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Nosby FF ringt Kopenhagen nieder - spätes Glück in der Nachspielzeit

Es gibt Fußballspiele, die man nach zehn Minuten am liebsten archivieren möchte - und dann gibt es jene, die in der 91. Minute plötzlich zur Legende werden. Nosby FF gegen SC Kopenhagen war so eines. 90 Minuten lang kämpften beide Mannschaften im Flutlicht des kleinen Nosby-Stadions verbissen um jeden Grashalm, ehe Rudolf Dam sich ein Herz fasste und mit seinem rechten Fuß Geschichte schrieb. 1:0 hieß es am Ende - ein Resultat, das das Publikum von den Sitzen riss und den Gästen aus der Hauptstadt Falten der Verzweiflung ins Gesicht zeichnete.

Dabei hatte alles recht harmlos begonnen. 16.000 Zuschauer sahen ein Duell, das zunächst mehr von Taktik als von Torgefahr lebte. Schon früh zeigte sich, dass beide Trainer ihre Hausaufgaben gemacht hatten: Nosby-Coach (dessen Name in den Unterlagen so geheim blieb wie das Rezept des Stadion-Hotdogs) ließ seine Mannschaft diszipliniert agieren, während Kopenhagens Edkar Fargo auf ausgewogenes Passspiel und ruhigen Aufbau setzte. "Wir wollten das Spiel kontrollieren", erklärte Fargo später - was in der ersten halben Stunde auch ganz gut klappte.

Denn die Gäste aus Kopenhagen drückten: Peter Erichsen prüfte in der 3. Minute Keeper Rolf Hoj, Fritjof Dalgaard donnerte wenig später zweimal knapp am Pfosten vorbei. Insgesamt kamen die Gäste auf zwölf Torschüsse - aber eben auf null Treffer. "Wenn man den Ball ständig auf den Torwart zielt, gewinnt man selten", knurrte Kapitän Louis Irwin nach dem Spiel und trat dabei eine leere Wasserflasche um.

Nosby hielt dagegen, meist über die schnellen Außen. James Caroll, der unermüdliche Rechtsaußen, sorgte immer wieder für Gefahr, verzweifelte aber mehrmals an Kopenhagens Schlussmann Tobias Molgaard. Besonders in der 44. Minute lag das Stadion schon im Jubel, als Caroll aus spitzem Winkel abzog - Molgaard fischte den Ball jedoch mit einer Glanzparade aus der Ecke. Zur Pause raunte ein älterer Fan auf der Tribüne: "Das wird heute so ein 0:0-Spiel, das man seinen Enkeln nicht erzählt." Nun ja, fast hätte er recht behalten.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel zerfahren. Kopenhagen wechselte früh: Der junge Bailey McAteer musste mit 18 Jahren raus, Gudbrand Johannessen kam - und sah prompt, wie Nosby mutiger wurde. Peter Brandt, der schon in der siebten Minute Gelb gesehen hatte, marschierte unermüdlich die linke Seite hoch und runter. "Ich hatte das Gefühl, meine Lunge hängt in der Kabine", lachte Brandt später, "aber wenn man hinten dicht hält, darf man mal nach vorne rennen."

Und genau das tat er in der Nachspielzeit. 91. Minute, das Spiel schien gelaufen. Brandt schlug eine halbhohe Flanke von links, der Ball segelte durch den Strafraum, und da stand er - Rudolf Dam, der bis dahin kaum aufgefallen war. Ein kurzer Blick, ein trockener Schuss - und das Netz zappelte. Molgaard flog, aber die Kugel war längst drin. 1:0! Die Bude bebte. Dam rannte zur Eckfahne, riss die Arme hoch und brüllte: "Endlich!" Später sagte er mit einem Grinsen: "Ich dachte, der Schiedsrichter pfeift gleich ab - also habe ich einfach geschossen."

Kopenhagen war konsterniert. Trainer Fargo starrte minutenlang ins Leere, ehe er seine Mannschaft zum Abpfiff zusammensammelte. "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber nicht gewonnen", murmelte er, "und das ist im Fußball leider das falsche Verhältnis." Seine Spieler schlichen vom Platz, während Nosby die drei Punkte feierte, als wäre der Aufstieg schon sicher.

Statistisch war’s ein enges Duell: Nosby mit 56 Prozent Ballbesitz und zehn Torschüssen, Kopenhagen mit zwölf Versuchen - aber ohne Fortune. Und während die Gäste den Bus Richtung Hauptstadt bestiegen, sangen die Fans noch immer: "Nosby, Nosby, wir glauben wieder!"

Vielleicht etwas früh. Aber an diesem frostigen Januarabend zählte nur eines: ein Tor in der 91. Minute, ein Held namens Rudolf Dam - und die Erkenntnis, dass Fußball manchmal erst dann schön wird, wenn man längst die Hoffnung aufgegeben hat.

Oder, wie es Stadionsprecher Lars Jensen ins Mikrofon rief, als die Spieler in die Kabine verschwanden: "Das war kein schönes Spiel - aber ein verdammt gutes Ende!"

17.03.643987 11:42
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Wenn mein Vater da gewesen wäre, hätte sich mein Leben vollkommen anders entwickelt. Viel zielgerichteter. Dann wäre meine Mutter zu Hause gewesen. Ich hätte vernünftig für die Schule gearbeitet, einen normalen Beruf erlernt und wäre nicht in den Fußball abgedriftet.
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