Noticias de Guatemala
+++ Sportzeitung für Guatemala +++

Nullnummer mit Feuer - Jalapa und Halcones teilen sich die Punkte

Ein 0:0 kann manchmal lauter knallen als ein 4:3. Im Estadio Municipal von Jalapa lieferten sich Atletico Jalapa und die Gäste von CD Halcones am 5. Spieltag der 1. Liga Guatemala ein zähes, aber erstaunlich unterhaltsames Duell, das zwar keinen Sieger, dafür aber reichlich Gesprächsstoff hinterließ. 23.887 Zuschauer sahen, wie zwei offensiv eingestellte Mannschaften alles versuchten, aber an sich selbst, am gegnerischen Keeper oder schlicht an der Physik scheiterten.

Schon in der dritten Minute brachte Herold Spoor das Stadion kurz zum Beben, als er aus 20 Metern einfach mal draufhielt - Halcones-Keeper Antonio Chalana lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. "Ich habe gar nicht gesehen, dass er schießt", keuchte Chalana später und grinste. "Aber irgendwas hat mich gezwickt, und da war der Ball auch schon da."

Das war symptomatisch für die erste Halbzeit: Jalapa mit 59 Prozent Ballbesitz, klar tonangebend, aber ohne Fortune im Abschluss. Spoor, Fernando Xavier und Mittelstürmer Bernardo Semedo feuerten aus allen Lagen, doch die Gäste standen kompakt - und wenn etwas durchkam, stand Chalana goldrichtig. Auf der anderen Seite versuchte sich der 36-jährige Juanito Figo als Alleinunterhalter: Zwei Abschlüsse in elf Minuten, beide gefährlich, beide knapp vorbei. Trainer Rudi Fischer meinte später trocken: "Juanito schießt lieber auf die Eckfahne als auf die Tribüne - das spart uns Bälle."

Nach 45 Minuten reagierte Jalapas Trainerin Pia Castell, brachte den quirligeren Adrian Sainz für Daniel Aaltonen und den jungen Agemar Travassos für den müden Nestor Goncalves. "Wir wollten mehr über die Flügel gehen", erklärte Castell. "Und ja, ich habe ihnen gesagt: Wenn ihr schon daneben schießt, dann wenigstens schön."

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete - mit Chancen, aber ohne Tore. Jozef Lecjaks prüfte Chalana in der 50. und 55. Minute gleich doppelt, während Halcones mit dem wuchtigen Nevio Simao dagegenhielt. Die Partie nahm an Intensität zu, was Schiedsrichter Marquez in der 63. Minute zur ersten Gelben zwang: Bernardo Villar hielt Semedo so deutlich, dass der VAR sich wohl die Hände vors Gesicht schlug. Später sah auch Jalapas Rechtsverteidiger Joaquin Bosingwa Gelb, nachdem er sich bei einem Einwurf mehr über den Ball als über die Regeln aufregte.

Fünf Minuten vor Schluss brachte Fischer noch den 18-jährigen Marco Valentin - mutig, denn Simao hatte eigentlich einen ordentlichen Tag. Der Youngster durfte sofort ran, bekam den Ball, drehte sich - und schoss weit über das Tor. "Ich wollte zu hoch zielen, um sicherzugehen", sagte Valentin nach Abpfiff mit unschuldigem Lächeln. Selbst Castell musste darüber lachen: "Ich hätte ihn fast verpflichtet, so viel Selbstvertrauen muss man erst mal haben."

In den Schlussminuten drängte Jalapa, stellte auf volles Pressing um. 15 Torschüsse, ein Ballbesitz von fast 60 Prozent - die Zahlen sprachen klar für die Gastgeber. Trotzdem blieb das Netz leer. Semedo hatte in der 86. Minute die vielleicht größte Gelegenheit, als er aus acht Metern abzog, aber Chalana erneut glänzend parierte. Die Fans standen längst, ein Tor lag in der Luft - und blieb dort.

Nach dem Schlusspfiff applaudierten die Heimzuschauer trotzdem. "Das war kein 0:0 der Langeweile", meinte ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions, "das war ein 0:0 des Wahnsinns." Fischer nickte später in der Pressekonferenz: "Wenn man auswärts so viele Schüsse kassiert und trotzdem zu null spielt, darf man ruhig zufrieden sein."

Castell sah das ähnlich, wenn auch mit einem spitzen Lächeln: "Wir haben alles richtig gemacht - außer treffen."

So endete ein intensives, manchmal chaotisches, aber immer unterhaltsames Spiel torlos. Atletico Jalapa bleibt damit im Tabellenmittelfeld, während CD Halcones sich mit dem Punkt auswärts durchaus anfreunden kann. Beide Teams bewiesen Mut zum Risiko, Leidenschaft und eine gewisse künstlerische Freiheit beim Zielen.

Und irgendwo in der Kabine von Jalapa soll Herold Spoor noch gesagt haben: "Beim nächsten Mal treffe ich. Vielleicht nicht das Tor, aber wenigstens den Pfosten." - Man darf gespannt sein.

06.03.643987 10:03
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager