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Margate Reds siegen spät: Stoke City hadert mit dem eigenen Mut

Es war einer dieser Abende im betongrauen Britannia Stadium, an denen 40.146 Zuschauer dachten, sie bekämen ein typisches Stoke-Spiel zu sehen: ein bisschen Kampf, ein bisschen Regen, ein bisschen Hoffnung. Am Ende blieb nur der Regen - und ein spätes 0:1 gegen clevere Margate Reds, die sich ihren Auswärtssieg redlich verdienten.

"Wir wollten früh draufgehen, aber dann haben wir irgendwann gemerkt, dass der Ball ja auch wieder zurückkommen kann", sagte Stoke-Trainer Horst Fiedler nach dem Spiel mit einem gequälten Lächeln. Seine Mannschaft hatte sich viel vorgenommen, aber wenig umgesetzt. Drei Torschüsse in 90 Minuten - das ist weniger Offensive, mehr höfliches Anklopfen.

Margate dagegen kam mit breiter Brust und klarer Idee. Trainer Ata Lameck ließ seine Elf offensiv anlaufen, aber ohne Hektik. Schon nach einer Minute prüfte Ellis Malfoy aus der zweiten Reihe den Heimtorwart Simcha Amir - ein Schuss, der eher nach Aufwärmübung aussah, aber ein Vorgeschmack auf das Kommende war. Insgesamt 19 Abschlüsse feuerten die Gäste ab, und wer das Spiel sah, konnte kaum glauben, dass sie bis zur 84. Minute auf Erlösung warten mussten.

Die erste Halbzeit war ein Musterbeispiel britischer Geduld. Margate kombinierte, Stoke verteidigte, das Publikum gähnte. "Ich hab in der Pause kurz gedacht, das sei ein Freundschaftsspiel", flachste ein Zuschauer auf der Tribüne. Fiedlers Mannschaft stand tief, ließ sich kaum locken, aber schaffte es auch nicht, eigene Akzente zu setzen. Der junge Billy Shepherd hatte in der 32. Minute die beste Chance, sein Schuss klatschte jedoch ans Außennetz. Dusko Jovanovic wagte es wenig später aus der Distanz - drüber, weit drüber.

Nach der Pause hoffte man auf mehr Feuer, doch zunächst wechselte Margate doppelt: Torwart Henry Thuringer blieb draußen, der 18-jährige Jamie Smith kam zu seinem Debüt. "Ich hab ihm gesagt: Junge, bleib ruhig, das ist nur Stoke", grinste Trainer Lameck später. Offenbar hörte Smith gut zu - viel zu tun bekam er nicht.

Stoke versuchte ab der 46. Minute mit frischem Personal Druck zu machen. Fiedler brachte Louis Kirkwood und Elmo Bushnell, stellte auf aggressiveres Pressing um. Doch Margate blieb cool, kombinierte weiter durch die Mitte und lauerte auf den Moment. Als in der 67. Minute Stokes Verteidiger Pedro Ruy Gelb sah, schien das fast symbolisch: zu spät, zu ungestüm, zu wenig Kontrolle.

Dann kam die 84. Minute. Wieder rollte ein Angriff über die linke Seite, Innenverteidiger Atilay Demirel schaltete sich mit ein - ungewöhnlich weit vorn für einen Mann seiner Zunft. Er legte clever auf Sean Hannigan ab, und der 23-Jährige zog trocken ab. Flach, präzise, unhaltbar - 0:1. Der Jubel der Margate-Spieler war laut, aber nicht ausgelassen. "Ich hab einfach draufgehauen", sagte Hannigan hinterher. "Ehrlich, ich dachte, der Ball geht drüber." Ging er nicht. Und das reichte.

Stoke warf in den letzten Minuten alles nach vorn, was noch irgendwie laufen konnte. Jose Duran hatte in der 68. Minute schon einmal den Mut gehabt, aufs Tor zu schießen, nun versuchte er es wieder - vorbei. "Wir haben uns bemüht", meinte Fiedler trocken. "Aber Bemühung gibt leider keine Punkte."

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 42 Prozent Ballbesitz für Stoke, 57 für Margate. 3:19 Torschüsse. Und irgendwo dazwischen eine Mannschaft, die sich lieber auf den Zufall verlassen wollte, während die andere geduldig auf ihre Chance wartete.

Ata Lameck fasste es nach dem Spiel nüchtern zusammen: "Wir wussten, dass Stoke irgendwann müde wird. Wir mussten nur bereit sein, wenn das passiert." Sein Plan ging auf - und sein Team klettert mit diesem Sieg weiter nach oben.

Bei Stoke dagegen knirschte es in der Kabine. "Wir haben zu brav gespielt", murmelte Mittelfeldmann Jovanovic. "Vielleicht hätten wir mal foulen sollen." Eine ehrliche Analyse, die man fast als Fortschritt werten könnte.

So blieb am Ende ein Abend, der für die einen drei Punkte brachte und für die anderen nur Erkenntnisse. Margate Reds feierten ausgelassen vor dem Gästeblock, Stoke City verabschiedete sich mit hängenden Köpfen. Und irgendwo auf der Pressetribüne schrieb jemand diese Zeilen und dachte: Es gibt Spiele, die man vergisst - und andere, die einen einfach nicht loslassen, weil sie so schmerzhaft unspektakulär waren.

Oder, wie ein Stoke-Fan beim Hinausgehen sagte: "Das war kein Fußball. Das war eine Mahnung."

07.09.643987 14:42
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Der Druck entlädt sich beim Torschuss - ein Wahnsinns-Feeling. So ähnlich wie beim Sex.
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