Elfmeter
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Northeim stürmt durch Regensburg - Eintracht gewinnt 3:0 beim Jahn

Ein lauer Juniabend, 20:15 Uhr, Flutlicht an der Donau-Arena: 2831 Zuschauer wollten sehen, ob Jahn Regensburg nach zuletzt müden Auftritten endlich wieder Leben in die Bude bringt. Was sie bekamen, war allerdings ein Lehrstück in Sachen Effizienz - nur leider von der falschen Mannschaft. Eintracht Northeim siegte mit 3:0, und das völlig zu Recht.

Von Beginn an machten die Gäste deutlich, dass sie mit dem Begriff "Verbandsliga D" eher den Buchstaben "D" für "Dampfwalze" verbinden. Schon in der zweiten Minute prüfte Jay Burton den Regensburger Keeper Carl Falk - ein erster Warnschuss, der sich als Omen erweisen sollte. In der 17. Minute dann der erste Stich: Hermann Hausmann, eigentlich Innenverteidiger und sonst eher für rustikale Klärungsaktionen bekannt, schlich sich bei einer Ecke nach vorn. Emil Musiala zirkelte den Ball punktgenau auf seinen Kopf - und Hausmann nickte trocken zum 0:1 ein. "Ich hab einfach mal gemacht, was die Stürmer sonst immer machen", grinste der 19-Jährige später.

Regensburgs Antwort? Drei Gelbe Karten, aber kein Tor. Juanito Galisteo sah in der 52. Minute Gelb, Leandro Coelho folgte elf Minuten später, und Yannick Rudolph wollte offenbar nicht fehlen und holte sich in der 67. ebenfalls den Karton ab. "Wir waren halt voll da - nur leider am falschen Ende des Feldes", murmelte Trainerassistent Michael Krüger nach dem Spiel mit einem bitteren Lächeln.

Während die Hausherren in Ballbesitz (46,6 Prozent) und Torschüssen (7) wenigstens statistisch mithielten, zeigten die Northeimer, was man mit etwas mehr Zielstrebigkeit (12 Schüsse aufs Tor) anstellen kann. In der 37. Minute legte Lionel Ronaldo - ja, der heißt wirklich so - nach. Nach Vorarbeit von Hausmann zog der 21-Jährige aus dem Zentrum ab, der Ball zischte unhaltbar ins rechte Eck. 0:2, und Regensburgs Körperhaltung erinnerte nun endgültig an Montagmorgen vor der Kaffeemaschine.

Trainer Tim Picke von der Eintracht hatte seine Elf perfekt eingestellt: offensiv, aggressiv, mit starkem Flügelspiel. "Wir wollten sie früh nerven, ihnen den Spaß nehmen - und das hat offenbar funktioniert", sagte Picke, der mit verschränkten Armen an der Seitenlinie eine Mischung aus Schachspieler und Dirigent abgab.

Spätestens nach dem Seitenwechsel war klar: Northeim wollte den Sack zumachen, Regensburg hoffte auf ein Wunder. Joschua Rodriguez versuchte es in der 62. Minute aus spitzem Winkel, Aaron Longfellow kurz darauf aus der Distanz - beide Male war Northeims Keeper Justin Schultz auf dem Posten. Und statt des Anschlusstreffers fiel in der 68. Minute die endgültige Entscheidung: Liam Krause nutzte einen feinen Pass von Rafael Santoyo, zog aus 16 Metern ab, und der Ball schlug flach ins lange Eck - 0:3.

"Ich hab den Ball perfekt getroffen, und dann war’s einfach nur Freude", berichtete Krause hinterher, während er sich noch den Schweiß aus der Stirn wischte. "Das war heute eines dieser Spiele, bei denen einfach alles läuft", ergänzte Picke zufrieden - und hatte Recht.

Regensburgs Trainer, der lieber ungenannt bleiben wollte, suchte nach Worten: "Wir wollten kompakt stehen, haben aber eher kompakt geschlafen." Ein Satz, der die 90 Minuten treffend zusammenfasst. Seine Mannschaft wirkte zu brav, zu zahm - und in den entscheidenden Momenten zu langsam.

Der spärliche Applaus der Heimfans nach Abpfiff war wohl mehr Mitleid als Anerkennung. Northeim hingegen jubelte ausgelassen, Spieler und Betreuer klatschten sich ab, als hätten sie soeben die Champions League gewonnen.

Die Statistik sprach ohnehin Bände: 53 Prozent Ballbesitz, bessere Zweikampfquote (53,3 Prozent) und vor allem drei verschiedene Torschützen - pardon, zwei Torschützen und ein Innenverteidiger mit Torinstinkt.

"Manchmal wünschte ich, wir könnten so spielen, wenn’s drauf ankommt", meinte ein Regensburger Fan auf der Tribüne, während er seine Bratwurst niedergeschlagen in die Papiertüte legte.

Am Ende bleibt ein klarer Sieg für Eintracht Northeim, ein ernüchternder Abend für Jahn Regensburg und die Erkenntnis: Wer offensiv denkt, wird belohnt - wer nur denkt, dass er offensiv spielt, bekommt drei Gegentore.

Oder, wie es Hermann Hausmann schmunzelnd formulierte: "Vielleicht sollte ich jetzt öfter vorne bleiben." Ein Satz, der den Regensburgern sicher noch länger im Ohr bleiben dürfte.

10.04.644003 23:58
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ein Lothar Matthäus spricht kein Französisch.
Lothar Matthäus
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager