Dagbladet Sport
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Nullnummer mit Drama: Brabrand schießt, Fyn hält - und alle staunen

Wenn 42.780 Zuschauer an einem lauen Maiabend ins Stadion von Odense pilgern, dann hoffen sie auf Spektakel. Bekommen haben sie: 90 Minuten Fußball zwischen dem SC Fyn und Brabrand BK, in denen alles passierte - außer Toren. Am Ende stand ein 0:0, das sowohl ein kleines Fußballwunder als auch eine verpasste Großchance war.

Von Beginn an war klar, wer hier den Ton angeben wollte. Brabrand BK, mit dem erfahrenen Kersten Rittner an der Seitenlinie, drückte, rannte, kombinierte - und schoss. 19 Mal zielten die Gäste auf das Tor, 19 Mal blieb der Ball draußen. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", grinste SC-Fyn-Keeper Simon Marcussen später. Er durfte sich an diesem Abend ruhig feiern lassen. Die Statistik sagt alles: ein einziger Torschuss des SC Fyn, aber dafür eine Torwartleistung, die in Brabrand wohl noch Albträume verursachen wird.

Schon nach sechs Minuten prüfte Serge Besserer erstmals die Reflexe von Marcussen. Der 33-jährige Flügelspieler zog aus 18 Metern ab, der Ball zischte knapp am Pfosten vorbei. In der 20. Minute war es dann Jacob Anderson, der nach einer Flanke von links freistehend köpfte - wieder Marcussen. Und so ging es weiter: Cantoro (22.), Neil (24.), Deak (38.), Karpow (42.), Ivanovic (45.) - jeder durfte mal. Nur das Netz blieb unberührt.

Trainer Rittner stand stoisch an der Linie, bis er in der 50. Minute gleich dreifach wechselte. "Ich wollte frischen Wind reinbringen", erklärte er später. "Wir haben alles versucht - außer vielleicht, das Tor breiter zu machen." Ein Satz, der bei den Reportern für Gelächter sorgte.

Bei all dem Druck der Gäste darf man den SC Fyn nicht unterschätzen. Trainer Luis Pinheiro hatte seine junge Truppe - im Schnitt kaum 19 Jahre alt - auf Konter eingestellt. "Wir wussten, dass wir leiden müssen", sagte er mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Erleichterung lag. Und tatsächlich: In der 63. Minute hatte Fyn die einzige echte Chance des Spiels. Der 17-jährige Vilmar Johannsen, der bereits durch seine unerschrockene Spielweise auffiel, zog nach einem langen Ball von Toft ab. Der Schuss - nicht unplatziert - zwang Brabrands Torhüter Tuomas Suhonen zu einer Parade der Kategorie "endlich mal was zu tun".

Danach war wieder Brabrand am Drücker. Pol Vico, der rechte Flügelstürmer, versuchte es zwischen der 61. und 80. Minute gleich fünfmal. Es war, als hätte er beschlossen, dieses Spiel im Alleingang zu entscheiden - nur dass der Ball andere Pläne hatte. "Ich hätte auch mit dem Kopf getroffen, wenn ich ihn mal getroffen hätte", murmelte Vico nach Spielende und verschwand mit einem genervten Kopfschütteln in den Katakomben.

Die letzten Minuten wurden zur Dauerbelagerung. Brabrand presste nun hoch, ging auf volles Risiko, während Fyns defensive Linien wie ein Bollwerk wirkten. Der junge Innenverteidiger Gerd Christensen klärte in der 88. Minute artistisch per Grätsche, als Cantoro erneut gefährlich wurde. Der anschließende Eckball? Natürlich wieder in die Arme von Marcussen.

Als Schiedsrichter Lars Møller nach 92 Minuten abpfiff, wirkte es, als hätten beide Teams völlig unterschiedliche Spiele erlebt. Brabrand: dominiertes, aber erfolgloses Powerplay. Fyn: überlebter Abnutzungskampf mit jugendlichem Heldentum. Der Ballbesitz war mit 52 zu 48 Prozent leicht auf Seiten der Gäste, die Zweikampfquote mit 59 Prozent klar. Doch die Anzeigetafel blieb stur: 0:0.

"Ich nehme den Punkt mit, und wenn ich ehrlich bin: Ich nehme ihn auf den Knien", sagte Pinheiro und klopfte seinem Torwart auf die Schulter. Rittner hingegen wirkte gefasst, aber sarkastisch: "Wir haben heute alles getroffen - Latte, Pfosten, Luft. Nur eben nicht das Tor."

Das Publikum verabschiedete beide Mannschaften mit Applaus, vielleicht auch aus Respekt vor der kuriosen Dramatik dieses torlosen Krimis. Ein junger Fan fasste es auf der Tribüne treffend zusammen: "Wenn Nullnull so spannend ist, will ich gar nicht wissen, wie ein Elfmeterschießen aussieht."

Und so ging ein Abend zu Ende, an dem der Fußball einmal mehr bewies, dass Schönheit nicht immer im Ergebnis liegt - manchmal nur in den vergeblichen Versuchen.

Ein 0:0, das keiner so schnell vergisst - und das vielleicht der Beginn einer kleinen Legende über den Tag ist, an dem Fyns Teenager die Sturmflut von Brabrand überstanden.

01.12.643999 01:13
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