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Regionalliga C | 12. Spieltag | 16.07.26 | VfB Bösingen - Cronenberg 0:0 Cronenberg kam mit offensiver Marschroute, als hätte Trainer Raphail Papadopoulos persönlich versprochen, dass es heute Tore regnen würde. Seine Jungs schossen tatsächlich aus allen Lagen - 14 Mal insgesamt -, aber entweder stand Bösingens Keeper Joshua Hinz im Weg oder der Ball landete in der benachbarten Grillbude. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft der Ball an mir vorbeigepfiffen ist - aber zum Glück nie ins Netz", grinste Hinz nach dem Spiel. Bösingen dagegen blieb defensiv stabil, aber offensiv harmlos. Nur vier Torschüsse, und selbst die wirkten mehr nach Verlegenheit als nach Plan. Trainer Kurt Jaeger fasste es trocken zusammen: "Wir wollten den Ball ins Tor tragen. Leider war da ständig jemand im Weg - meistens der Torwart." Schon nach zwei Minuten zeigte Cronenbergs Lasse Rieger, dass er keine Zeit verlieren wollte. Sein Schuss rauschte knapp über das Lattenkreuz, zur Freude der mitgereisten Fans, die noch glaubten, das sei das erste von vielen Toren. Vier Minuten später antwortete Bösingens Fabio Manuel mit einem beherzten Versuch - ebenfalls vorbei. Eine Szene, die symptomatisch für den Abend blieb: viel Einsatz, wenig Ertrag. Das Spieltempo war ordentlich, die Emotionen auch. In der 15. Minute hielt das Publikum kurz den Atem an, als Cronenbergs Willem Hoffman nach einem unglücklichen Zweikampf verletzt liegen blieb. "Ich hab nur den Ball gesehen - und plötzlich lag da jemand", sagte Bösingens Verteidiger Niko Brinkmann später mit einem entschuldigenden Lächeln. Hoffman wurde durch Detlev Will ersetzt, der sich prompt in die Offensive einschaltete - und in der 80. Minute selbst noch zu einem gefährlichen Schuss kam. Die aktivere Mannschaft war über weite Strecken Cronenberg. Rieger, Keller und Stein wirbelten die Bösinger Abwehr regelmäßig durcheinander, doch das Runde fand einfach nicht den Weg ins Eckige. Besonders Dirk Keller machte auf sich aufmerksam: drei sehenswerte Abschlüsse, alle knapp vorbei. Papadopoulos schüttelte nach Abpfiff den Kopf: "Wenn du 14 Mal aufs Tor schießt und nicht triffst, dann hast du wahrscheinlich den falschen Wochentag erwischt." Zur Pause stand es 0:0, und so richtig glaubte niemand, dass sich daran noch etwas ändern würde. "Ich hab in der Halbzeit gesagt: Jungs, wir sind gut, aber das Tor ist besser", verriet Jaeger mit einem Augenzwinkern. Die zweite Halbzeit brachte mehr Härte als Highlights. Erst sah Rieger in der 40. Minute Gelb - wohl mehr aus Frust als aus Foulabsicht -, dann kassierte Bösingens Christopher John in der 76. Minute ebenfalls Gelb, nachdem er den ballführenden Keller etwas zu herzlich umarmte. Der Schiedsrichter entschied: Liebe schön und gut, aber hier wird Fußball gespielt. Cronenberg blieb offensiv, spielte weiter mit offenem Visier. Ihre Taktik blieb bis zur 90. Minute unverändert offensiv, während Bösingen stoisch an der ausgewogenen Ausrichtung festhielt - ein Balanceakt zwischen Stabilität und Verzweiflung. "Wir haben das gemacht, was wir am besten können - stehen bleiben und hoffen", witzelte Bösingens Mittelfeldmann Jason Link hinterher. In den Schlussminuten wurde es doch noch spannend: Rieger prüfte Hinz in der 82. Minute erneut, Sekunden später konterte Iulian Rotariu auf der anderen Seite, doch auch sein Versuch wurde Beute des Cronenberger Keepers Amaury Tortosa. Danach war Schluss - zur Erleichterung aller, die ihre Fingernägel behalten wollten. Statistisch gesehen hatte Cronenberg die Nase vorn: mehr Ballbesitz (52,3 Prozent), bessere Zweikampfquote (55,5 Prozent) und fast viermal so viele Abschlüsse. Aber Fußball ist eben kein Statistikspiel. "Manchmal ist ein 0:0 wie ein Blind Date - viel Erwartung, am Ende essen beide nur höflich auf und gehen getrennte Wege", philosophierte Papadopoulos auf der Pressekonferenz. Jaeger nickte und konterte trocken: "Ich nehm den Punkt mit. Und wenn wir das nächste Mal treffen, lad ich ihn zum Grillen ein - dann klappt’s vielleicht auch mit dem Abschluss." Ein Abend also, an dem die Zuschauer zwar kein Tor, dafür aber reichlich Unterhaltung bekamen: fliegende Flanken, hitzige Zweikämpfe, medizinische Unterbrechungen - und zwei Trainer, die sich mit Humor über das Ergebnis hinwegtrösteten. Und so ging ein 0:0 zu Ende, das sich anfühlte wie ein Roman ohne Schlusskapitel - man blättert um, aber da kommt nichts mehr. Doch eines ist sicher: Wenn Cronenberg weiter so offensiv stürmt und Bösingen so tapfer verteidigt, wird das nächste Kapitel nicht lange auf sich warten lassen. 17.07.2026 02:33 |
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