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New Saints zerlegen Bridgend Athletic - 0:4-Demonstration mit Frühstart

Bridgend - Es begann mit einem Paukenschlag und endete mit einem kleinen Fußball-Lehrstück. Die 27.954 Zuschauer im Bridgend Park Stadium hatten sich gerade noch ihren Tee eingeschenkt, da zappelte der Ball schon nach zwei Minuten im Netz der Gastgeber. Ferenc Huszti, eigentlich als rechter Verteidiger bekannt, nutzte die erste Unordnung in der Hintermannschaft von Bridgend Athletic eiskalt aus. Nach einem klugen Zuspiel von Manuel Varela drosch er den Ball aus vollem Lauf in den Winkel - 0:1, und die Hausherren waren noch gar nicht richtig auf dem Platz.

"Ich dachte, wir hätten Anstoß", murmelte Bridgend-Coach Jiri Hartl später halb im Scherz, halb im Ärger. Sein Team fand zwar im Laufe der ersten Halbzeit etwas besser in die Partie, hatte sogar mehr Ballbesitz (54 Prozent), doch gegen die zielstrebigen Gäste des FC New Saints wirkte das Spiel der Waliser oft wie ein Versuch, Wasser mit einem Sieb zu tragen.

Der FC New Saints, trainiert von Mahoni Meloni, spielte mit der typischen Mischung aus Disziplin und Angriffslust. Schon früh war klar: Die Saints wollten keine Punkte teilen. "Wir wussten, dass Bridgend gerne lange Bälle spielt", erklärte Meloni nach dem Spiel. "Das ist schön für Statistiken, aber nicht für Ergebnisse."

Nach dem frühen Rückstand mühte sich Bridgend, fand aber kaum Lücken. Ein Freistoß von Andrew Marshal aus 25 Metern (4. Minute) ging knapp vorbei, und Callum Caviness scheiterte in der 65. Minute am glänzend reagierenden Saints-Keeper Theo Prinsloo. Doch die echten Chancen gehörten den Gästen: Joel Kinmont und Ryan Latham beschäftigten die Abwehr der Hausherren unablässig.

In der 54. Minute fiel die Vorentscheidung: Latham traf nach schöner Kombination über die rechte Seite, vorbereitet vom eingewechselten Alfie Haddock. Es war ein Angriff wie aus dem Lehrbuch - schnörkellos, direkt, und Bridgend schaute zu. "Manchmal muss man einfach zusehen, wie andere besser Fußball spielen", sagte Bridgend-Kapitän Igor Corazza mit einem gequälten Lächeln.

Danach schien das Spiel endgültig in Richtung Lehrstunde abzudriften. Meloni wechselte fröhlich durch, brachte mit den Youngsters Lewis Young (18) und Samuel Crichton frische Beine. Und die Teenager zahlten das Vertrauen prompt zurück: In der 72. Minute kombinierte sich Young durch die Mitte, legte auf Joel Kinmont ab, der eiskalt zum 0:3 einschob.

Fünf Minuten später setzte Ryan Latham nach, schnappte sich einen Abpraller nach einer Ecke und schweißte den Ball unhaltbar unter die Latte - 0:4. Der Rest war Schaulaufen. "Ich hätte am liebsten noch ein fünftes gemacht", grinste Latham nach Abpfiff, "aber der Trainer meinte, ich soll mir ein bisschen Energie fürs nächste Mal aufsparen."

Die Statistiken passten nicht so recht zum Endstand: mehr Ballbesitz, aber weniger Effektivität für Bridgend (5 Torschüsse zu 13). Der Unterschied lag nicht in der Quantität, sondern in der Qualität - die Saints schossen, wenn’s Sinn ergab, und trafen, wenn’s wehtat.

In der Nachspielzeit hätte James Devaney wenigstens den Ehrentreffer erzielen können, doch sein Kopfball landete direkt in den Armen von Prinsloo. Kurz darauf pfiff der Schiedsrichter ab - und man hatte den Eindruck, dass Bridgend darüber gar nicht so unglücklich war.

Trainer Hartl fasste die 90 Minuten trocken zusammen: "Wir hatten einen Plan. Leider hat der Gegner ihn gelesen - und verbessert." Die Fans quittierten den Auftritt ihrer Mannschaft trotzdem mit Applaus; vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Hoffnung.

Auf der anderen Seite feierten die New Saints ausgelassen. Meloni, sonst ein eher ruhiger Zeitgenosse, gönnte sich ein breites Grinsen: "Offensiv, aggressiv, effizient - so stelle ich mir Fußball vor. Nur schade, dass wir dafür nach Bridgend mussten, um’s zu zeigen."

Am Ende stand ein 0:4, das deutlicher war, als es die nackten Zahlen vermuten lassen. Bridgend Athletic wirkte bemüht, aber überfordert, während die New Saints ihre Chancen mit chirurgischer Präzision verwerteten. Vier Tore von drei verschiedenen Schützen - Huszti, Latham (zweimal) und Kinmont - erzählen eine Geschichte von Effektivität, Organisation und Spielfreude.

Und irgendwo auf der Tribüne summte ein Bridgend-Fan resigniert: "Immerhin sind wir beim Ballbesitz Tabellenführer." Ein Satz, der an diesem Abend wohl kaum tröstete - aber immerhin Humor bewies.

Nächste Woche geht’s weiter. Für Bridgend hoffentlich mit weniger Lehrbuch und mehr Leidenschaft. Für die New Saints? Vielleicht einfach so weitermachen.

20.04.643987 08:41
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