Sportske Novosti
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Medimurje Cakovec tanzt Stari Perkovci schwindelig

Es war ein kalter Januarabend in Čakovec, aber auf dem Rasen kochte es - zumindest auf einer Seite. Medimurje Cakovec gewann am 7. Spieltag der 1. Liga Kroatien hochverdient mit 2:0 gegen Stari Perkovci. Und ehrlich gesagt: Das Ergebnis schmeichelt den Gästen noch.

"Wir hätten auch drei, vier mehr machen können", grinste Trainer Rocky Pet nach dem Schlusspfiff, während er sich den Reißverschluss seiner Jacke bis zum Kinn zog. 24 Torschüsse seiner Mannschaft sprechen eine deutliche Sprache - gegenüber mageren zwei Versuchen der Gäste, die mehr nach Zufall als nach Plan rochen.

Von Beginn an übernahm Medimurje das Kommando. Schon in der zweiten Minute prüfte Innenverteidiger Diego Cunha aus der Distanz den Gästetorwart Danijel Kardum - ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte: eine Einbahnstraße in Richtung Perkovci-Strafraum. Luke Kinsella, der quirlige Mittelstürmer, schoss in den ersten 30 Minuten gleich viermal aufs Tor. "Ich dachte schon, der Ball will heute einfach nicht rein", seufzte er später.

Die Fans - immerhin 16.100 - sahen eine erste Hälfte, die sich anfühlte wie ein Belagerungszustand ohne Durchbruch. 53 Prozent Ballbesitz, fast 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe, aber keine Tore. Stari Perkovci dagegen verteidigte tief, so tief, dass mancher Zuschauer witzelte, sie hätten den Bus nicht nur geparkt, sondern gleich ein ganzes Parkhaus gebaut.

Nach der Pause änderte sich wenig - außer dass die Geduld von Cakovec endlich belohnt wurde. In der 56. Minute war es soweit: Ion Deleanu brachte von links eine butterweiche Flanke, Kinsella stieg hoch, und diesmal zappelte der Ball im Netz. 1:0. Die Erlösung. Der Jubel war so laut, dass selbst der Trainer kurz mitfiebernd die Coaching-Zone verließ. "Ich hab kurz vergessen, dass ich eigentlich ruhig bleiben sollte", gab Rocky Pet zu.

Nur zwei Minuten später gönnte er seinem Torjäger eine Pause: Der erst 18-jährige Ronald Lindemann kam für Kinsella. "Ich hab ihm gesagt: Junge, renn, als wäre der Ball deine Abschlussprüfung", erzählte Pet später lachend.

Und Lindemann rannte. Er riss Lücken, beschäftigte die müde Abwehr der Gäste - und öffnete damit die Bühne für den zweiten Treffer. In der 77. Minute legte der eingewechselte 17-jährige Alessandro Florenzi mustergültig auf Marc Dominguez ab. Der Rechtsaußen nahm Maß, zog trocken ab, und es stand 2:0. Der Schlusspunkt einer Partie, die in Wahrheit längst entschieden war.

Während Cakovec weiter kombinierte, schafften es die Gäste gerade einmal zu zwei ernsthaften Abschlüssen: Nico Dietrich in der 71. und in der 90. Minute. Beide Male war Torhüter Igor Rakitic zur Stelle - und zwar so souverän, dass er nach dem Spiel auf die Frage, ob er gefordert gewesen sei, nur trocken sagte: "Ich hab mehr Bewegung beim Aufwärmen gehabt."

Die Statistik am Ende las sich wie eine Lehrstunde: 24:2 Torschüsse, 53 zu 47 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von fast 59 Prozent und zwei Tore, die genauso schön wie folgerichtig waren. Stari Perkovci wirkte dagegen überfordert, ratlos, fast schon resigniert.

Ihr Trainer - der sich nach Abpfiff entschied, lieber gar nichts zu sagen - ließ nur durchblicken, dass "man heute einfach nicht ins Spiel gekommen" sei. Eine Untertreibung, die selbst seine Spieler mit einem gequälten Lächeln quittierten.

Cakovec hingegen zeigte, warum sie in dieser Saison zu den formstärksten Teams gehören. Solide Defensive, geduldiger Aufbau, und wenn’s drauf ankommt, eiskalt. Besonders beeindruckend: die jungen Wilden. Florenzi und Kerkez, beide 17, fügten sich nahtlos ein. "Die Jungs bringen frischen Wind", lobte Pet. "Und manchmal auch frischen Leichtsinn - aber das gehört zum Spiel."

Als die Flutlichter erloschen und die Fans noch einmal "Medimurje, Medimurje!" sangen, blieb der Eindruck eines Abends, an dem alles stimmte: Dominanz, Teamgeist und ein Hauch jugendlicher Leichtigkeit.

Oder wie Torschütze Dominguez es formulierte: "Wenn wir so weiterspielen, brauchen wir bald keinen Gegner mehr - nur noch Zuschauer."

Ein sarkastischer Satz, aber einer mit Wahrheit. Denn nach diesem 2:0 war klar: Medimurje Cakovec spielt gerade in einer eigenen Liga - zumindest an diesem Abend.

29.03.643987 17:07
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