Fanatik
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Nilüferspor verspielt frühen Doppelschlag - Lazika SK feiert jugendliche Aufholjagd

Ein lauer Sommerabend in Bursa, 29.422 Fans im Stadion, und schon in der ersten Minute dröhnte der Jubel durchs weite Rund. Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, da zappelte der Ball auch schon im Netz: Sercan Aziz, der zentrale Mittelfeldstratege von Bursa Nilüferspor, zog nach einem beherzten Vorstoß von Mevlut Ates ab - 1:0. "Ich wollte eigentlich nur den Ball sichern", grinste Aziz danach, "aber wenn er schon so schön vor die Füße fällt…"

Wer da noch seinen Sitz suchte, verpasste gleich das zweite Spektakel: Nur fünf Minuten später staubte Marco Djalo nach einer Hereingabe von Rechtsverteidiger Valentin Radoi ab - 2:0 in der sechsten Minute. Bursa schien auf Kurs, das Spiel in ein Schaulaufen zu verwandeln. Die Heimfans stimmten Gesänge an, während Trainerbank und Ersatzspieler schon mit der Trinkflasche prosteten.

Doch Lazika SK, trainiert vom stets leidenschaftlichen Stahl Ergül, hatte offensichtlich keine Lust, als Statist aufzutreten. "Ich hab meinen Jungs gesagt: Wenn wir schon hier sind, können wir auch Fußball spielen", meinte Ergül mit einem schiefen Lächeln. Und so kam, was kommen musste: In der 19. Minute schickte Innenverteidiger Vahap Özmen einen butterweichen Pass in den Lauf von Oliver Greiner. Der 32-Jährige nahm Maß und schlenzte den Ball ins rechte Eck - 2:1, plötzlich war wieder Leben auf dem Platz.

Das Spiel blieb danach so offen wie ein Basar am Wochenende. Bursa kontrollierte den Ball, 54 Prozent Ballbesitz sprechen eine klare Sprache, doch Lazika konterte, bissig, mit kurzen Pässen und jugendlichem Übermut. Besonders auffällig: der 17-jährige Oktay Üzülmez, der auf der rechten Seite lief, als hätte man ihn aufgezogen.

Kurz vor der Pause flogen die Arme, die Worte, und auch die Karten: Lazikas Vecihi Kisa sah Gelb nach einem rustikalen Einsteigen (36.), später folgte Teamkollege Yaman Karabulut (44.) mit einer ähnlich ungeschickten Grätsche. "Wir wollten zeigen, dass wir da sind", rechtfertigte Yaman später - mit einem Zwinkern.

Nach dem Seitenwechsel wurde es taktisch. Bursa blieb bei seiner ausgewogenen Ausrichtung, Lazika dagegen noch offensiver - das Risiko wuchs, aber auch die Spannung. Nilüferspor hatte Chancen in Serie: Yildirim Babacan prüfte den Keeper in der 46., 60. und 63. Minute, İbrahim Karabulut köpfte in der 72. knapp vorbei. Der Ballbesitz blieb in grüner Hand, doch das Tor wollte nicht fallen. "Wir waren zu sicher, zu schön", schimpfte ein frustrierter Branko Juskic nach Abpfiff.

Dann kam die 69. Minute - und mit ihr der Moment, der das Stadion verstummen ließ. Lazikas Jungspund Oktay Üzülmez, 17 Jahre jung, nahm einen Pass von Yaman Karabulut direkt, halb Volley, halb Traum - Tor! 2:2. Der Auswärtsblock tobte, und Ergül rannte an der Seitenlinie, als hätte er selbst getroffen. "Ich wusste, der Junge hat was Besonderes", rief er später in die Mikrofone.

Ab da war es ein wildes Hin und Her. Bursa drückte, Lazika lauerte. Elf Torschüsse pro Team in 90 Minuten - die Statistik lügt nicht: Es war ein offener Schlagabtausch. Auch der Schlussspurt brachte keine Entscheidung: Karabulut versuchte sich in der 93. Minute, verfehlte knapp, und im Gegenzug prüfte Waleri Schekow (ebenfalls 17!) den Nilüferspor-Keeper in der 94. mit einem wuchtigen Flachschuss.

Nach 94 Minuten stand es fest: 2:2 - ein Ergebnis, das beiden etwas, aber niemandem alles gibt. Bursa verliert zwei sicher geglaubte Punkte, Lazika gewinnt Moral, Selbstvertrauen und vielleicht sogar ein paar neue Fans.

"Das fühlt sich an wie eine Niederlage", grummelte Bursas Abwehrmann Radoi, der in der 70. Minute noch Gelb gesehen hatte. "Aber wir haben’s selbst verbockt." Auf der anderen Seite tanzten die Lazika-Youngster ausgelassen im Mittelkreis. Üzülmez bekam den Ball, grinste und meinte nur trocken: "Ich hab’ einfach geschossen. Trainer hat gesagt, irgendwann geht einer rein."

Und so endete ein Spiel, das alle Zutaten hatte: frühe Feuerwerke, späte Dramen, und mittendrin ein Hauch von Fußballromantik. Wer wissen will, warum man diesen Sport liebt, musste nur an diesem 17. Spieltag in Bursa sein.

Schlusswort? Vielleicht dieses: Fußball ist manchmal wie ein türkischer Tee - heiß serviert, leicht bitter im Abgang, aber man will sofort den nächsten.

14.06.2026 21:50
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