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Manchester Blues verschenken Führung und Punkte: 2:2 gegen Vauxhall

Championship | 4. Spieltag | 20.09.26 | Manchester Blues - Vauxhall Motors 2:2

29.135 Zuschauer kamen am Sonntagabend um 20.30 Uhr in der Championship auf ihre Kosten - zumindest, wenn sie turbulente Fußballabende mögen und ein Herz für dramatische Wendungen haben. Die Manchester Blues führten gegen Vauxhall Motors zur Pause 1:0, lagen nach einer wilden Stunde plötzlich 1:2 zurück und retteten sich schließlich zu einem 2:2. Fußball kann manchmal ein Spiel sein, in dem Mathematik und Logik höflich vor der Tür warten.

Dabei begann die Partie ganz nach dem Geschmack von Trainer Daniel Kontsch. Die Blues kombinierten kurz, suchten über die Flügel den Weg nach vorn und schossen aus nahezu jeder vielversprechenden Position. Schon in der ersten Minute prüfte James Adams den Gästekeeper Jack Harrington, wenig später legte Ruben Ramirez nach. Harrington bekam früh Gelegenheit, sich warmzumachen - vermutlich gegen seinen Willen.

Manchester erspielte sich im ersten Durchgang eine deutliche optische Überlegenheit. 26 Torschüsse sollten am Ende in der Statistik stehen, Vauxhall kam insgesamt nur auf fünf. Doch die Gäste verteidigten geschickt, blieben geduldig und ließen sich vom Dauerdruck nicht aus der Ruhe bringen. "Wir wollten sicher kombinieren und nicht gleich jeden Ball in den dritten Rang befördern", soll Kontsch später mit einem Anflug von Erleichterung gesagt haben. Ein vernünftiger Plan, der allerdings nur bis zur 43. Minute vollständig funktionierte.

Dann schlug Asier Mocana zu. Nach einer Vorlage von Ruben Ramirez traf der linke Angreifer zur 1:0-Führung. Die Tribünen erhoben sich, ein Fan neben der Pressetribüne rief: "Jetzt bitte einfach so weiterspielen!" Es war ein gut gemeinter Satz. Im Fußball ist er ungefähr so wirksam wie ein Regenschirm bei einem Orkan.

Vauxhall kam nämlich mit neuem Schwung aus der Kabine. In der 58. Minute erzielte Alexander Graves den Ausgleich, vorbereitet von Liam Wiltshire. Sechs Minuten später drehte Luís Tonel die Partie sogar komplett. Graves revanchierte sich mit der Vorlage, und plötzlich standen die Blues trotz ihrer klaren Schussbilanz mit leeren Händen da. "Wir hatten das Spiel im Griff", hätte ein Manchester-Anhänger an diesem Punkt sagen können - wenn er nicht gerade mit dem Griff um seine Sitzlehne beschäftigt gewesen wäre.

Die Antwort folgte prompt. In der 66. Minute traf Ruben Ramirez selbst zum 2:2, Herbert Carlsen lieferte die Vorlage. Der Ausgleich war nach dem Spielverlauf verdient, aber auch eine Mahnung: Wer 26-mal auf das Tor schießt und nur zweimal trifft, sollte sich über Effizienz vielleicht einmal bei den Nachbarn erkundigen.

In der Schlussphase drängten die Blues weiter. Ramirez suchte mehrfach den Abschluss, ebenso Birol Arslan und Herbert Carlsen. Vauxhall verteidigte mit wachsender Entschlossenheit und setzte auf kontrollierte Gegenstöße. Bemerkenswert: Die Gäste hatten mit 51,0 Prozent sogar etwas mehr Ballbesitz, während Manchester 49,0 Prozent verzeichnete. Die Blues gewannen dafür mehr Zweikämpfe - 56,7 zu 43,3 Prozent -, aber eben nicht die entscheidenden drei Punkte.

Trainer Ham Frank durfte mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden sein. "Wir haben nicht mehr Ballbesitz gebraucht, sondern die richtigen Momente", lautet sein angebliches Fazit. Kontsch wiederum wird sich fragen, wie sein Team nach 26 Torschüssen und einer Führung noch zwei Punkte liegen lassen konnte.

Die Antwort ist einfach und unerquicklich: Vauxhall Motors war effizient, Manchester Blues nur zeitweise konsequent. So endet ein Abend, der eigentlich nach Heimsieg roch, mit einem 2:2 - und der Erkenntnis, dass Fußball selbst dann unberechenbar bleibt, wenn eine Mannschaft fast sechsmal so viele Torschüsse abgibt.

20.09.2026 21:10
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