Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Mlados Lucani trotzt Banja Luka ein spätes 1:1 ab

Es war ein frostiger Abend in Lucani, doch was sich am 15. Spieltag der serbischen Superliga zwischen Mlados Lucani und Banja Luka abspielte, hatte durchaus das Potenzial, die Finger der 35 577 Zuschauer aufzuwärmen - wenn auch eher durch nervöses Zittern als durch Begeisterungsstürme. Am Ende hieß es 1:1 (0:1), ein Ergebnis, das beiden Teams nicht wirklich weiterhilft, aber immerhin niemanden ins Unglück stürzt.

Die Partie begann, wie sie endete: mit viel Engagement und wenig Präzision. Mlados Lucani, von Trainer Du Dado gewohnt taktisch ausgewogen eingestellt, versuchte den Ball in den eigenen Reihen zu halten - immerhin 51 Prozent Ballbesitz sprechen dafür -, während Banja Luka mit der offensiven Flügelstrategie von Coach Stojko Blombovic auf schnelle Angriffe setzte. Schon früh prüfte Domingo Granero (9. Minute) den Heimtorwart Dusko Drageljevic, der sich sichtlich darüber freute, endlich etwas zu tun zu bekommen.

"Ich hatte kalte Hände, da kam der Schuss ganz gelegen", witzelte der Keeper später mit einem Augenzwinkern.

Banja Luka blieb am Drücker: Tosic (16.) und Andrade (17.) verfehlten das Ziel knapp, ehe der 18-jährige Zvonimir Trkulja in der 39. Minute das machte, was alle anderen bis dahin verpasst hatten - er traf. Nach präzisem Zuspiel von Adam Miller zog der Teenager trocken ab, und Drageljevic konnte nur noch den Kopf schütteln. "Er hat geschossen, als ich noch überlegte, ob er wirklich schießen würde", bekannte der Torhüter ehrlich.

Mit dem 0:1 ging es in die Pause, und während Blombovic zufrieden an seinem Schal zupfte, sah man Du Dado mit einem Gesichtsausdruck, der irgendwo zwischen "nicht schlecht" und "nicht wieder so" lag. Zur zweiten Halbzeit brachte er den erfahrenen Aleksandar Koroman (33) und Bernard Boulanger, zwei Spieler, die "nach Bier und Erfahrung riechen", wie Dado lachend meinte.

Der Plan schien zunächst nicht aufzugehen. Banja Luka hatte weiter die klareren Chancen - Granero (52., 60.) und der unermüdliche Trkulja (66., 67., 91.) tauchten immer wieder gefährlich vor dem Tor auf. Doch Mlados Lucani blieb zäh, und der junge Dejan Melunovic, gerade einmal 17, brachte frischen Schwung auf der linken Seite.

In der 74. Minute war es schließlich so weit: Jakob Naumann, der sich bis dahin eher als Sammler vergeblicher Abschlüsse hervorgetan hatte, stand nach einer butterweichen Flanke von Rechtsverteidiger Fabio Jemez goldrichtig und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie - 1:1! Das Stadion explodierte, und Naumann rannte jubelnd zu Trainer Dado, der kurzerhand vergaß, dass er eigentlich cool bleiben wollte. "Ich hab ihm gesagt, er soll da stehen, wo’s wehtut", grinste Dado später. "Hat er gemacht - und wurde belohnt."

Banja Luka versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, aber die Präzision ging verloren. Adam Miller zirkelte in der 84. Minute den Ball über die Latte, womöglich aus Frust über den vergebenen Sieg. In der Nachspielzeit kam noch einmal Trkulja zum Abschluss, doch der Ball landete in den Armen von Drageljevic - sinnbildlich für ein Spiel, das viele Chancen, aber wenig Zählbares bot.

Auch die Statistik erzählte die Geschichte eines Gleichgewichts im Chaos: 14 Torschüsse für Banja Luka, 11 für Mlados Lucani, dazu ein fast ausgeglichener Ballbesitz. Nur die Zweikampfquote sprach leicht für die Gäste (52 Prozent), die sich mit aggressiver Spielweise und viel Laufarbeit präsentierten.

Nach dem Abpfiff war Coach Blombovic sichtlich unzufrieden. "Wir hätten gewinnen müssen. Wir haben das Spiel kontrolliert, aber vergessen, Tore zu machen. Vielleicht hat der Schiedsrichter auch vergessen, dass Nachspielzeit keine Pause ist", knurrte er, während er in Richtung Kabine stapfte.

Naumann hingegen freute sich über seinen Treffer: "Ich wollte einfach mal den Kopf ausschalten. Hat funktioniert." Ein Satz, der auch über das ganze Spiel hätte stehen können.

So bleibt am Ende ein gerechtes 1:1, das beiden Seiten das Gefühl gibt, etwas erreicht zu haben, ohne genau zu wissen, was. Mlados Lucani beweist Moral, Banja Luka zeigt Potenzial - und die Zuschauer? Die gingen heim, um sich aufzuwärmen und darüber zu streiten, ob Naumanns Tor nun schön oder einfach nur notwendig war.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn wir schon nicht gewinnen, dann wenigstens so, dass man drüber redet." Und das, so scheint es, ist in Lucani fast schon ein Sieg.

30.06.643987 06:50
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Giovanni Trappatoni
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