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Landesliga 7 | 18. Spieltag | 05.10.26 | SV Holthausen - Mönchengladbach 1:2 Das Spiel begann mit einem kleinen Feuerwerk, allerdings ohne Rauch und Pyrotechnik, dafür mit Fußballschuhen. Bereits nach einer Minute prüfte Holthausens Maurice Wild den Gladbacher Torhüter Benjamin Bancroft. Simon Hofmann legte in der fünften und zehnten Minute nach, Wild schoss kurz darauf erneut. Die Gastgeber standen offensiv, wie es ihre taktische Ausrichtung versprach, und schoben die Gäste früh in deren Hälfte. Nur beim Pressing hielt sich Holthausen vornehm zurück - vermutlich aus Rücksicht auf die Nachtruhe der Nachbarschaft. Mönchengladbach blieb bei seiner ausgewogenen Spielweise und wartete geduldig auf die Lücke. In der 34. Minute war sie da: Sascha Petersen nahm Maß und brachte die Gäste mit 1:0 in Führung. Der 18-jährige linke Mittelfeldspieler hatte bereits zuvor Torgefahr ausgestrahlt und belohnte sich nun für seinen auffälligen Auftritt. "Ich habe nicht lange überlegt. Wenn man zu viel nachdenkt, ist der Ball meistens schon beim Gegner", soll Petersen nach dem Spiel gesagt haben. Holthausen antwortete sieben Minuten später. Bernd Ahrens, Innenverteidiger und an diesem Abend auffällig torhungrig, traf in der 41. Minute zum 1:1. Tim Fleischer hatte die Szene vorbereitet. Ahrens hatte kurz zuvor bereits selbst auf das Tor geschossen - offenbar wollte er sicherstellen, dass diesmal wirklich niemand mehr dazwischenkam. Die 1:1-Pausenführung war angesichts des ausgeglichenen Spiels folgerichtig. "Wir hatten den Ball, aber Mönchengladbach hatte die besseren Momente", bilanzierte ein Holthausener Spieler in der Kabine, während neben ihm jemand mit ernster Miene einen Getränkebecher suchte. Die Zahlen bestätigten den Eindruck nur teilweise: Holthausen kam auf 53,9 Prozent Ballbesitz, Mönchengladbach auf 46,1 Prozent. Bei den Torschüssen herrschte dagegen vollkommene Gleichheit: zwölf auf beiden Seiten. Ein Unentschieden in der Statistik, aber leider kein Unentschieden auf der Anzeigetafel. Nach dem Seitenwechsel blieb Holthausen offensiv ausgerichtet. Wild, Hofmann und später Philip Noll suchten den Abschluss, doch Mönchengladbach verteidigte aufmerksam. In den Zweikämpfen hatten die Gäste mit einer Quote von 51,4 Prozent leicht die Nase vorn. Trainer Orlando bewies zudem ein gutes Händchen: In der 63. Minute ersetzte Björn Bloch Hanns Hase, drei Minuten später kamen Claus Vetter und Ramon Jorge in die Partie. Ausgerechnet Hase, der kurz darauf vom Platz ging, hatte zuvor noch seinen großen Moment. In der 69. Minute erzielte der 17-jährige Innenverteidiger nach Vorarbeit von Heidar Lindstrom das 2:1 für Mönchengladbach. Ein Abwehrspieler als entscheidender Torschütze - der Fußball liebt solche kleinen Unordnungen. "Ich wollte eigentlich nur richtig stehen", sagte Hase angeblich. "Dann stand ich plötzlich richtig gut." Holthausen warf in der Schlussphase alles nach vorn. Wild versuchte es in der 87. Minute noch einmal, Mönchengladbachs Petersen sah in der 80. Minute Gelb. Doch die Gäste brachten den Vorsprung über die Zeit. Coach Orlando zeigte sich erleichtert: "Wir haben nicht glänzen müssen. Heute hat es gereicht, cleverer zu sein." So blieb Holthausen trotz mehr Ballbesitz und zwölf Abschlüssen nur die Erkenntnis, dass Fußball kein Seminar über Besitzverhältnisse ist. Mönchengladbach nahm drei Punkte mit - und Holthausen immerhin die Gewissheit, dass selbst ein Montagabend in der Landesliga erstaunlich viel Drama verträgt. 05.10.2026 20:54 |
Sprücheklopfer
Schach ist für mich neben Fußball der schönste Sport, weil es aufgrund der Figuren auch ein Mannschaftssport ist.
Felix Magath