Dagbladet
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Naots goldener Moment: Trondheim ringt Stavanger nieder

Eliteserien | 10. Spieltag | 14.07.26 | Morkebla Stavanger - Trondheim BK 0:1

Ein lauer Sommerabend in Stavanger, 15.395 Zuschauer, der Himmel so friedlich wie das Spiel zunächst hektisch war - und am Ende jubelt nur einer: Shimon Naot. Der 33-jährige Mittelstürmer von Trondheim BK erzielte das einzige Tor einer Partie, die weniger durch spielerische Finesse als durch nordische Hartnäckigkeit glänzte. 0:1 hieß es nach 90 Minuten - und Morkebla Stavanger wird sich noch eine Weile fragen, wie man ein Fußballspiel verlieren kann, ohne es je richtig aus der Hand gegeben zu haben.

Trondheim kam mit offensiver Ausrichtung, Coach Uwe Kämmerer hatte seinen Männern offenbar eingebläut, dass man in Stavanger keine Souvenirs, sondern Punkte mitnimmt. Schon in der ersten Minute prüfte Urban Bengtsson den jungen Keeper Solveig Flo mit einem satten Linksschuss - eine Szene, die den Takt vorgab. Die Gäste feuerten aus allen Lagen (18 Torschüsse insgesamt), während Stavanger mit sechs Versuchen eher auf Sparflamme blieb. Dennoch schien das Spiel lange offen, weil die Hausherren mit fast 49 Prozent Ballbesitz und viel Laufarbeit dagegenhielten.

"Wir wollten kompakt stehen und dann Nadelstiche setzen", erklärte Morkebla-Trainer (Name fehlte, aber vermutlich ein Mann mit Sorgenfalten) nach dem Spiel. "Das hat bis Minute 40 gut funktioniert - danach leider nicht mehr."

Denn da schlug Trondheim zu. Ein schneller Angriff über rechts, Tom Bruns sprintete die Linie entlang, flankte präzise in den Strafraum, und Shimon Naot tat, was Mittelstürmer in Lehrbüchern tun - er hielt den Fuß hin. 1:0, eiskalt. "Ich habe nur gehofft, dass Tom die Flanke nicht wieder in die Wolken jagt", grinste Naot hinterher. Bruns konterte lachend: "Ich wollte eigentlich schießen."

Stavanger wachte auf, aber mehr als ein paar harmlose Distanzversuche von Martin Giske und Alex Mantecon sprangen nicht heraus. Giske holte sich immerhin in der 67. Minute eine Verwarnung ab - wohl aus Frust, dass seine Schüsse immer dort landeten, wo Torhüter Jay Neil bereits wartete. "Ich dachte, der Ball sei drin, bis ich gesehen habe, dass Neil ihn mit einem Bein, einem Arm und wahrscheinlich seinem Stolz gehalten hat", schimpfte Giske später mit einem Augenzwinkern.

Zur Pause blieb Trondheim seiner Linie treu: offensiv, aber kontrolliert. Kein wildes Pressing, kein übertriebener Aktionismus - einfach solides Fußballhandwerk. Kämmerer, der an der Seitenlinie eher wie ein Dirigent als wie ein Coach wirkte, kommentierte: "Manchmal ist weniger mehr. Unsere Jungs wissen, wann sie nicht rennen müssen."

In der zweiten Halbzeit war Stavanger bemüht, aber nie wirklich gefährlich. Jorgen Giske (52. und 70. Minute) hatte zwei Chancen, die beide nicht den Weg ins Netz fanden. Wer genau hinsah, konnte sehen, wie Trainer Kämmerer bei der zweiten Szene kurz die Augen schloss - vermutlich mehr aus Langeweile als aus Angst.

Trondheim hingegen blieb zielstrebig. Suarez, Callahan, Rose - sie alle probierten es, aber entweder fehlte der letzte Pass oder Flo rettete mit erstaunlicher Ruhe. Der 20-jährige Keeper war der Lichtblick im Team der Gastgeber. "Wenn er so weitermacht, ist er bald nicht mehr lange bei uns", murmelte ein Fan auf der Tribüne, während er sein zweites Hotdog-Papier wegwarf.

Die Härte hielt sich im Rahmen, auch wenn Tryggve Hareide (59.) und Martin Giske (67.) Gelb sahen - beide für Fouls, die man in Norwegen wohl als "robuste Umarmung" bezeichnet. Auf der Gegenseite kassierte Trondheims Julian Bischoff kurz vor Schluss ebenfalls Gelb, nachdem er den Ball weit ins Aus drosch, als hätte er gerade eine persönliche Rechnung mit der Eckfahne offen.

Statistisch war der Sieg verdient: 18 Torschüsse, knapp 51 Prozent Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe (54,9 Prozent) - Trondheim war in fast allen Belangen überlegen. Doch wie so oft im Fußball: Das Ergebnis täuscht über die Mühen hinweg. Ein zweites Tor hätte dem Spiel gutgetan, vielleicht auch den Fans, die spätestens ab der 75. Minute mehr Interesse an den Stadionwürsten als am Feldgeschehen zeigten.

"Ein Arbeitssieg", nannte es Kämmerer nüchtern. Naot hingegen grinste: "Ein schönes Tor in einem hässlichen Spiel - das zählt doppelt."

Und so verließ Trondheim BK das Stadion mit drei Punkten im Gepäck und einem Gefühl zwischen Zufriedenheit und Erleichterung. Stavanger dagegen blieb nur der Applaus der eigenen Fans - und die Erkenntnis, dass Fußball manchmal eben kein Schönheitswettbewerb ist.

Oder, wie ein alter Zuschauer beim Hinausgehen brummte: "Manchmal gewinnt einfach der, der den Ball wenigstens einmal richtig trifft." Dem ist nichts hinzuzufügen.

14.07.2026 21:09
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Wenn ich über das Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker, nicht mal schwimmen kann er.
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