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Die 1. Liga England hat ihren ersten turbulenten Abend hinter sich, und im Margate Stadium wurde das Fußballjahr mit einem klassischen 1:0 eingeläutet - also mit allem, was die Puristen lieben: Kampf, Krämpfe und ein einziger Lichtblick. Die Margate Reds besiegten Ashford Town vor 47.072 Zuschauern knapp, aber verdient, dank eines frühen Treffers von Owen Beaulieu in der 27. Minute. Schon in den ersten Minuten war klar: Hier wollte niemand abwarten. Margate-Coach Ata Lameck hatte seine Elf offensiv eingestellt, das Passspiel war anfangs noch so holprig wie der Rasen nach dem Winter, aber der Wille war erkennbar. Bereits nach drei Minuten prüfte Innenverteidiger Gottfried Hoffman den gegnerischen Keeper Oliver Young mit einem wuchtigen Kopfball - ein Zeichen, dass bei den Reds jeder an den Torerfolg dachte, selbst die Abwehr. In der zwölften Minute legte Gardar Kristinsson nach, sein Schuss zischte knapp über die Latte. Und kaum hatte man sich im Stadion das erste Bier geholt, konterte Ashford Town: Elliot Eliot - ja, der Mann heißt wirklich so - tauchte zweimal gefährlich vor Keeper Joshua Hannigan auf (13. und 16. Minute), doch der Margate-Torwart parierte souverän. "Ich hab einfach die Augen zu und mich groß gemacht", grinste Hannigan später. "Manchmal hilft’s." Das Spiel blieb intensiv, wenn auch nicht immer elegant. In der 24. Minute sah Ashfords Sean McLeod Gelb, nachdem er Didier Marceau einen Tritt verpasst hatte, den man im Kampfsport wohl als "mutig, aber unpräzise" bezeichnen würde. Drei Minuten später fiel dann das Tor des Abends: Owen Beaulieu, gerade 23 und mit der Unbekümmertheit eines Straßenkickers, zog von links nach innen, ließ zwei Verteidiger stehen und schob den Ball unhaltbar ins lange Eck - 1:0 für Margate. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Beaulieu danach schelmisch zu. "Aber na ja, wenn er drin ist, nehm ich’s." Trainer Ata Lameck kommentierte trocken: "Das war so nicht geplant, aber ich beschwere mich nicht über gute Zufälle." Ashford reagierte mit wütenden Angriffen, blieb jedoch harmlos. James Henderson versuchte es in der 29. Minute aus der Distanz, doch Hannigan war erneut zur Stelle. Danach verflachte die Partie - zumindest bis zur Pause. Zur zweiten Halbzeit wechselte Lameck doppelt: Beaulieu und Kristinsson kamen für Hannigan und Postiga, ein Zeichen, dass der Coach auf frische Flügel und mehr Tempo setzte. Ashford blieb seiner offensiven Grundhaltung treu, doch die Margate-Defensive hielt stand. Insgesamt 11 Torschüsse der Reds standen am Ende nur 3 von Ashford gegenüber, und auch der Ballbesitz sprach mit 52,9 Prozent leicht für die Hausherren. In der 63. Minute musste Margates Finlay Eliot nach einem unglücklichen Zusammenstoß verletzt vom Platz - eine Szene, die kurzzeitig die Stimmung dämpfte. "Er hat was am Knöchel, aber er ist hart im Nehmen", beruhigte Lameck später. Die Schlussphase gehörte dann wieder Kai Marley, der gleich viermal aufs Tor hämmerte (76., 79., 86. und 90. Minute). Immer knapp vorbei, immer mit einem entschlossenen Gesichtsausdruck, als wolle er den Ball mit purem Willen hineinbrüllen. "Ich hab’s versucht, aber der Ball wollte mich heute einfach nicht", sagte er und lachte. Ashford-Trainer David Reichart nahm die Niederlage gefasst: "Wir haben viel investiert, aber vorne fehlte uns der letzte Pass. Vielleicht sollten wir den mal trainieren." Und fügte süffisant hinzu: "Immerhin haben wir keine Rote bekommen - das ist ja auch was." Am Ende jubelten die Reds, während die Gäste enttäuscht die Köpfe hängen ließen. Ein Arbeitssieg, kein Feuerwerk - aber einer, der Selbstvertrauen gibt. Denn Margate zeigte, dass man auch ohne Glanz gewinnen kann, wenn man in den entscheidenden Momenten hellwach ist. "Ein 1:0 ist wie ein Espresso", fasste Coach Lameck nach dem Spiel zusammen. "Kurz, stark, und manchmal ein bisschen bitter." Und die Fans? Sie sangen noch lange nach Abpfiff, als wollten sie die Kälte aus den Knochen vertreiben. Margate ist zurück - vielleicht nicht in Schönheit, aber mit Wirkung. Und das, im Fußball, zählt bekanntlich mehr als alles andere. 09.06.643990 03:56 |
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Der Genuss von Zuckerlimonade beeinträchtigt die Trainingsadaption.
Peter Neururer