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Premier League | 14. Spieltag | 18.07.26 | Maverley FC - Highgate Town 0:0 Schon die ersten Minuten ließen erahnen, wie der Abend verlaufen würde. Sergio Gome prüfte in der 6. Minute mit einem zaghaften Versuch Highgates Keeper Marcio Juarez - und das war’s dann auch fast schon mit der Offensive der Gastgeber. Denn kurz darauf übernahm Highgate Town das Kommando. Nael Maniche, Joao Cabrera und Ewan Almond schossen aus allen Lagen, als gäbe es für jeden Versuch eine Prämie vom Trainer. Doch entweder stand Guillaume Masse, der 22-jährige Torhüter der Gastgeber, goldrichtig, oder der Ball fand den Weg in die 36.000 Köpfe hinter dem Tor. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", grinste Masse nach dem Spiel. "Ich glaube, sie auch." Dabei war Masse nicht nur reaktionsschnell, sondern auch lautstark. Mehrmals hörte man ihn über den Platz brüllen: "Noch einer - na los!" Als ob er die Highgate-Offensive provozieren wollte, noch ein bisschen härter zu scheitern. Highgate-Trainer Chris Tell hatte nach dem Abpfiff den Gesichtsausdruck eines Mannes, der gerade festgestellt hat, dass sein Navigationssystem ihn im Kreis fahren ließ. "Wir haben alles richtig gemacht - außer das Tor zu treffen", schnaubte er. "Ich glaube, der Ball hatte heute einfach andere Pläne." Im Mittelfeld zog Ewan Almond die Fäden, Benjamin Boulanger, der 19-Jährige auf der linken Seite, rannte bis zur Erschöpfung und brachte mehrfach gefährliche Flanken. Doch Maverleys Abwehr - angeführt von Roger Brun und Jean-Pierre Tremblay - hielt stand wie ein Bollwerk aus Beton und Chaos. "Wir haben uns gesagt: Wenn wir schon nicht treffen, dann sollen die anderen auch keinen Spaß haben", lachte Tremblay später in der Mixed Zone. Und Spaß war tatsächlich Mangelware für Highgate. Zwischen der 40. und der 80. Minute folgte ein Feuerwerk an vergebenen Chancen: Cabrera gleich dreimal, Nils Otto gleich dreimal, Morgan Young ebenfalls zweimal - alle ohne Erfolg. Die Fans von Highgate begannen irgendwann, bei jedem Schuss ironisch zu applaudieren. Ein älterer Herr auf der Tribüne rief: "Vielleicht treffen sie beim Einwurf!" Doch auch Maverley hatte seinen Moment - wenn auch nur kurz. In der 10. Minute kam Marko Paul nach einem schnellen Konter frei zum Schuss, visierte das rechte Eck an - und schoss den Ball so weit drüber, dass man fast befürchtete, er würde nicht mehr landen. "Ja, der war wohl etwas ambitioniert", sagte Paul später mit einem Grinsen. "Aber hey, aufs Tor gezielt hab ich ja!" In der Schlussphase wurde es dann noch ruppig. Harry Lorring sah in der 81. Minute Gelb, nachdem er Joao Cabrera etwas zu deutlich gezeigt hatte, was er von dessen Dribblings hielt. "Ich wollte nur den Ball", erklärte Lorring mit unschuldigem Blick. "Dass Cabrera zufällig im Weg stand - Pech für ihn." Statistisch gesehen war Highgate Town der klare Sieger: 16:2 Torschüsse, fast 57 Prozent Ballbesitz, bessere Zweikampfquote. Nur auf der Anzeigetafel stand eben - nichts. Maverley-Coach (dessen Name der Verein geheim halten wollte, vermutlich um ihn vor Fanfragen zu schützen) fasste es trocken zusammen: "Wir hatten einen Plan: Überleben. Und das haben wir geschafft." Als der Schlusspfiff ertönte, jubelten die Heimfans, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen. Und irgendwie passte das. Denn manchmal ist ein 0:0 eben mehr als nur ein torloses Ergebnis - es ist ein Statement. Ein Statement aus Schweiß, Glück, und der Erkenntnis, dass man nicht immer der Bessere sein muss, um zufrieden nach Hause zu gehen. Oder, wie es Guillaume Masse mit einem Augenzwinkern ausdrückte, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte: "Heute war ich einfach der Typ, dem Highgate in seinen Albträumen begegnen wird." Und wer weiß - vielleicht ist das genau die Art von Heldengeschichte, die ein 0:0 braucht. 18.07.2026 21:51 |
Sprücheklopfer
Ottmar Hitzfeld ist noch nie auf die Tribüne verbannt worden, ich auch nicht. Aber bei mir wird es sicher nicht mehr lange dauern.
Matthias Sammer