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Nullnummer mit Drama: Derry Rovers trotzen Dundalk ein 0:0 ab

Ein Valentinstagsabend in Derry, Flutlicht, 20.000 Zuschauer - und am Ende ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Karten, Emotionen. Nur eben keine Tore. Die Derry Rovers und die Dundalk Lilywhites trennten sich am 8. Spieltag der 1. Liga Irland torlos, aber keineswegs farblos.

Von Beginn an machte Dundalk klar, wer hier die Initiative übernehmen wollte. Schon in der 2. Minute prüfte Radostin Kolew den Derry-Keeper Nuno Costa mit einem Schuss, der mehr Mut als Präzision zeigte. "Ich dachte, ich überrasche ihn früh - aber der Ball hatte wohl andere Pläne", grinste Kolew später. Louis Finnan schloss sich seinen Teamkameraden an und feuerte gleich mehrfach drauflos - in der 7., 33., 44., 56., 62. und 76. Minute. Ein halbes Dutzend Versuche, kein Treffer. "Louis hätte heute wohl auch aus dem Busfenster geschossen, wenn’s was gebracht hätte", witzelte Dundalks Trainer nach der Partie.

Die Rovers dagegen setzten auf das Prinzip "Überleben mit Stil". Nur drei Schüsse aufs Tor - einer von Hadis Demir in der 38., zwei von Callum Cunningham in der 60. und 75. Minute. Demir, der Routinier auf der linken Seite, fasste es trocken zusammen: "Wenn du 45 Prozent Ballbesitz hast, musst du kreative Pausen einlegen." Tatsächlich war der Ball mit 54 Prozent etwas länger bei den Gästen, die aber trotz 14 Torschüssen an der kompakten Derry-Abwehr verzweifelten.

Es war ein Abend für Verteidiger und Torhüter. Dundalks Keeper Michael Kelly musste sich kaum auszeichnen, aber sein Gegenüber Costa wurde zum heimlichen Helden. In der 81. Minute fischte er einen wuchtigen Schuss von Kolew aus dem Winkel - eine Szene, die das Publikum zum Kochen brachte. Die Fans der Rovers, ohnehin für ihren schwarzen Humor bekannt, sangen danach lautstark ein improvisiertes "Costa Airlines - fliegt alles raus, was kommt".

Dann kam die 66. Minute, und das Spiel kippte in Richtung Chaos. Evan O’Brien, Derry-Veteran mit 34 Jahren und bereits früh verwarnt, sah nach einem rustikalen Einsteigen Gelb-Rot. "Ich habe nur den Ball gespielt", beteuerte er, während der Ball seelenruhig an der Eckfahne lag. Derry also in Unterzahl - doch Dundalk wusste nichts daraus zu machen. Im Gegenteil: Zwölf Minuten später erwischte es sie selbst. Rechtsverteidiger Alfie Long, zuvor schon Gelb, grätschte zu beherzt und durfte unter dem Spott der Heimfans ebenfalls duschen gehen.

Trainer und Spieler reagierten mit einer Mischung aus Galgenhumor und Ratlosigkeit. "Wenn beide Seiten mit zehn Mann enden, ist das fast schon sportliche Fairness", kommentierte Derry-Coach lachend. Dundalks Trainer sah das anders: "Wir hätten das Spiel schon in der ersten Hälfte entscheiden müssen. Aber wenn du 14 Mal schießt und keiner rein will, dann ist das wie ein Date ohne Funken."

In den letzten Minuten versuchten die Lilywhites noch einmal alles. Rhys Stack prüfte Costa in der 89. Minute mit einem Distanzhammer, doch der Schlussmann blieb unbezwingbar. Als Schiedsrichter Henry das Spiel abpfiff, wirkte es, als hätten beide Teams gerade ein Marathonrennen hinter sich.

Statistisch gesehen war Dundalk klar überlegen - mehr Ballbesitz, deutlich mehr Abschlüsse, bessere Zweikampfquote (56 zu 44 Prozent). Doch am Ende zählt, was auf der Anzeigetafel steht: 0:0. Und das fühlte sich für die Rovers fast wie ein Sieg an.

"Wir haben heute gezeigt, dass man auch ohne Ball Spaß haben kann", lachte Cunningham nach dem Spiel. Sein Trainer nickte zufrieden: "Ein Punkt gegen Dundalk ist wie ein kostenloses Pint - schmeckt einfach gut."

Dundalks Spieler verließen den Platz dagegen mit gesenkten Köpfen. Louis Finnan schüttelte ungläubig den Kopf: "Ich hätte zehn Stunden weiterspielen können - der Ball wollte einfach nicht rein."

So endete ein Abend, der zwar keine Tore, aber reichlich Geschichten bot. Zwei Platzverweise, 17 Torschüsse, endlose Laufduelle - und am Ende das wohl gerechteste 0:0 der Saison.

Vielleicht ist das eben die Magie des irischen Fußballs: selbst ein torloses Remis kann klingen wie ein Abenteuer. Und wer weiß - vielleicht treffen sie sich ja im Rückspiel wieder. Dann mit weniger Karten und mehr Treffern. Oder, realistischer betrachtet, genau andersherum.

30.08.643990 13:56
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