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Es war ein frostiger Abend im Etihad-Verschnitt von Manchester, doch nach 31 Minuten herrschte eitel Sonnenschein - allerdings nur im Gästeblock. Die Margate Reds feierten einen 3:0-Auswärtssieg, der so klar war, dass selbst der Stadionsprecher kurz vergaß, wer hier eigentlich Heimrecht hatte. "Das war eine Lehrstunde in Effektivität", knurrte Blues-Coach Daniel Kontsch nach dem Abpfiff, während er versuchte, seine Jacke über den Kopf zu ziehen, als könne sie ihn vor den Fragen der Journalisten schützen. Die Zahlen gaben ihm recht: 48,7 Prozent Ballbesitz, 11 Torschüsse - aber eben kein einziger Treffer. Margate dagegen: 15 Versuche, drei Tore, alles in der ersten Halbzeit. Der Abend begann noch recht verheißungsvoll für Manchester. In der 6. Minute zog Riley Bosworth aus der zweiten Reihe ab, der Ball zischte knapp vorbei - ein Weckruf, der allerdings nur die Gäste aufrüttelte. Drei Minuten später übernahm Margate das Kommando, und als Zivojin Basta in der 15. Minute nach Vorarbeit von Herman Pederson eiskalt einschob, war das Kräfteverhältnis auf dem Rasen klar verteilt. "Wir wussten, dass Manchester anfällig ist, wenn man sie unter Druck setzt", grinste Reds-Trainer Ata Lameck später. "Unsere Jungs sollten einfach Spaß haben - und wenn dabei drei Tore rauskommen, umso besser." Tatsächlich spielten seine Mannen mit einer Mischung aus Aggressivität und Leichtigkeit, die man in Margate sonst nur auf dem Pier beim Sommerfest sieht. Ricardo Da Cru, eigentlich Rechtsverteidiger und eher selten Torschütze, hämmerte in der 27. Minute den Ball nach Vorarbeit von Noah Eliot aus 20 Metern unter die Latte. 2:0. Die Blues schauten fassungslos, als hätten sie gerade erfahren, dass das Tor nicht zum Deko-Element gehört. Und als Basta nur vier Minuten später erneut traf - wieder nach feinem Zuspiel von Pederson - war die Partie im Grunde entschieden. Die 34.421 Zuschauer, darunter erstaunlich viele in roten Schals, feierten einen Klassenunterschied, der sich in Zahlen wie in Körpersprache zeigte. Der Rest des Spiels war dann eine Mischung aus Schadensbegrenzung und vergeblichem Anrennen. "Wir wollten in der zweiten Halbzeit reagieren", erklärte Blues-Kapitän Jamie Anderson mit einem gequälten Lächeln. "Aber manchmal ist Fußball eben wie ein schlechter Witz - du kennst die Pointe schon nach der ersten Hälfte." Und so mühten sich die Blues zwar redlich: Domingos prüfte Keeper Joshua Hannigan in der 59. Minute, Bratu traf in der 67. nur das Außennetz, und Anderson selbst scheiterte kurz vor Schluss gleich zweimal am glänzend aufgelegten Torwart. Doch Margate kontrollierte das Geschehen souverän, wechselte zur Pause gleich dreimal, um Kräfte zu schonen, und ließ die Blues ins Leere laufen. Einziger Wermutstropfen für die Gastgeber: Joao Linares sah in der 80. Minute Gelb - sinnbildlich für einen Abend, an dem Manchester meist einen Schritt zu spät kam. Selbst die sonst so treuen Fans waren ratlos. "Wir hätten auch bis Mitternacht spielen können", murrte ein älterer Herr auf der Tribüne, "die hätten trotzdem nicht getroffen." Zivojin Basta, Mann des Abends, wollte sich den Ruhm nicht allzu sehr anheften. "Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort", meinte er bescheiden und grinste in die Kameras. "Und vielleicht hatte ich auch einfach bessere Schuhe." Statistisch blieb das Spiel ausgeglichen - zumindest auf dem Papier. Margate hatte leicht mehr Ballbesitz, aber die entscheidenden Szenen fanden im Strafraum der Blues statt. Die Reds wirkten in jeder Phase entschlossener, aggressiver, zielstrebiger - und manchmal fast schon unverschämt entspannt. Trainer Lameck fasste es trocken zusammen: "Wenn du in Manchester 3:0 führst, kannst du eigentlich nur noch verlieren - außer du spielst weiter Fußball." Seine Mannschaft tat genau das, bis der Schiedsrichter schließlich erlöst abpfiff. Am Ende stand ein Resultat, das die Tabellenrechner in Margate jubeln ließ und in Manchester für Kopfschütteln sorgte. Die Blues müssen sich fragen, wie sie nach 45 Minuten praktisch aus dem Spiel verschwinden konnten, während Margate seine bisher wohl reifste Saisonleistung zeigte. Oder, wie es ein Kollege auf der Pressetribüne formulierte: "Wenn du Basta zweimal treffen lässt, ist der Name Programm." Ein bitterer Abend für die Blues - und ein roter Feiertag für Margate. 27.11.643987 14:05 |
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