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Margate Reds drehen die Partie - Tiverton Town erlebt späten Kollaps

Wenn 36.500 Fans an einem kalten Februarabend in Margate das Stadion füllen, dann liegt etwas in der Luft - und diesmal war es kein Nebel, sondern pure Dramatik. Die Margate Reds gewannen ein Spiel, das sie zur Pause eigentlich schon verloren hatten, am Ende aber mit 4:2 (0:1) für sich entschieden. Tiverton Town, bis zur 84. Minute noch auf Kurs, wurde in den letzten Minuten von einer roten Welle überrollt.

Schon nach neun Minuten ließ der junge Cesar Meireles die Gäste jubeln. Der 19-jährige Portugiese traf nach feinem Zuspiel von Jay Hannigan eiskalt ins lange Eck - und die Reds wirkten in dieser Phase wie eingefroren. Trainer Ata Lameck stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und murmelte, wie ein Lippenleser später behauptete: "Ich hab doch gesagt, dass wir erst nach dem Anpfiff aufwachen sollen, nicht zehn Minuten danach."

Die Reds kamen zwar zu Chancen - allein Connor Gayheart prüfte den Torwart drei Mal in der ersten Halbzeit -, doch der Ball wollte einfach nicht rein. Stattdessen kassierte Rechtsverteidiger Mario Baiao Gelb, Ricardo Da Cru schimpfte über den Rasen, und das Publikum murrte. 0:1 zur Pause, und manch einer in der Pressetribüne schrieb schon die Schlagzeile "Margate stolpert gegen Tiverton".

Dann kam die 46. Minute. Quasi mit dem ersten Angriff nach Wiederanpfiff zimmerte ausgerechnet Ricardo Da Cru, der sonst eher die Linie entlang rennt als Tore erzielt, den Ball nach einer Vorlage von Jose Andrade unter die Latte. Der Jubel war so laut, dass die Möwen über der Küste kurz die Richtung verloren.

Doch nur 14 Minuten später folgte der nächste Rückschlag: Tivertons Innenverteidiger Marcio Figo stieg bei einer Ecke am höchsten und köpfte zum 2:1 für die Gäste ein. Wieder war es eine kalte Dusche für Margate. "Ich dachte, wir hätten die Kontrolle - aber anscheinend hatte Figo andere Pläne", knurrte Reds-Keeper Joshua Hannigan später.

Lameck reagierte, brachte frische Flügel: Robert Amyot und Zivojin Basta kamen. Der Wechsel sollte sich später als goldrichtig erweisen. Während Tiverton sich auf eine Abwehrschlacht einstellte, rollte Angriff um Angriff auf das Tor der Gäste. Margate feuerte insgesamt 19 Torschüsse ab - Tiverton kam auf gerade einmal sechs.

Und dann kam die 85. Minute: Kai Marley, der schon das halbe Spiel lang mit den Händen in der Hüfte gewartet hatte, ob mal ein Pass zu ihm durchkommt, bekam endlich einen. Billy Henderson steckte durch, Marley zog ab - 2:2! Keine 60 Sekunden später war das Stadion ein Tollhaus: Linksverteidiger Ellis Malfoy flankte, Amyot wuchtete den Ball ins Netz. 3:2, Spiel gedreht! Tiverton wirkte konsterniert, Trainer Andi Lipa schüttelte nur den Kopf: "Das war wie ein Kartenhaus im Orkan - einmal gepustet, alles weg."

In der Nachspielzeit setzte Marley noch einen drauf. 92. Minute, Konter, Solo, Schuss - 4:2. Der Jubel hallte weit über die Themse-Bucht. Marley grinste danach in die Kameras: "Ich wollte eigentlich nur Zeit schinden, aber dann war das Tor halt da."

Die Statistik untermauerte die Dominanz der Reds in der zweiten Hälfte: 19:6 Torschüsse, 55,6 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und obwohl Tiverton leicht mehr Ballbesitz hatte (50,4 Prozent), war das Spiel längst nicht so ausgeglichen, wie es die Zahlen vermuten lassen.

Trainer Lameck zeigte sich nach dem Schlusspfiff erleichtert, aber nicht ohne Ironie: "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen offensiv spielen - nur nicht so spät. Aber gut, besser spät als nie." Und auch Tivertons Coach Lipa nahm es mit Galgenhumor: "Wir haben 84 Minuten lang ordentlich verteidigt. Leider dauert ein Spiel 90 plus Nachspielzeit."

Für die Reds war es ein Sieg mit Signalwirkung - und für Tiverton eine Lektion in Sachen Konzentration. Wer vier Tore in 46 Minuten kassiert, hat kein Taktikproblem, sondern ein Nervenproblem.

Als die Fans nach Abpfiff noch lange auf den Rängen sangen, sagte ein älterer Herr mit Schal im Vereinsrot zu seinem Enkel: "Siehst du, Junge - Margate spielt nie schön, aber immer spannend." Treffender lässt sich dieser Abend wohl kaum zusammenfassen.

22.06.643990 03:28
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Meine Besonderheit ist, dass ich das Gleiche wie alle anderen Männer auch tue mit Frauen, nur 20 Minuten kürzer.
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