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Millwall schockt die Devils - späte Wende im Old Trafford

56936 Zuschauer atmeten tief durch, als der Schlusspfiff ertönte: Manchester Devils 1, FC Millwall 2. Ein Ergebnis, das so mancher Fan der Heimelf wohl für einen Tippfehler gehalten hätte - doch es war bittere Realität an diesem frostigen Januarabend des 7. Spieltags in der 1. Liga England.

Dabei hatte alles so begonnen, wie man es im Old Trafford (oder einem Stadion, das ihm verdächtig ähnelt) erwarten würde: Die Devils legten los, als wollten sie Millwall gleich in der ersten Viertelstunde in Stücke schießen. Jacob Ross prüfte den Gästekeeper Cameron Huxley bereits in der 2. Minute, Manuel Pastorino und Vincent Boulanger feuerten aus der Distanz. Doch der Ball wollte nicht rein. "Wir hätten in der ersten halben Stunde drei machen müssen", knurrte Devils-Trainer Reto Klopfenstein später. "Aber das Tor war heute offenbar allergisch gegen Rot."

Millwall dagegen zeigte, dass man auch mit 50,6 Prozent Ballbesitz und nur neun Torschüssen Geschichte schreiben kann. Es war kein Feuerwerk, sondern eher ein kontrolliertes Glimmen - bis Benjamin Fryer in der 54. Minute plötzlich die Fackel zündete. Ein Pass vom erfahrenen Robert Bancroft, ein schneller Antritt, ein trockener Schuss ins lange Eck: 0:1. Fryer jubelte verhalten, als wisse er, dass das Publikum gerade kollektiv die Realität überprüfte. "Ich wollte einfach zeigen, dass wir nicht nur zum Verteidigen hier sind", sagte der junge Mittelstürmer mit einem Grinsen.

Die Devils antworteten mit Wut und 18 Torschüssen insgesamt - ein Wert, der in der Statistik gut aussieht, aber auf der Anzeigetafel wenig nützt. Besonders Asen Christow tat sich hervor: vier Schüsse in 15 Minuten, alle ohne Happy End. Und als Millwall sich schon in die Defensive kuschelte, kam der Moment des Hoffnungsschimmers: 77. Minute, Logan Nolan. Pastorino steckte durch, Nolan drehte sich einmal um die eigene Achse und schlenzte den Ball ins Netz. 1:1. Das Stadion bebte, Klopfenstein riss die Arme hoch, und man glaubte, die Partie würde jetzt kippen.

Doch der Fußball, dieses launische Biest, hatte andere Pläne. Nur sechs Minuten später - Millwall hatte gerade zwei Spieler ausgetauscht, unter anderem den jungen Riley Charpentier für ein frisches Mittelfeld - war es eben jener Charpentier, der mit einem platzierten Schuss aus 20 Metern den Ball unhaltbar unter die Latte jagte. 83. Minute, 1:2. Der Gästeblock explodierte, und Trainer Sonny Crocket grinste wie ein Mann, der gerade im Kasino den Jackpot gezogen hat. "Ich hab Riley gesagt: Wenn du reinkommst, spiel mutig. Ich meinte eigentlich: Pass den Ball weiter. Aber gut - ich beschwer mich nicht", kommentierte Crocket trocken.

Die Devils warfen in den letzten Minuten alles nach vorn. Mika Kuqi, frisch für Jacob Ross eingewechselt, kam in der 89. Minute noch zu einer Riesenchance, doch Huxley fischte den Ball aus dem Winkel. Die Statistik sprach am Ende eine bittere Sprache: 18:9 Schüsse, 49 zu 51 Prozent Ballbesitz, bessere Zweikampfquote - und trotzdem null Punkte. "Das ist Fußball in seiner grausamsten Form", meinte Christopher Bancroft und fügte mit einem müden Lächeln hinzu: "Vielleicht sollten wir einfach weniger schießen, dann klappt’s mit dem Gewinnen."

Millwall hingegen feierte einen dieser Siege, die Trainer in Pressekonferenzen "reif und clever" nennen. "Wir haben gelitten, ja", gab Crocket zu. "Aber manchmal ist Leiden der schönste Weg zum Erfolg." Der Satz wäre kitschig gewesen, hätte er nicht so verdammt recht behalten.

Während die Devils-Fans nach Abpfiff missmutig in die kalte Nacht stapften, hallte aus dem Gästebereich Gesang (über den wir aus Urheberrechtsgründen hier schweigen müssen). Millwall hatte den Favoriten aus Manchester geschlagen - mit Mut, Effizienz und einer Prise Glück.

Klopfenstein indes versprach Besserung: "Wir werden das analysieren, und dann treffen die Jungs wieder. Irgendwann. Hoffentlich vor Weihnachten."

Ein sarkastisches Lächeln, ein Händedruck, und schon war der Trainer verschwunden. Vielleicht, um nachzusehen, ob die Latte im Training künftig tiefer hängt.

Denn eines ist sicher: Wer 18 Mal aufs Tor schießt und trotzdem verliert, braucht keine neue Taktik - sondern einen Exorzisten.

29.03.643987 16:46
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Ich habe nur immer meinen Finger in Wunden gelegt, die sonst unter den Tisch gekehrt worden wären.
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