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Millwall fegt Swindon vom Platz - ein Abend zwischen Wucht, Witz und Widerstand

Manchmal weiß man schon nach einer Viertelstunde, wie der Abend enden wird. So war es im Londoner Stadion, wo der FC Millwall am 20. Spieltag der 1. Liga England vor 52.373 gut aufgelegten Zuschauern Swindon Town mit 3:0 (2:0) abfertigte. Ein Ergebnis, das so klar war wie der Himmel über South London - und doch steckte in diesen 90 Minuten genug Dramatik für zwei Spiele.

Von Beginn an ließ Millwall keinen Zweifel daran, wer hier der Gastgeber ist. Schon in der sechsten Minute rauschte Christopher Thackeray heran und prüfte Swindons Keeper Dylan Longfellow zum ersten Mal. Trainer Sonny Crocket hatte seine Männer auf "offensiv, aggressiv, aber nicht überheblich" eingestellt - wobei letzteres spätestens nach dem dritten Torschuss in der siebten Minute nur noch auf dem Papier galt. "Wir wollten zeigen, dass wir Fußball spielen können - und nicht nur Gras umpflügen", grinste Crocket später.

Swindon Town hingegen wirkte wie ein Team, das den Bus nicht in die Defensive, sondern gleich in den Strafraum gestellt hatte. Defensiv, auf Konter lauernd, aber mit kaum Entlastung nach vorn. Ganze zwei Torschüsse standen am Ende auf ihrer Statistikseite. "Das war nicht unser Tag, nicht mal unsere Uhrzeit", seufzte Gästecoach Barney Cheep.

Der Druck von Millwall wurde bald belohnt: In der 36. Minute stand Benjamin Fryer da, wo ein Mittelstürmer stehen muss - in der Mitte, richtig. Nach einer flachen Hereingabe von Thackeray drückte er den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. 1:0, das Stadion vibrierte. Crocket ballte die Faust, als hätte er gerade eine Western-Schießerei gewonnen.

Sechs Minuten später war es Alexander Mayhew, der sich ein Herz fasste. Nach einem abgewehrten Eckball nahm er den Ball zentral vor dem Strafraum direkt - und traf. Der 22-Jährige rannte jubelnd auf Verteidiger John Bancroft zu, der den Ball zuvor artistisch per Kopf zurückgelegt hatte. "Ich hab nur gehofft, dass Alex nicht wieder in die Wolken zielt", witzelte Bancroft später mit einem breiten Grinsen.

Swindon reagierte zur Pause mit einem Doppelwechsel. Barney Cheep brachte frische 18-Jährige - Joseph Hawn und Bradley Corraface -, was so klang, als wolle er der Jugend eine Lehrstunde in Demut erteilen. Doch auch mit jugendlichem Elan änderte sich wenig. Millwall dominierte weiter, 21:2 Torschüsse am Ende - eine Zahl, die eher nach Trainingsspiel klingt.

In der zweiten Halbzeit ließ Millwall es zunächst ruhiger angehen. Tyler Boyle und Alfie Callahan versuchten sich an hübschen Kombinationen, die aber meist in den Armen des Ersatzkeepers Billy Morriss landeten, der nach einer Stunde ins Tor kam. Immerhin: Der 18-Jährige verhinderte mit mehreren starken Paraden Schlimmeres und bekam nach dem Spiel von Crocket ein anerkennendes Schulterklopfen. "Der Junge hat uns fast den vierten Treffer gekostet", sagte der Millwall-Trainer - und meinte das als Kompliment.

Swindon kassierte stattdessen Gelbe Karten wie Souvenirs: Bradshaw (28.), Bosworth (77.) und Carter (84.) sahen Gelb, letzterer sogar Sekunden bevor Teamkollege Santiago de Silva verletzt vom Platz humpelte - der Abend passte einfach zur Laune der Gäste.

Den Schlusspunkt setzte Elliot Lockwood in der 86. Minute. Wieder war Thackeray der Vorbereiter, wieder zirkelte die Flanke präzise, und Lockwood köpfte unbedrängt ein. 3:0 - die Entscheidung, und das Publikum sang sich in einen kleinen Rausch. "Ich wollte einfach zeigen, dass auch Mittelfeldspieler Tore mit dem Kopf machen können", erklärte Lockwood augenzwinkernd.

Swindon-Coach Cheep versuchte nach Abpfiff, Fassung zu bewahren: "Wenn du kaum den Ball hast und trotzdem fast 50 Prozent Ballbesitz bekommst, weißt du: Die Statistik lügt." Er grinste dabei schief, wohl wissend, dass 50 Prozent nur auf dem Papier standen - Millwalls 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe erzählten die wahre Geschichte.

Trainer Crocket dagegen blieb bodenständig: "Wir haben gut gespielt, aber vielleicht noch zwei Tore liegen lassen. Benjamin Fryer hat schon gefragt, ob er beim nächsten Mal drei machen darf."

Am Ende war es ein klarer, verdienter Sieg eines Teams, das seine Offensivfreude mit eiserner Disziplin kombinierte. Millwall bleibt damit im oberen Tabellenfeld und schickt Swindon mit mehr Fragen als Antworten nach Hause.

Oder, um es mit den Worten eines Fans zu sagen, der nach Abpfiff am Ausgang lauthals rief: "Das war nicht Fußball - das war eine Tanzstunde!" Und irgendwie hatte er recht.

07.09.643987 18:35
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