Noticiero VeneVision
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Monagas SC schießt sich in den Januarrausch - 4:2 gegen Real Caracas

Ein Montagabend in Maturín, 43.377 Zuschauer, tropische Luft und ein Spiel, das so viel Feuer hatte wie ein Grillabend nach zu viel Rum: Monagas SC besiegt Real Caracas mit 4:2 und liefert dabei ein Schauspiel aus Leidenschaft, Chaos und taktischem Wagemut. Trainer Hans Wurst, der Mann mit dem wohl deutschesten Namen der venezolanischen Liga, grinste nach dem Schlusspfiff zufrieden: "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben - aber bitte mit Toren. Hat ja geklappt."

Schon nach acht Minuten bebte das Estadio Monumental. Rechtsverteidiger Silvestre Veloso - sonst eher bekannt für rustikale Grätschen als für filigrane Abschlüsse - zimmerte den Ball nach Vorarbeit von Pedro Enriquez humorlos unter die Latte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Veloso später zu, "aber dann dachte ich: Ach, was soll’s."

Doch Real Caracas antwortete postwendend. In der 16. Minute zeigte Artur Kraft, warum er seinen Namen nicht ohne Grund trägt. Nach Vorlage von Silvestre Pauleta zog der bullige Linksaußen unwiderstehlich nach innen und traf - Ausgleich. Trainer King Lui (und ja, er heißt wirklich so) brüllte von der Seitenlinie: "Siehst du, Artur, geht doch, wenn du nicht über den Ball steigst!"

Das Tor schien Monagas kaum zu beeindrucken. Innenverteidiger Bernardo Sainz stieg in der 25. Minute nach einer Ecke höher als alle anderen und köpfte zum 2:1 ein. Wieder hatte Enriquez seine Füße im Spiel - offenbar der Mann mit der goldenen Flanke an diesem Abend. "Ich habe einfach gezielt, wo keiner stand", grinste der Vorlagengeber.

Sieben Minuten später legte Stanislaw Domowtschijski nach. Der bullige Rechtsaußen verwertete eine feine Ablage von Mario Rocha zum 3:1 - und feierte mit einem improvisierten Tanz, der irgendwo zwischen Salsa und Stolpern lag. Der Stadionsprecher verkündete das Tor kaum, da raunte ein Fan hinter mir: "Wenn er so tanzt wie er spielt, ist das gefährlich."

Kurz vor der Pause meldete sich erneut Artur Kraft zu Wort - diesmal mit einem satten Linksschuss zum 3:2. Real Caracas blieb dran, obwohl sie mit etwas mehr Ballbesitz (52 Prozent) nicht unbedingt die klar bessere Mannschaft waren. "Wir spielen den Ball schön, aber der Ball will uns heute nicht", seufzte Trainer Lui in der Halbzeitpause - ein Satz, den man sich auf T-Shirts drucken könnte.

Die zweite Hälfte begann deutlich ruhiger. Monagas verwaltete, Real Caracas versuchte, aber kam kaum durch. 13 Torschüsse der Hausherren standen am Ende 10 von Caracas gegenüber - ein Beweis, dass Effektivität manchmal mehr zählt als Statistik.

In der 70. Minute brachte Wurst frisches Blut: Juan Pablo Gama ersetzte den müden Ingo Vaz, und kurz darauf musste auch der angeschlagene Mario Rocha runter. "Ich hab’ nur kurz Sternchen gesehen", erklärte Rocha später, "aber der Trainer meinte, das sei kein Taktikwechsel, sondern Selbsterhaltung."

Caracas wechselte ebenfalls doppelt, brachte den jungen Joaquin Domingos und Marcio Galvez - doch der erhoffte Impuls blieb aus. Zwar hatten sie noch Chancen (Domingos in der 82. Minute, knapp drüber), aber Monagas stand stabil.

Und dann kam wieder Veloso. 89. Minute, ein Abpraller, der Ball liegt frei, und der Rechtsverteidiger denkt sich: Warum nicht nochmal? Diesmal gezielt, diesmal gewollt, diesmal drin. Das 4:2 besiegelte den Triumph und machte Veloso zum unwahrscheinlichen Helden des Abends. "Zwei Tore? Ich hoffe, der Trainer lässt mich jetzt auch mal Freistöße schießen", sagte er mit einem Grinsen, das selbst die Flutlichtlampen erhellte.

Am Ende ein verdienter Sieg für Monagas SC, auch wenn das Spiel in Phasen so wild war wie ein Karnevalsumzug ohne Richtung. Die Aggressivität stimmte (zwei Gelbe Karten für Clarke und Sainz), der Einsatz ebenso. Hans Wurst lobte sein Team: "Wir haben offensiv gespielt, mutig, mit kurzen Pässen - fast so, wie ich’s in der Theorie mal gelernt habe."

Real Caracas hingegen musste sich eingestehen, dass eine offensive Grundhaltung allein keine Punkte garantiert. "Wir haben Flügel, aber heute sind wir nicht geflogen", meinte Kapitän Vitorino Martins trocken.

So bleibt Monagas SC nach diesem 4:2 im Aufwind, während Real Caracas noch nach der Balance zwischen Angriffslust und Abwehrchaos sucht. Und irgendwo in der Kabine summt Veloso wahrscheinlich schon: "Zwei Tore, ein Rechtsverteidiger - wer hätte das gedacht?"

Epilog eines launigen Fußballabends: Wenn ein Verteidiger doppelt trifft, ein Trainer Wurst heißt und 43.000 Fans Samba tanzen - dann weiß man, Fußball ist manchmal besser als jede Soap.

17.03.643987 21:34
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