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Marceau macht den Unterschied: Atlanta Gorillas schlagen Fort Wayne 3:1

Major League | 9. Spieltag | 19.08.26 | Atlanta Gorillas - Fort Wayne Blues 3:1

Atlanta Gorillas gegen Fort Wayne Blues - das klang am 9. Spieltag der Major League zunächst nach einem Duell, bei dem sich zwei musikalisch benannte Mannschaften gegenseitig den Takt vorgeben wollten. Am Ende spielte allerdings nur eine Band den richtigen Refrain: Atlanta gewann vor 41.674 Zuschauern mit 3:1 (1:0). Und Dominique Marceau war der Mann, der dabei gleich zweimal den Taktstock schwang.

Trainerin Anja Meister hatte ihre Gorillas offensiv eingestellt, mit deutlicher Lust auf Abschlüsse aus allen Lagen. Fort Wayne dagegen begann ausgewogen und geduldig - oder, weniger höflich formuliert, zunächst mit der Gemütlichkeit einer Mannschaft, die offenbar auf eine schriftliche Einladung in den Strafraum wartete.

Atlanta benötigte keine. Schon nach sieben Minuten prüfte Lewis Smith das Tor der Blues, wenig später folgten Versuche von Ezequiel Nani und Dominique Marceau. Nani, der in der ersten Halbzeit gleich mehrfach zum Abschluss kam, entwickelte sich dabei zum persönlichen Unruheherd der Gästeabwehr. "Wenn man oft genug schießt, muss irgendwann einer davon gut aussehen", hätte der 24-Jährige in einer fiktiven Kabinenszene trocken bemerken können. Tatsächlich dauerte es bis zur Nachspielzeit der ersten Hälfte, ehe Atlanta jubeln durfte.

In der 45. Minute traf Marceau zum 1:0. Smith hatte die Szene vorbereitet, Marceau vollendete - und die Gorillas gingen mit einer Führung in die Pause, die angesichts von neun eigenen Torschüssen zu diesem Zeitpunkt durchaus verdient war. Fort Wayne hatte zwar ebenfalls Möglichkeiten, doch Joan de Almeida und Robert Bancroft zielten eher in Richtung Hoffnung als in Richtung Tor.

Die Blues kamen nach dem Seitenwechsel allerdings mit einer Antwort zurück. In der 48. Minute erzielte Gerard Demers den Ausgleich, vorbereitet von Gai Bischara. Der 48-jährige Demers bewies damit, dass Fußballalter vor allem eine Zahl ist - und manchmal eine ziemlich lästige für jüngere Gegenspieler. Für Atlanta war der Gegentreffer ein kurzer Weckruf. Ein besonders unangenehmer, wie Wecker, die man morgens nicht nur hört, sondern auch noch persönlich nehmen muss.

Nur vier Minuten später schlug Nani zu. In der 52. Minute brachte er die Gastgeber nach Zuspiel von Zivojin Dordevic wieder mit 2:1 in Führung. Fort Wayne hatte zu diesem Zeitpunkt durchaus Zugriff, doch Atlanta blieb zielstrebiger. Die Gorillas verzeichneten am Ende 14 Torschüsse, die Blues zehn. Beim Ballbesitz lag Atlanta mit 51,3 Prozent nur knapp vorn - ein statistischer Vorsprung, der ungefähr so groß war wie die Geduld eines Fans in der 90. Minute.

In der 64. Minute machte Marceau seinen zweiten Treffer. Harvey Stanton lieferte die Vorlage, der 18-jährige Angreifer setzte den Schlusspunkt unter einen Abend, an dem er endgültig vom Talent zum Hauptdarsteller wurde. "Ich habe einfach dort gestanden, wo der Ball unverschämterweise wieder auftauchte", könnte Marceau später scherzhaft gesagt haben. Erfundenes Zitat, aber eine ziemlich passende Zusammenfassung seines Spiels.

Fort Wayne verlor in der Schlussphase zusätzlich Robert Bancroft. Der Innenverteidiger sah in der 84. Minute Gelb und nur eine Minute später Gelb-Rot. Damit war der Widerstand der Blues endgültig gebrochen. Atlanta wechselte zuvor Kai Haas für Lewis Smith ein, ohne die offensive Grundhaltung aufzugeben.

"Wir wollten mutig bleiben und nicht anfangen, den Vorsprung zu verwalten", hätte Trainerin Meister in der Pressekonferenz sagen können. Das Spiel gab ihr recht. Atlanta blieb offensiv, schoss aus allen Lagen und ließ Fort Wayne am Ende mit der unangenehmen Erkenntnis zurück, dass ein 48-jähriger Torschütze allein noch keinen Auswärtssieg garantiert.

Die Gorillas feiern damit einen verdienten 3:1-Erfolg. Fort Wayne nimmt immerhin vier Tore, zehn Torschüsse und eine Menge Gesprächsstoff mit nach Hause. Atlanta dagegen hat drei Punkte - und einen Marceau, der offenbar gerade erst warmgelaufen ist.

20.08.2026 18:50
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