und das mit der Gelassenheit eines Mannes, der wusste, dass sein Team heute nichts mehr anbrennen lassen würde.

In der 85. Minute wechselte Böning noch einmal, brachte William Corey für den ausgepowerten Derrick. "Das war reine Vorsicht", sagte er, "wir wollten das Spiel nur noch nach Hause bringen." Und das taten sie auch.

Nach 95 Minuten stand es 1:2, Southampton feierte ausgelassen, während Nottingham mit hängenden Köpfen vom Platz schlich. Die Statistik sprach zwar leicht für die Magpies - 14 zu 16 Torschüsse, fast ausgeglichene Zweikampfquote - aber auf der Anzeigetafel zählten nur die Tore.

"Wir haben uns selbst geschlagen", fasste Reedtz zusammen. "Erst zu spät aufgewacht, dann zu früh eingeschlafen."

Böning dagegen gönnte sich den Luxus eines Lächelns und eines trockenen Fazits: "Zwei Tore, drei Punkte, keine Beschwerden - das ist mein Lieblingsrezept."

Und so blieb den Magpies nur, die Köpfe zu heben und auf den nächsten Spieltag zu hoffen. Vielleicht bringt der dann mehr Glück - und weniger Gelbe Karten.

Oder wie ein Fan beim Rausgehen murmelte: "Wenn wir schon Vögel sind, sollten wir wenigstens mal fliegen."

26.04.643997 03:47
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