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Neheim ringt Northeim nieder - Pfeifer trifft, Maass fliegt

Ein Flutlichtspiel in der Landesliga 8, 12. Spieltag, 20:15 Uhr, 1697 Zuschauer, die ihre Hände in die Jackentaschen stecken und hoffen, dass jemand aufs Tor schießt. Und sie wurden nicht enttäuscht - jedenfalls in der ersten halben Stunde. SC Neheim schlägt Eintracht Northeim mit 1:0, und dieses eine Tor hatte alles, was ein Provinzkrimi braucht: ein erfahrener Schütze, ein verirrter Ball und ein Torwart, der wohl kurz an den Feierabend dachte.

Die Partie begann, wie man es in der Landesliga liebt: ohne viel Taktikgeschnörkel, aber mit sofortigem Feuer. Schon in der ersten Minute jagte Northeims Jannick Will den Ball Richtung Neheimer Tor - Torwart Claus Maass griff beherzt zu und brüllte: "So nicht, Freunde!" Nach zwei Minuten antwortete SC‑Mittelfeldmotor Ben Heller mit einem Schuss, der allerdings mehr den Mond als das Netz anvisierte.

In der 16. Minute kam dann der Moment des Abends. Karsten Körner, routiniert wie ein Sonntagsangler, zog von links in die Mitte, legte quer, und Lennard Pfeifer, 34 Jahre jung, drosch das Leder flach ins linke Eck. Northeim‑Keeper Andre Nickel war noch in der Bewegung, als der Ball schon hinter ihm einschlug. 1:0 Neheim - ein Treffer aus dem Lehrbuch, das Pfeifer vermutlich selbst geschrieben hat.

"Ich hab’ einfach draufgehalten. Wenn du in dem Alter anfängst zu denken, ist der Moment schon weg", grinste Pfeifer später. Trainer Tim Picke von Northeim hingegen verzog das Gesicht: "Wir haben 14 Schüsse, Neheim 12, Ballbesitz fast ausgeglichen - aber das Runde wollte heute einfach nicht ins Eckige."

Und tatsächlich: Northeim mühte sich redlich, traf aber immer nur den Mann, der zwischen den Pfosten stand. Maass, der Neheimer Keeper, war der heimliche Held des Abends. In der 47. Minute fischte er einen wuchtigen Versuch von Marcel Noack aus dem Winkel, und als Tobias Probst in der 79. Minute völlig frei auftauchte, schien Maass’ Handschuh magnetisch zu wirken. "Ich hab den Ball gar nicht gesehen, aber gehört hab ich ihn", lachte der Torwart später.

Neheim dagegen beschränkte sich nach dem Tor auf das, was man freundlich als "kontrollierte Defensive" bezeichnet. Pfeifer und der junge Rodriguez sorgten mit gelegentlichen Vorstößen für ein paar Herzklopfmomente in der Northeimer Abwehr, aber das Spiel blieb knapp und zäh.

Das Publikum, halb frierend, halb begeistert, erlebte ein Spiel auf Augenhöhe: 49,5 Prozent Ballbesitz für Neheim, 50,5 für Northeim - also quasi Gleichstand auf dem Rasen. Nur eben mit dem kleinen Unterschied, dass Neheim einmal traf. "Das war heute kein Leckerbissen, aber ein ehrlicher Arbeitssieg", kommentierte ein Zuschauer mit Wollmütze und Bier in der Hand.

In der Schlussphase rannten die Gäste wütend an. Bernt Winkler prüfte Maass in der 89. Minute noch ein letztes Mal, doch der blieb cool wie ein Eiszapfen. Northeim spielte zwar "balanced" - so nennt man das heutzutage wohl, wenn man weder vorn noch hinten weiß, wohin der Ball soll - aber letztlich fehlte die eine geniale Idee.

Neheims Trainer, dessen Name sich in den Annalen des Spiels nicht findet, zeigte sich nach Abpfiff zufrieden: "Wir wollten kompakt stehen, das ist uns gelungen. Und wenn Lennard trifft, dann ist sowieso alles gut." Pfeifer, inzwischen umringt von Autogrammjägern, nickte: "Das war Teamarbeit. Körner legt, ich schieße, Maass hält - so einfach ist Fußball manchmal."

Tim Picke hingegen verschwand kopfschüttelnd in den Katakomben. "Wenn man so viele Chancen hat, muss man irgendwann auch mal das Tor treffen", murmelte er, während ein Fan hinter ihm rief: "Kopf hoch, Tim! Nächste Woche geht rein!"

So blieb es beim 1:0 für den SC Neheim, einem Ergebnis, das nüchtern betrachtet knapp, aber verdient war. Northeim hatte mehr vom Spiel, Neheim das Tor - und das ist bekanntlich die einzige Statistik, die zählt.

Am Ende applaudierten die 1697 Zuschauer noch einmal herzlich, während der Stadionsprecher mit heiserer Stimme verkündete: "Drei Punkte bleiben in Neheim!" - und irgendwo im Hintergrund soll Maass gelacht haben.

Ein Spiel also, das man nicht wegen seiner Schönheit, sondern wegen seiner Effizienz in Erinnerung behält. Oder, wie es Pfeifer später zusammenfasste: "Nicht schön, aber selten. Und drei Punkte sind drei Punkte."

Und so endete dieser kühle Februarabend mit einem warmen Gefühl in Neheim: dem süßen, leicht sarkastischen Geschmack eines 1:0‑Sieges.

04.10.643990 13:00
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