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Nullnummer mit Donnerhall: Hull Tigers verzweifeln an Oxford United

Wer am Mittwochabend im MKM Stadium in Hull einen lauen Zweitliga-Kick erwartete, bekam ein Lehrstück in verpassten Chancen, stoischer Verteidigung und britischem Humor geboten. 28.494 Zuschauer sahen ein 0:0 der etwas anderen Sorte - ein Spiel, das mit 15:2 Torschüssen und 52 Prozent Ballbesitz für die Hull Tigers eigentlich alles versprach, nur keine Torflaute.

Von der ersten Minute an machten die Gastgeber klar, wer das Spielfeld beherrschen wollte. Schon nach drei Minuten prüfte Logan Lansbury den Oxford-Keeper Reece Darabont mit einem satten Rechtsschuss. "Ich dachte, der Ball sei schon drin - bis ich den Jubel gehört habe. Und dann gemerkt habe, dass keiner jubelt", grinste Lansbury nach dem Spiel. Es war der Auftakt zu einer wahren Belagerung des Oxford-Strafraums.

Zwischen der 5. und 22. Minute donnerte Hulls Offensive gleich sechs Mal auf das Gehäuse der Gäste, allen voran der junge Däne Jürgen Petersen, der mit 20 Jahren lief, als gäbe es keinen Sauerstoffmangel. Doch was fehlte, war Präzision - und vielleicht ein wenig Glück. "Jürgen hat heute so oft geschossen wie ich in meiner ganzen Karriere", witzelte Trainer Mathias Oergel nach Abpfiff. "Aber das Runde wollte einfach nicht ins Eckige."

Oxford United hingegen beschränkte sich aufs Verteidigen und tat das mit britischer Gelassenheit - und manchmal auch mit britischer Härte. In der 17. Minute sah Innenverteidiger Alfie Hennessy Gelb, nachdem er Max Lujan kurzerhand aus dem Angriff gegrätscht hatte. "Ich wollte nur den Ball treffen", verteidigte sich Hennessy später, "aber Lujans Beine standen halt im Weg."

Kurz vor der Pause kassierte auch Hulls Außenverteidiger Noe Agirre eine Verwarnung, nachdem er Oxfords schnellen Ashton Kober am Flügel unsanft stoppte. Der Schiedsrichter hatte also gut zu tun, auch wenn die Partie nie unfair wirkte - eher wie ein freundlicher, aber entschlossener Schlagabtausch zweier Teams, die unterschiedlicher nicht hätten auftreten können: Hull mit Flügelspiel, hohem Pressing und 15 Abschlüssen, Oxford mit zwei Kontern und viel Gebet.

Nach der Pause änderte sich das Bild kaum. Hull stürmte, Oxford hielt dicht. In der 61. Minute brachte Oergel den 18-jährigen Ewan Caviness für den müde gewordenen Lujan - frisches Blut für frische Ideen. Und tatsächlich: Caviness brachte Schwung, prüfte Darabont zweimal (71. und 79. Minute), doch der Torwart der Gäste wuchs förmlich über sich hinaus. "Ich habe einfach versucht, im Weg zu stehen", erklärte Darabont bescheiden. "Und irgendwie hat der Ball mich jedes Mal getroffen."

In der 84. Minute wagte Oxford tatsächlich noch einmal einen Angriff. Ashton Greaves schoss aus 20 Metern, doch Joel Eliot im Hull-Tor hatte einen ruhigen Abend und hielt den Ball sicher fest. Mehr kam von den Gästen nicht.

Die Schlussphase gehörte wieder den Tigers: Connor Wiltshire, frisch eingewechselt für Petersen, scheiterte in der 89. und 91. Minute doppelt - einmal am Keeper, einmal an seinen Nerven. Nach dem Schlusspfiff sank er enttäuscht auf den Rasen. "Ich hätte das Ding machen müssen", gab er zu. "Aber ich hab den Pfiff des Schiris schon gehört, bevor ich geschossen hab - dumm nur, dass keiner gepfiffen hat."

Statistisch war das Spiel ein einseitiger Albtraum für Oxford: 15:2 Torschüsse, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Hull und 52 Prozent Ballbesitz. Doch auf der Anzeigetafel blieb es bei der Null. "Wenn Fußball gerecht wäre, hätten wir 3:0 gewonnen", sagte Oergel trocken. "Aber Fußball ist halt kein Demokratieprojekt."

Oxfords Trainer - ein Mann, der nach außen hin stoisch blieb - kommentierte das Ergebnis mit typisch englischem Understatement: "Ein Punkt in Hull? Das nehme ich. Wir haben heute verteidigt wie Philosophen - immer im Zweifel, aber irgendwie erfolgreich."

So endete ein Spiel, das in Erinnerung bleiben wird, nicht wegen seiner Tore, sondern wegen seiner Ironie: 28.000 Fans, die alles gaben - und nichts außer einem torlosen Remis bekamen.

Schlusswort? Nun ja: Hull Tigers hätten heute Abend wohl auch aus fünf Metern übers Stadiondach geschossen, wenn es nötig gewesen wäre, um die Statistik zu pflegen. Oxford United dagegen dürfte die Null feiern wie einen Pokalsieg. Und irgendwo in Hull flucht ein Stürmer leise über ein Tor, das einfach nicht fallen wollte.

18.06.643987 14:15
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