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Nawalka-Gala: Celtic zerlegt Selkirk in der zweiten Halbzeit

Was für ein Abend im Celtic Park! 39.792 Zuschauer erlebten am 21. Spieltag der 1. Liga Schottland ein Torfestival, das zunächst nach einem offenen Schlagabtausch aussah - und dann in ein grün-weißes Feuerwerk mündete. Celtic Glasgow besiegte Selkirk Athletic mit 5:2 (2:2), und der Name des Abends hieß Dennis Nawalka. Vier Tore, ein Hattrick mit Sternchen, und ein Lächeln, das selbst die kühlen Glasgower Flutlichter zum Schmelzen brachte.

Schon nach drei Minuten klingelte es das erste Mal: Ben Shum steckte durch, Nawalka nahm den Ball elegant mit und zimmerte ihn aus spitzem Winkel ins Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste der Vierfach-Torschütze später verschmitzt, "aber wenn’s so reingeht, beschwert sich keiner."

Celtic legte nach, als Jacinto Ferreira in der 20. Minute mit einem butterweichen Pass wieder Nawalka fand - 2:0, die Fans sangen, die Welt war in Ordnung. Doch Selkirk hatte offenbar vor, nicht als Staffage zu dienen. Nur vier Minuten später drosch Linksverteidiger Ryan Sutherland - ja, der Verteidiger! - den Ball nach einer Ecke unter die Latte. "Ich dachte, ich probier’s mal. Schlechter als unser Stürmer kann’s nicht sein", witzelte er später.

Fünf Minuten darauf war das Spiel endgültig auf den Kopf gestellt: Emil Musiala schickte Thierry Devereux mit einem Zuckerpass in die Gasse, und der Franzose vollendete eiskalt zum 2:2. Celtic-Coach Ralf Bücheler schnaubte an der Seitenlinie, während sein Gegenüber Jan Moese in der Coaching-Zone tanzte wie bei einem Volksfest in Selkirk.

Zur Pause war alles offen. Die Statistiker notierten 51 Prozent Ballbesitz für Celtic, 17 Torschüsse, und eine Tacklingquote, die irgendwo zwischen "solide" und "verbissen" lag. Im Presseraum fragte ein Kollege trocken: "Spielen die eigentlich noch Fußball oder schon Dart?"

Doch dann kam Halbzeit zwei - und mit ihr der Moment, in dem die grün-weiße Maschine zündete. In der 49. Minute, nach einem Romero-Freistoß, stieg Innenverteidiger Baltsar Bruun am höchsten und köpfte zum 3:2 ein. "Ich bin eigentlich kein Kopfballungeheuer", sagte er später, "aber heute war ich wohl das Biest aus Helsinki."

Von da an war es ein Spiel auf ein Tor. Celtic spielte, als hätte jemand den Schalter auf "Offensivwahnsinn" gestellt. Selkirks Defensive wackelte, und als in der 79. Minute Vilmos Obitz erst Gelb und neun Minuten später Gelb-Rot sah, war der Widerstand endgültig gebrochen. Trainer Moese kommentierte das lakonisch: "Wir haben jetzt wenigstens zwei Wochen Zeit, das Verteidigen ohne ihn zu üben."

In der 85. Minute schlug Nawalka erneut zu, wieder nach Vorarbeit von Ferreira - 4:2. Und als alle schon die Nachspielzeit herunterzählten, war der Torjäger noch nicht fertig. In der 95. Minute, nach einem Vorstoß von Rechtsverteidiger Eduardo Eximenonis, knallte Nawalka das Leder zum 5:2-Endstand unter die Latte.

"Das war ein Statement", meinte Coach Bücheler später mit einem zufriedenen Nicken. "Wir wollten zeigen, dass wir auch nach einem Rückschlag die Kontrolle behalten können. Und Dennis… naja, der hat wohl beschlossen, heute kein Mensch, sondern eine Naturgewalt zu sein."

Selkirk-Coach Moese hingegen suchte Trost im Galgenhumor: "Wir waren nach dem 2:2 kurz davor, Geschichte zu schreiben. Leider war’s dann eher ein Krimi mit tragischem Ende."

Die Fans feierten noch lange nach Abpfiff. In der Kabine soll Nawalka angeblich gesungen haben, während Kapitän Seidel lachend meinte: "Wenn der noch ein Tor gemacht hätte, hätten wir ihm das Stadion umbenannt."

Fakt ist: Celtic bleibt mit diesem Sieg oben dran, während Selkirk trotz tapferer erster Halbzeit Lehrgeld zahlte. 5:2 klingt deutlich - und war es am Ende auch. Aber die ersten 45 Minuten erinnerten daran, dass Fußball manchmal die schönste Form des Chaos ist.

Oder, wie Bücheler es zusammenfasste, bevor er in die Nacht verschwand: "Wir spielen nicht immer schön, aber meistens erfolgreich. Und heute war’s ausnahmsweise beides."

Ein Abend voller Tore, Witz und Wahnsinn - genau so, wie man es in Glasgow liebt.

19.06.2026 21:52
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