Sporski Journal
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Manojlovic köpft Vojvodina spät zum Sieg - Celarevo verzweifelt am eigenen Glück

Es war einer dieser Abende in Novi Sad, an denen man sich fragt, ob Fußballgötter Humor haben. 30.000 Zuschauer im Karađorđe-Stadion sahen ein Spiel, das Pivara Celarevo dominierte - und doch mit leeren Händen nach Hause fuhr. FK Vojvodina gewann am Ende 1:0 (0:0), dank eines beherzten Kopfballs von Dragan Manojlovic in der 82. Minute.

Das Spiel begann, als hätte Celarevo etwas zu beweisen. Schon nach einer Minute prüfte Nemanja Kezman den Vojvodina-Schlussmann Archie Cort, der sich mit einem Hechtsprung warmhielt. "Da dachte ich, das wird heute ein langer Abend", grinste der 33-jährige Keeper später. Und er sollte recht behalten. Denn der Ballbesitz sprach am Ende Bände: 65 zu 35 Prozent für die Gäste.

Während Celarevo geduldig kombinierte, lauerte Vojvodina auf den berühmten Lucky Punch. Trainer Bozo Jovanovic stand an der Seitenlinie mit verschränkten Armen und murmelte etwas, das stark nach "Lasst sie ruhig spielen, wir treffen dann schon irgendwann" klang. Sein Gegenüber Andreas Go hingegen gestikulierte wild und trieb seine Flügelspieler nach vorne - schließlich hatte er die Taktik "über die Flügel" gewählt.

Die erste Halbzeit war ein Lehrstück in verpassten Chancen: Smiljanic, Brezinsky, Kezman - alle durften einmal abdrücken, keiner durfte jubeln. Auf der Gegenseite vergab Dragan Manojlovic die einzige nennenswerte Möglichkeit der Hausherren in Minute 9, als er den Ball über die Latte jagte. "Ich hab den Ball so gut getroffen, dass er wahrscheinlich heute noch fliegt", witzelte der junge Stürmer später.

Ein kleiner Farbtupfer in einer torlosen ersten Hälfte: Gelb für Leandro Quixano (Vojvodina, 12.) und Jose Conceicao (Celarevo, 40.), beide Male nach rustikalen Zweikämpfen, die man getrost als "emotional engagiert" bezeichnen darf.

Nach dem Seitenwechsel wurde es hektischer. Celarevo wechselte früh - Trainer Go brachte frisches Blut, unter anderem den 21-jährigen Dusko Komljenovic für Paulo Dominguez. Doch der erhoffte Durchbruch blieb aus. Vojvodina verteidigte tief, manchmal zu tief, aber mit Herz. Ioan Mutu, der Spielgestalter der Hausherren, rackerte im Mittelfeld, als hinge sein Leben davon ab.

In der 65. Minute deutete sich an, dass Vojvodina genug vom Zuschauen hatte: Mutu prüfte Torwart Paunovic mit einem Distanzschuss, der den Keeper erstmals ernsthaft forderte. Danach kippte das Spiel langsam. Celarevo wurde nervös, Vojvodina mutiger.

Dann kam die 82. Minute - und mit ihr der Moment, der das Stadion erbeben ließ. Wieder war es Mutu, der im Mittelfeld den Ball behauptete, flankte präzise in den Strafraum, und Manojlovic stieg zwischen zwei Verteidigern hoch wie ein Turm. Sein Kopfball schlug unhaltbar ein. 1:0. Jubel, Tränen, Pyrotechnik - das volle Balkanprogramm.

"Ich hab nur gesehen, wie der Ball kommt, und dann war alles schwarz-weiß vor Freude", sagte Manojlovic hinterher. Trainer Jovanovic ergänzte trocken: "Wir haben 35 Prozent Ballbesitz, aber 100 Prozent Herz."

Celarevo drängte danach wie besessen. In den letzten Minuten flogen die Bälle in den Strafraum wie Schneebälle im Winter. Dukic, Smiljanic, sogar Rechtsverteidiger Saint-Pierre versuchte es - sieben Minuten lang Dauerfeuer. Doch Cort hielt, was zu halten war. Und als in der 87. Minute Vojvodinas Gabor Soos nach Gelb-Rot vorzeitig duschen ging, schien Celarevo noch einmal Hoffnung zu schöpfen. Doch auch in Überzahl wollte das Tor einfach nicht fallen.

"Manchmal triffst du alles - nur nicht das Tor", stöhnte Celarevos Kapitän Florian Masse, der selbst Gelb sah (53.). Trainer Go hingegen suchte die Schuld bei den Sternen: "Wir waren das bessere Team, aber heute hatte jemand anderes das Drehbuch geschrieben."

Vojvodina feierte den Sieg wie einen Titelgewinn, Cort tanzte mit den Ersatzspielern, und selbst Bozo Jovanovic ließ sich zu einem Lächeln hinreißen. Die Fans sangen, die Spieler winkten, und irgendwo auf der Tribüne sagte ein älterer Herr mit Schiebermütze: "Das war kein schönes Spiel, aber ein schönes Ergebnis."

Am Ende bleibt ein Lehrstück in Effizienz: sieben Schüsse, ein Tor, drei Punkte. Celarevo dagegen mit 13 Versuchen und keiner Belohnung - Fußball kann grausam sein. Aber, um es mit dem Torschützen zu sagen: "Schön gewinnt man selten, wichtig ist, dass man gewinnt."

Und so verabschiedet sich Vojvodina an diesem Februarabend in die Nacht - mit einem Lächeln, das so breit ist wie der Abstand der Gäste zum Glück.

06.05.643990 14:33
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