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Majaks Doppelpack reicht nicht - Gda?sk klaut Opole den Sieg in letzter Minute

Es war ein Montagabend, der in Opole wohl noch lange für Gesprächsstoff sorgen wird. 31.864 Zuschauer erlebten im Stadion an der Oder ein 2:2 zwischen Orda Opole und BKS Gdańsk, das sich wie eine ganze Staffel Fußball-Drama in 90 Minuten anfühlte. Zwei frühe Tore, ein später Schock und dazwischen viel verpasste Gelegenheit und Emotionen - kurz: ein Spiel, das keiner so schnell vergessen dürfte.

Orda legte los, als hätte man den Anpfiff missverstanden und geglaubt, es sei schon die 80. Minute. In der sechsten Minute rauschte Bartosz Majak über den linken Flügel, bekam einen präzisen Pass von Kian Gayheart und vollstreckte mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes, der morgens schon im Training Latte und Pfosten trifft - absichtlich, versteht sich. Nur fünf Minuten später wiederholte Majak das Kunststück. Diesmal kam die Vorlage von Lionel de la Sota, und das Publikum jubelte, als hätte Opole gerade die Liga gewonnen.

"Wir wollten direkt zeigen, dass wir hier die Hausherren sind", grinste Majak nach dem Spiel. "Nach dem zweiten dachte ich: Heute wird’s ein Dreierpack. Aber Fußball ist ein grausamer Lehrer."

Denn kaum hatte Gdańsk sich vom Doppelschock erholt, schlug das Team von Trainer Mike Matt zurück. In der 16. Minute kombinierte sich der Gast über die rechte Seite nach vorn, Karol Warzycha flankte butterweich in den Strafraum, und Adam Wichniarek nickte den Ball ins Netz. 2:1 - und plötzlich war wieder Spannung in der Luft.

Die Partie blieb offen. Opole hatte mehr Ballbesitz (55,9 Prozent) und wirkte in der ersten halben Stunde wie die reifere Mannschaft, doch Gdańsk lauerte - aggressiv, offensiv, und, wie Matt später sagte, "mit dem Mut der Verzweiflung". Der Trainer, bekannt für seine trockenen Sprüche, kommentierte das Spiel lakonisch: "Unsere Taktik war einfach: Wenn wir schon hintenliegen, dann wenigstens spektakulär."

Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein zähes Ringen zwischen Kontrolle und Chaos. Opole hatte Chancen - ganze 13 Schüsse aufs Tor standen am Ende zu Buche - doch oft fehlte der letzte Funke Präzision. Gayheart versuchte es aus der Distanz, Gancarczyk drosch den Ball in die Wolken, und selbst Majak scheiterte zweimal knapp.

Gdańsk dagegen blieb brandgefährlich, wenn sie sich nach vorne wagten. In der 68. Minute musste Wichniarek verletzt vom Platz, nachdem er unglücklich umgeknickt war. Der eingewechselte Marcel Bak brachte neuen Schwung - und die Gäste rochen plötzlich wieder Blut.

Die letzten zehn Minuten waren nichts für schwache Nerven. Opole verteidigte mit allem, was Beine hatte, während Gdańsk verzweifelt anrannte. In der 85. Minute prüfte Majewski den 17-jährigen Torhüter Jan Piszczek mit einem satten Linksschuss - der Youngster parierte sensationell. "Ich hab einfach die Augen zugemacht", gab Piszczek hinterher lachend zu.

Doch das Happy End blieb dem Heimteam verwehrt. In der 89. Minute, als viele Fans schon den Ausgang im Blick hatten, kam erneut Karol Warzycha über rechts. Seine Flanke landete punktgenau bei Herman Kraft, der den Ball humorlos unter die Latte hämmerte. 2:2. Ausgleich. Und für Opole fühlte es sich an wie eine Niederlage.

Nach dem Schlusspfiff stand Trainer Matt zufrieden am Spielfeldrand, während sein Gegenüber nur den Kopf schüttelte. "Wenn du 2:0 führst und es dann noch herschenkst, ist das bitter", meinte Opoles Coach - namentlich nicht überliefert, aber sichtlich bedient. "Vielleicht hätten wir einfach aufhören sollen, Fußball zu spielen, nachdem Bartosz zweimal getroffen hat."

Statistisch gesehen war das Unentschieden fast gerecht. 13 zu 12 Torschüsse, nahezu gleiche Zweikampfquote, und zwei Mannschaften, die sich nichts schenkten. Doch emotional gesehen war es ein kleiner Sieg für Gdańsk, das mit einem Punkt nach Hause fuhr, der sich anfühlte wie drei.

"Das war kein Spiel für Feingeister", sagte Gdańsks Mittelfeldmotor Kraft mit einem Grinsen, "aber für Kämpfer wie uns genau das Richtige."

Und so endete ein stürmischer Abend in Opole mit einem 2:2, das beiden Teams zwar einen Punkt, aber ganz unterschiedliche Gefühle bescherte. Die einen fuhren erleichtert nach Hause, die anderen blieben ratlos zurück - und 31.864 Zuschauer wussten: Sie hatten gerade erlebt, warum man Fußball manchmal gleichzeitig lieben und verfluchen kann.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wenn sie so weitermachen, brauch ich bald Herztabletten - aber ich komm trotzdem nächste Woche wieder."

22.04.643994 11:40
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