Dagbladet
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Nullnummer mit Pfeffer: Fredrikstad beißt sich an Lillestrøm die Zähne aus

Eliteserien | 14. Spieltag | 18.07.26 | Fredrikstad BK - Lillestrom IL 0:0

Wenn ein 0:0 nach 90 Minuten für Diskussionen sorgt, dann war’s entweder ein Langweiler oder ein Lehrstück in Chancenvergeudung. Beim Duell zwischen Fredrikstad BK und Lillestrøm IL am 14. Spieltag der Eliteserien war es eindeutig Letzteres. 17.389 Zuschauer im Fredrikstad-Stadion sahen ein Spiel, das so einseitig war, dass selbst der Anzeigentafel irgendwann langweilig wurde - doch der Ball wollte einfach nicht ins Netz.

Von Beginn an machte die Mannschaft von Trainer Peter Lundekvam klar, wer Herr im Haus ist. Schon in der zweiten Minute prüfte Jorn Andersen den Lillestrøm-Keeper Erik Andersen (nicht verwandt, aber wahrscheinlich seelenverwandt im Reflexe-Zeigen), und das war der Auftakt zu einer ganzen Serie vertaner Gelegenheiten. Andersen schoss in den ersten 30 Minuten gleich dreimal aufs Tor, allerdings mit der Präzision eines schlecht kalibrierten Laserpointers. "Ich hab’ ihn perfekt getroffen - nur leider das falsche Ziel", grinste Andersen nach dem Spiel selbstironisch.

Fredrikstad hatte 55 Prozent Ballbesitz, 12 Torschüsse, aber keinen Treffer. Manchmal ist Fußball eben wie ein schlecht gelauntes Schicksal: man tut alles richtig - und scheitert trotzdem. Lillestrøm kam auf gerade mal zwei Schüsse, die meisten davon mehr als höfliche Anfragen an Fredrikstads Torwart Martin Flo. Der hatte so wenig zu tun, dass er in der 90. Minute ausgewechselt wurde - ein Vorgang, den man sonst eher von Feldspielern kennt. "Martin wollte einfach mal Applaus hören", scherzte Lundekvam, "und Mateo braucht auch Spielpraxis. Vielleicht war’s auch ein Zeichen an die Offensive, dass man auch mal wechseln darf, wenn man nichts zu tun hat."

Die Szene des Spiels ereignete sich in der 56. Minute: Jorn Andersen, bis dahin bester Mann auf dem Platz, blieb nach einem Zweikampf liegen. Diagnose später: Zerrung, nichts Dramatisches. Der 26-jährige Daniel Grindheim kam für ihn - und versuchte, das Tor des Tages zu erzwingen. Zwei Mal (58. und 74. Minute) prüfte er Lillestrøms Keeper, doch der reagierte wie eine Mauer aus Gummi. "Ich hab gedacht, der hat Saugnäpfe an den Handschuhen", murmelte Grindheim kopfschüttelnd in der Mixed Zone.

Auch der junge Henning Halvorsen, 19 Jahre jung und mit der Fröhlichkeit eines Erstsemesters, durfte mehrfach ran (30., 49., 54. Minute). Doch auch er scheiterte. "Ich dachte, irgendwann muss einer reinrutschen", sagte er, "aber anscheinend hatte der Ball heute andere Pläne."

Trainer Lundekvam blieb gelassen, zumindest äußerlich: "Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wenn du zwölfmal aufs Tor schießt und Lillestrøm zweimal, weißt du, wer besser war. Nur das Ergebnis weiß es nicht."

Auf der anderen Seite zeigte sich Lillestrøm-Coach - der Name blieb an diesem Abend so unauffällig wie seine Mannschaft - zufrieden mit dem Punkt. "Fredrikstad war stark, aber wir haben gekämpft. Zwei Schüsse, null Tore - das ist unsere Art Minimalismus."

Eine Gelbe Karte gab’s auch - für Fredrikstads Rechtsverteidiger Fritz Jadin in der 60. Minute, nachdem er offenbar vergessen hatte, dass der Gegner nicht sein persönlicher Trainingsdummy ist. "Ich wollte nur zeigen, dass ich wach bin", sagte Jadin und lachte.

Taktisch blieb alles brav balanciert. Beide Teams agierten über weite Strecken im Gleichgewicht, als hätten sie sich vor dem Spiel auf einen Nichtangriffspakt geeinigt. Kein wildes Pressing, kein übertriebener Kampf - eher eine Partie wie ein Schachspiel mit nassen Bauern.

Am Ende stand ein 0:0, das Fredrikstad weh tat. Sie hätten die drei Punkte verdient, aber Fußball ist kein Wunschkonzert. Selbst die Statistik sprach Bände: Ballbesitz 55 zu 45, Zweikampfquote 57 zu 43, Chancenverhältnis 12 zu 2. Nur eben kein Tor.

Vielleicht war es einer dieser Abende, an denen das Tor einfach zu klein, der Torwart zu groß, und das Glück irgendwo auf der Autobahn Richtung Trondheim unterwegs war. Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft dennoch mit Applaus - wohl wissend, dass sie alles gegeben, aber eben nichts getroffen hatte.

"Wenn wir so weiterspielen, wird der Ball irgendwann Mitleid haben", meinte Lundekvam zum Schluss mit einem Augenzwinkern. Und man glaubt es ihm. Denn wer so viel Druck macht, ohne zu treffen, ist entweder vom Pech verfolgt - oder kurz davor, es zu besiegen.

Ein Schluss ohne Tore, aber mit Geschichten - und manchmal reicht das, um einen Abend unvergesslich zu machen.

18.07.2026 21:08
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