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Es war ein Spiel, das 4085 Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion gleichermaßen frustrierte und unterhielt - ein 0:0, das alles hatte, außer eben Tore. Der 1. FC Kaiserslautern und der VfB Speldorf trennten sich am 3. Spieltag der Regionalliga C torlos, aber gewiss nicht ereignislos. Schon in der ersten Minute ließ Oliver Frei die Lautrer Fans aufhorchen, als er den Ball aus 20 Metern wuchtig abfeuerte - doch Speldorfs Keeper Stephan Karl war hellwach. "Wenn der reingeht, ist das Spiel vielleicht anders gelaufen", murmelte Frei später, während er sich in die Trainingsjacke wickelte. Kaiserslautern, von Trainerin Laura Hellström offensiv eingestellt, drückte früh, aber Speldorf blieb ruhig wie ein Yoga-Lehrer in der Rushhour. Mit knapp 58 Prozent Ballbesitz kontrollierten die Gäste das Geschehen, allerdings ohne Zählbares. Giulio Fili versuchte es in der 25. Minute mit einem frechen Schlenzer, doch Lauterns Torwart Janis Jürgens tauchte ab wie ein Delfin auf Espresso. Die FCK-Offensive um den jungen Illarion Chomutow (20) spielte mutig, fast frech, doch irgendwie fehlte das letzte Körnchen Präzision. Zwei gute Chancen in der 26. und 44. Minute - beide Male donnerte der Ball knapp am linken Pfosten vorbei. "Ich hab’ gedacht, das Netz zappelt schon", grinste Chomutow später in der Mixed Zone, "aber vielleicht wollte der Ball einfach nicht rein - ist ja auch Winter." Nach der Pause brachte Hellström frische Beine: Der 17-jährige Morgan Cabell kam rein und sorgte sofort für Wirbel. In der 66. Minute zischte sein Schuss am langen Eck vorbei, während Speldorfs Trainer Jakob Meier an der Seitenlinie demonstrativ an seinem Notizblock kaute. "Wir wollten kompakt bleiben", erklärte Meier später trocken. "Manchmal ist das schönzureden, aber heute war’s tatsächlich so." Dann kam Hanns Witte. Der Flügelspieler brachte in der 45. Minute Schwung, aber auch Farbe ins Spiel: Gelb in der 57., Gelb-Rot in der 83. Minute. Ein klassisches "Held-des-Tages"-Kandidat. "Ich hab nur gesagt, dass er auch mal pfeifen könnte, wenn wir gefoult werden", schnaubte Witte nach dem Spiel. Hellström hingegen kommentierte kühl: "Emotion ist gut. Zwei Emotionen zu viel sind schlecht." Trotz Unterzahl war Kaiserslautern dem Sieg näher. Zwischen der 69. und 77. Minute hagelte es Abschlüsse: Justin Steffen prüfte Karl aus der Distanz, Eri Böhme und sogar Linksverteidiger Hermann Lopez versuchten ihr Glück - alles umsonst. "Wir haben’s versucht, wirklich", so Hellström, "aber manchmal ist Fußball eben wie ein IKEA-Regal - man macht alles richtig, und trotzdem fehlt am Ende die Schraube." Speldorf konterte sporadisch, vor allem über Fili, der in der 93. Minute mit einem letzten Distanzschuss beinahe zum Spielverderber geworden wäre. Jürgens parierte - natürlich. Eine Szene, die das Spiel perfekt zusammenfasste: viele Mühen, wenig Ertrag. Statistisch gesehen war Kaiserslautern das aktivere Team vor dem Tor (11:4 Torschüsse), Speldorf hatte mehr Ballbesitz und die ruhigere Hand. Das Tackling-Duell entschieden die Roten Teufel mit 54,6 Prozent für sich - immerhin ein kleiner Trostpreis. Nach Abpfiff applaudierten die Fans trotzdem. Vielleicht, weil sie spürten, dass da etwas wächst - jung, wild, ungestüm. Hellström fasste es mit einem Lächeln zusammen: "Wenn meine Jungs so weitermachen, dann fallen die Tore bald von selbst. Heute war das halt ein Abend für die Statistikfreunde." Und so blieb es beim 0:0, das keiner wollte, aber alle irgendwie verdienten. Ein Unentschieden, das sich anfühlt wie lauwarmer Tee - nicht aufregend, aber immerhin nicht kalt. Vielleicht, wenn Chomutow nächstes Mal wirklich das Netz zappeln lässt, wird aus der Nullnummer ein Fest. Bis dahin bleibt der Trost, dass selbst torlose Spiele Geschichten schreiben - manchmal sogar die besseren. 06.03.643987 12:35 |
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