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Nullnummer mit Feuer: Denia und Conquense trennen sich 0:0

Ein 0:0 kann öde sein - muss es aber nicht. Der vierte Spieltag der 1. Liga Spanien zwischen CD Denia und Conquense am Sonntagabend vor 54.968 Zuschauern bewies, dass auch ohne Tore die Emotionen kochen können. Chancen, Fouls, Gelbe Karten und ein Torwart mit Nerven wie Drahtseile: Das alles bot ein intensives, wenn auch ergebnisloses Duell unter Flutlicht.

Denia begann, wie man es von einer Mannschaft mit offensiver Grundausrichtung erwarten darf: mit viel Elan, aber wenig Fortune. Schon nach sechs Minuten prüfte Marcel Licka den gegnerischen Keeper mit einem satten Schuss, der jedoch von Conquenses Schlussmann Rune Jakobsen abgewehrt wurde. "Ich dachte schon, ich hätte ihn erwischt", grinste Licka hinterher, "aber Rune hat wohl heute Spiderman-Handschuhe getragen."

In der neunten Minute war dann Linksverteidiger Gabri Ramallo dran - der Ball zischte knapp über die Latte. Denia spielte mutig nach vorn, 17 Torschüsse sollten es am Ende sein, doch keiner fand den Weg ins Netz. Conquense dagegen setzte auf das, was Trainer Andreas Sch am liebsten tut: tief stehen, kontern, nerven. Und das funktionierte phasenweise erschreckend gut.

Ein erstes Lebenszeichen der Gäste kam in der 19. Minute von Rechtsverteidiger Juanito Valentin, dessen Versuch aus der Distanz knapp am Pfosten vorbeiging. "Wir wollten Denia ein bisschen locken", erklärte der 23-Jährige später, "aber die haben ja kaum Platz gelassen. Das war wie Schach mit Gummistiefeln."

Die Zuschauer sahen ein kampfbetontes Spiel - 53 Prozent Ballbesitz für Conquense, 47 für Denia. Doch während die Gäste den Ball lieber kreisen ließen, suchte Denia mit fast verzweifelter Entschlossenheit den direkten Weg zum Tor. Besonders Helmut Maus sorgte auf der linken Seite für Betrieb, hatte in der 45. und 46. Minute gleich zwei gute Gelegenheiten, die jedoch erneut an Jakobsen oder der eigenen Nervenstärke scheiterten.

Nach der Pause änderte sich wenig. Denia drängte, Conquense verteidigte, hin und wieder blitzte ein Konter auf. In der 57. Minute prüfte Jacinto Mendivil Denias Torwart Ignacio Gama, der mit einer sehenswerten Parade glänzte. "Der kam fies", gab Mendivil zu, "aber der Kerl im gelben Trikot hatte wohl was dagegen."

Trainer Mark Zander an der Seitenlinie von Denia gestikulierte wild. In der 60. Minute brachte er den jungen Alexander O’Brien für Sreto Kahriman, um hinten etwas mehr Dynamik reinzubringen. "Ich wollte frische Beine und vielleicht auch einen frischen Kopf", kommentierte Zander trocken. Später kamen noch Nestor Vazquez (70.) und Valerio Mauro (80.), letzterer sorgte für die wohl aufregendsten Minuten am Ende.

In der 85. und 87. Minute hatte Mauro gleich zwei Riesenchancen. Der 20-Jährige, eben erst eingewechselt, lief frei auf Jakobsen zu - und scheiterte zweimal. "Ich hab kurz gedacht, das Tor bewegt sich", meinte Mauro später mit einem Lächeln, "aber wahrscheinlich war’s mein Puls."

Conquense verteidigte mit allem, was Beine hatte - und manchmal auch mit etwas zu viel Einsatz. Eduardo Cabrera sah in der 75. Minute Gelb, Marko Dordevic folgte in der 83. Minute. Beide hätten sich über dunklere Kartenfarben nicht beschweren dürfen. "Das war Leidenschaft", verteidigte Coach Sch seine Jungs nach dem Spiel. "Wir wollten hier was mitnehmen - und das haben wir."

Zum Ende hin drückte Denia, als hinge das Schicksal der gesamten Liga von einem Tor ab. In der 94. Minute noch ein letzter Versuch von Iban Marco - vorbei. Danach pfiff der Schiedsrichter ab, und im Stadion mischten sich Pfiffe und Applaus.

"Wir haben alles versucht", fasste Zander zusammen. "Aber manchmal fehlt einfach das Quäntchen Glück. Wenn wir so weitermachen, wird’s bald klingeln." Sein Gegenüber Sch nickte nur und murmelte: "Hoffentlich nicht gegen uns."

Statistisch hätte Denia den Sieg verdient: mehr Schüsse, bessere Zweikampfquote (54 Prozent), mehr Risiko. Conquense dagegen zeigte, dass man mit Disziplin und einem überragenden Torwart auch auswärts bestehen kann.

Am Ende also ein 0:0, das keiner wirklich wollte, aber beide irgendwie akzeptierten. Ein Spiel ohne Tore, aber mit reichlich Geschichten: von jungen Wilden, alten Routiniers und einem Keeper, der zum Albtraum der Denia-Stürmer wurde.

Vielleicht war es kein Fest für das Ergebnis-Archiv, aber doch eines für die Freunde des gepflegten Nervenkitzels. Oder, um es mit den Worten eines Fans hinter der Nordkurve zu sagen: "Wenn Nullnummern so aussehen, soll’s mir recht sein - solange das Bier kalt bleibt."

22.02.643987 19:25
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