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Midlands Villa triumphiert mit kühlem Kopf: 1:0 gegen Norwich im Liga-Pokal-Finale

Wenn ein Finale mit einem einzigen Tor entschieden wird, dann spricht man gern von Effizienz. Oder, wenn man es mit den "Canaries" hält, von Pech, Aluminium und einem gegnerischen Keeper, der offenbar magnetische Kräfte besitzt. Am Sonntagabend unterlag Norwich City im Liga-Pokal-Finale der zweiten englischen Liga Midlands Villa mit 0:1 - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber 15.478 Zuschauern ein Wechselbad aus Hoffnung, Verzweiflung und leichtem Unglauben servierte.

Das entscheidende Tor fiel in der 28. Minute, als Midlands’ Linksaußen Aaron Bancroft nach Pass von Lucas Nicksay den Ball satt ins rechte Eck wuchtete. Ein Treffer, wie aus dem Lehrbuch: kurz, präzise, unaufgeregt. "Wir haben das trainiert - naja, nicht ganz so schön, aber fast", grinste Bancroft später, während er sich seinen goldenen Schuh polierte, als hätte er ihn gerade auf eBay ersteigert.

Von da an entwickelte sich ein Spiel, das weniger durch Tore als durch Temperament glänzte. Norwich hatte mit 51,6 Prozent Ballbesitz leicht die Nase vorn, kombinierte gefällig, aber ohne die letzte Durchschlagskraft. Besonders auffällig: Miguel Garcia, der auf der linken Seite rackerte, flankte und fluchte. In der 32. Minute zog er aus gut 20 Metern ab - ein Schuss, der die Latte streifte und kurzzeitig die Illusion erweckte, das Stadiondach würde abheben.

"Wir haben alles gegeben", sagte Trainer Mister Unbekannt, der seinem Namen alle Ehre machte, indem er nach dem Spiel zunächst unauffindbar war. Später erklärte er mit leichtem Tremolo in der Stimme: "Manchmal fehlt einfach das Glück. Und manchmal auch ein zweiter Stürmer."

Midlands Villa, taktisch von Trainer Ron Li auf kontrolliertes Risiko eingestellt, hielt dagegen mit erstaunlicher Ruhe. Die Gäste hatten 13 Torschüsse, meist über die linke Seite. Noe Eusebio, gerade einmal 21, wirbelte dort unermüdlich und zwang Norwichs Rechtsverteidiger Jean-Pierre Rushton mehrfach zu Notgrätschen, die eher nach Verzweiflung als nach Plan aussahen.

Auffällig war, wie früh Villa den Ton angab: Schon in der ersten Minute prüfte Eusebio den jungen Torhüter Freddie Hayman, der mit einer Glanzparade sein Team vor einem Fehlstart bewahrte. Doch die Canaries fanden nie den Rhythmus, der sie in der Liga so gefährlich macht. Ihr Kurzpassspiel - laut Statistik fast 52 Prozent Ballbesitz - blieb schön anzusehen, aber harmlos.

"Wir wollten ruhig bleiben und auf Konter lauern", erklärte Ron Li, der an der Seitenlinie so gelassen wirkte, als würde er gerade einen gemütlichen Sonntagsspaziergang unternehmen. "Norwich hat den Ball gepflegt, wir das Ergebnis."

In der zweiten Halbzeit drückten die Canaries, aber Villa stand kompakt. Oscar Craven scheiterte gleich dreimal (35., 51., 71.) an Torhüter Patrik Jacob - einem 21-jährigen Schlussmann, der nach dem Schlusspfiff aussah, als könne er noch drei Spiele bestreiten. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Jacob bescheiden. "Und gehofft, dass mich der Ball nicht trifft."

Mit zunehmender Spielzeit verlegte sich Villa auf lange Bälle - laut Taktikdaten zum Ende hin "Counter" und "Long Passing" - und machte das, was englische Teams seit 150 Jahren perfektionieren: den Gegner mürbe spielen. Norwich lief, kämpfte, biss, aber die Präzision fehlte. Brandon Hunt und Logan Scott versuchten es mehrfach, doch der Ball landete stets dort, wo er nicht hinsollte - im Fangnetz oder in den Händen von Jacob.

Als der Schiedsrichter nach 94 Minuten abpfiff, sank Bancroft auf die Knie, während Nicksay jubelnd auf ihn zulief. In der Ecke fluchte Miguel Garcia herzhaft auf Spanisch, und Mister Unbekannt schüttelte nur den Kopf. "Es ist Fußball", murmelte er. "Manchmal gewinnt der, der weniger falsch macht."

Midlands Villa feierte ausgelassen, die mitgereisten Fans sangen noch lange nach dem Abpfiff, und Trainer Li ließ sich zu einem charmanten Understatement hinreißen: "Wir hatten einen Plan. Dass er funktioniert hat, überrascht mich fast selbst."

So endet ein Finale, das nicht spektakulär, aber ehrlich war - ein Spiel, das man nicht auf DVD, aber vielleicht im Herzen behält. Und während Norwich sich fragt, wie man mit mehr Ballbesitz und schönem Spiel verlieren kann, weiß Midlands Villa: Schönheit vergeht, ein Pokal bleibt.

15.02.643997 14:00
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Jeder, der mich kennt und der mich reden gehört hat, weiß genau, dass ich bald englisch in sechs oder auch schon in vier Wochen so gut spreche und Interviews geben kann, die jeder Deutsche versteht.
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