Jornal do Brasil
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Natal ABC schlägt UD Santos mit frühem Paukenschlag und kühlem Kopf

Wenn 30.099 Zuschauer schon in der vierten Minute aufspringen, dann hat jemand etwas richtig gemacht - und dieser Jemand hieß an diesem Abend Harald Gunnarsson. Der bullige Linksaußen von Natal ABC traf nach einem butterweichen Pass von Caio Carvalho zum frühen 1:0 und sorgte dafür, dass das Estádio das Dunas in Natal vibrierte, als wäre es Karneval. Am Ende hieß es 2:0 (1:0) gegen UD Santos - ein Ergebnis, das auf dem Papier souverän aussieht, in Wahrheit aber eine kleine Abwehrschlacht mit gelegentlichem Nervenkitzel war.

Trainer Hjjjj Ghhh, der sonst nicht unbedingt als Freund großer Emotionen gilt, grinste nach dem Abpfiff: "Ich habe Harald gesagt, er soll einfach mal draufhalten, bevor er wieder überlegt, ob er lieber passt oder Kaffee trinken geht." Gunnarsson nahm’s sportlich: "Ich wollte ja eigentlich flanken. Aber wenn der Ball dann reingeht, beschwert sich keiner."

Das Spiel begann furios, aber nicht für alle Beteiligten angenehm. UD Santos’ junger Linksverteidiger Nelio Frechaut sah schon nach acht Minuten Gelb - und in der 67. Minute dann auch Gelb-Rot. "Ich schwöre, ich habe ihn gar nicht berührt", protestierte er noch, während er vom Platz stapfte. Trainer Brasilia Santos fasste sich an die Stirn und murmelte etwas, das nach "Das ist doch kein Yoga!" klang.

Dabei war sein Team keineswegs chancenlos. UD Santos verbuchte ganze 14 Torschüsse - doppelt so viele wie Natal ABC. Doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Mal war Torwart Humberto Barros da, mal die Latte, mal schlicht das Pech. Besonders Rafael Silva dürfte noch im Schlaf an seinen vergebenen Chancen aus der 48. und 52. Minute denken. "Der Ball war rund, aber mein Kopf wohl eckig", sagte er nach dem Spiel sarkastisch.

Natal ABC hingegen nutzte seine Chancen eiskalt. Nach dem frühen 1:0 hatte die Mannschaft zwar weniger Spielanteile (nur 53 Prozent Ballbesitz), aber jede Aktion wirkte überlegt. In der 66. Minute schließlich der zweite Treffer: Ingo Ortega, der flinke Rechtsaußen, verwertete eine präzise Flanke von Linksverteidiger Humberto Semedo. 2:0 - ein Tor wie aus dem Lehrbuch, und das kurz bevor Frechaut wieder für Unruhe sorgte.

Was folgte, war eine Mischung aus Abwehrkampf und Konterfußball. Natal ABC zog sich zurück, UD Santos drückte, doch ohne den letzten Biss. "Wir haben viel geschossen, aber offenbar gegen eine Wand", meinte Mittelfeldspieler Ralph Frei, während er sich die Schuhe auszog.

Die Statistik zeigte ein schiefes Bild: Mehr Torschüsse für Santos, mehr Ballbesitz für Natal ABC, aber das Ergebnis sprach eine klare Sprache. Manchmal gewinnt eben nicht die Mannschaft mit der schöneren Statistik, sondern die mit den besseren Nerven. "Man nennt das Effizienz", sagte Coach Ghhh trocken. "Oder Glück. Je nachdem, auf welcher Seite man steht."

In der Schlussphase wurde es noch einmal hitzig. Gunnarsson kassierte in der 68. Minute Gelb, weil er den Ball nach einem Pfiff demonstrativ in die Wolken drosch - ein klassischer Fall von "zu viel Adrenalin". Rechtsverteidiger Edmund Neufeld holte sich in der 87. Minute ebenfalls den gelben Karton ab, nachdem er einen Gegenspieler mit einem rustikalen "Hier kommst du nicht vorbei"-Tackling stoppte. "Ich wollte ihm nur beim Fallen helfen", erklärte Neufeld hinterher mit einem Grinsen.

Nach dem Abpfiff jubelte Natal ABC, während UD Santos wortlos in die Kabine verschwand. Die Heimfans sangen, tanzten und forderten lautstark Freibier - was allerdings vom Sicherheitsdienst höflich, aber bestimmt ignoriert wurde.

"Das war ein Spiel, das man nicht jeden Tag sieht", resümierte ein Zuschauer auf der Tribüne. "Früh getroffen, hinten dichtgemacht, und die anderen haben geschossen, als gäbe es Bonuspunkte fürs Vorbeizielen." Treffender lässt sich dieser Abend kaum zusammenfassen.

Am Ende bleibt: Natal ABC bleibt zu Hause eine Macht, UD Santos muss sich an die eigene Nase fassen - und vielleicht an den Pfosten, der heute zum Erzfeind wurde. Wenn Harald Gunnarsson demnächst wieder flanken will, wird ihm Trainer Ghhh vermutlich einfach zurufen: "Schieß drauf, Junge!" - sicher ist sicher.

29.03.643987 12:05
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