// Startseite
| Jamaica News Bulletin |
| +++ Sportzeitung für Jamaica +++ |
|
|
|
Premier League | 9. Spieltag | 13.07.26 | New Green FC - Constant Spring 2:0 Schon in der Anfangsphase war klar, wer an diesem Abend das Heft in der Hand halten würde. Die Gastgeber begannen mit einem Ballbesitz von knapp 54 Prozent und einem munteren Kurzpassspiel, das Constant Spring mehr verwirrte als beschäftigte. In der 10. Minute fiel dann, was sich anbahnte: Der 21-jährige Alfie Robert nahm einen klugen Pass von Joel Robinson auf, zog aus 18 Metern ab, und der Ball zappelte im Netz. "Ich hab einfach draufgehalten", lachte Robert später, "und gehofft, dass Joel mich nicht anschreit, wenn’s drüber geht." Tat er nicht - im Gegenteil, Robinson riss die Arme hoch, als hätte er selbst getroffen. Constant Spring, von Trainer Max Wegner offensiv eingestellt, fand danach besser ins Spiel. Zwischen der 12. und 42. Minute feuerten sie ganze sieben Torschüsse ab, meist über die agilen Flügelspieler Ryan Delmas und Sean Demers. Doch jedes Mal stand da noch Stephane Bouchard, der 35-jährige Keeper der Hausherren, der entweder mit der Ruhe eines Uhrmachers parierte oder einfach im Weg stand. "Ich habe gar nicht viel gesehen", meinte Bouchard augenzwinkernd. "Aber ich hörte das Publikum immer lauter werden, also dachte ich: Jetzt sollte ich wohl springen." In Minute 25 sah Constant-Spring-Verteidiger Dylan Primes Gelb - ein Foul, das man in der Wiederholung eher als "unmotivierten Stolperschritt" bezeichnen würde. Wen schüttelte nur den Kopf, während ihr Gegenüber Wegner wild gestikulierte. "Wir wollten eigentlich nicht so früh auf die Knochen gehen", sagte der Gastcoach hinterher. "Aber manchmal hat der Körper andere Pläne." Zur Pause stand es 1:0, und das war, gemessen an den Chancen, fast schmeichelhaft für die Gäste. New Green FC verzeichnete bis dahin neun Schüsse aufs Tor, Constant Spring sechs. Die zweite Halbzeit begann mit einem kurzen Aufbäumen der Gäste, die mit jugendlicher Frische versuchten, das Spiel zu drehen - spätestens ab der 75. Minute aber eher mit jugendlicher Verzweiflung. Drei Spielerwechsel auf einmal sollten neuen Schwung bringen, darunter der 18-jährige Callum Leblanc im Sturm. Doch Schwung blieb Theorie. New Green blieb ruhig, spielte weiter kontrolliert über Robinson und den 17-jährigen Julien Maurice, der mit seiner Unbekümmertheit die rechte Seite aufmischte. "Der Junge rennt, als hätte er nie etwas von Müdigkeit gehört", schwärmte Trainerin Wen. Maurice lachte nur: "Ich hab Angst, dass sie mich rausnimmt, wenn ich stehenbleibe." In der 81. Minute wurde es kurz hitzig: Benjamin Cromwell kassierte Gelb nach einem etwas zu enthusiastischen Einsatz an der Mittellinie - "Ich wollte nur den Ball treffen", sagte er, "aber der Ball war schneller." Das Publikum nahm’s sportlich, wohl auch, weil die Partie längst entschieden schien. Die endgültige Entscheidung fiel in der Nachspielzeit. Wieder Joel Robinson mit Übersicht, diesmal ein Steilpass auf David Celine, der den Ball mit der Innenseite flach ins linke Eck schob (91.). 2:0 - und das Stadion jubelte, als wäre es der Titel. Robinson, an beiden Toren beteiligt, grinste: "Ich sag’s immer - man muss nur abgeben, wenn’s weh tut." Die Statistik untermauert den Eindruck eines reifen, abgeklärten Heimauftritts: 15 Torschüsse zu 13, leichtes Ballbesitzplus, und eine Tacklingquote, die zwar unter 50 Prozent lag - aber wer braucht schon Zweikampfsiege, wenn man Tore schießt? Constant Spring rannte viel, kämpfte beherzt, doch am Ende fehlte die Präzision. Trainer Wegner brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: "Wir haben gekämpft, aber Fußball ist manchmal wie ein schlechter Witz - der Ball lacht zuletzt." Martina Wen hingegen war sichtlich zufrieden. "Zwei Tore, kein Gegentor, keiner verletzt - das ist für mich ein Montagabendtraum." Und während die Nacht über dem Stadion von New Green FC hereinbrach, blieb das Publikum noch lange. Vielleicht, weil es spürte, dass hier etwas wuchs: Eine Mannschaft, die langsam, aber sicher, an sich glaubt - und an das einfache Prinzip, dass man Spiele gewinnt, indem man Tore schießt. Oder, wie es Bouchard beim Verlassen des Rasens murmelte: "Fußball ist manchmal gar nicht so kompliziert. Man muss nur den Ball festhalten." (Artikelumfang ca. 610 Wörter) 14.07.2026 17:21 |
Sprücheklopfer
Ottmar Hitzfeld ist noch nie auf die Tribüne verbannt worden, ich auch nicht. Aber bei mir wird es sicher nicht mehr lange dauern.
Matthias Sammer