Anpfiff
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Nullnummer mit Schlagabtausch - Velbert beißt sich an Wolfratshausen die Zähne aus

Wer an diesem frostigen Januarabend im Stadion von Wolfratshausen frierend auf den Anpfiff wartete, bekam immerhin eines geboten: Spannung bis zur letzten Minute - auch wenn das Netz sich partout nicht wölben wollte. 5.411 Zuschauer sahen ein 0:0, das keineswegs langweilig war. Der neutrale Beobachter sprach von einem "torlosen Feuerwerk", die mitgereisten Fans der SSVg Velbert hingegen von "zwei verlorenen Punkten und kalten Füßen".

Von Beginn an war klar, dass die Gäste aus Velbert auf Sieg spielten. Trainer Klaus Bock hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt - und das merkte man. Schon nach 20 Minuten konnten die Statistiker mehr Torschüsse der Gäste zählen, als Wolfratshausen in der gesamten ersten Halbzeit zustande brachte. Harvey Kinmont prüfte den jungen Keeper Julian Semedo gleich mehrfach, unter anderem in der 21. und 47. Minute. "Der hat Hände wie ein Betonmischer", keuchte Kinmont später, "ich hab gedacht, der Ball geht durch ihn durch - aber nein, der bleibt einfach stehen."

Wolfratshausen dagegen vertraute auf kontrollierten Aufbau und Kurzpassspiel. Trainer Ferdinand Meyer, in der Coachingzone gewohnt unaufgeregt, sagte danach mit einem feinen Lächeln: "Wir wollten sie kommen lassen, aber sie kamen halt ständig - nur nicht ins Tor." Seine Jungs verteidigten mit Leidenschaft, manchmal mit etwas zu viel davon: Innenverteidiger Michael Fischer sah in der 68. Minute Gelb, nachdem er Velberts Stürmer Andre Bender etwas zu innig in den Arm genommen hatte.

Bender selbst, der unermüdlich vorne ackerte, hatte in der 55. und 78. Minute zwei Riesenchancen - beide Male reagierte Semedo glänzend. Der 19-Jährige war der heimliche Held des Abends. Als nach dem Spiel eine Gruppe jugendlicher Fans seinen Namen skandierte, grinste er verlegen: "Ich hab einfach versucht, im Weg zu stehen." Mission erfüllt.

Auf der Gegenseite tat sich Wolfratshausen schwer, gefährliche Akzente zu setzen. Der junge Vicente Aguas zog zweimal (10. und 72. Minute) aus der Distanz ab, verfehlte aber knapp. In der 67. Minute hatte Ovidiu Dembrovschi die größte Gelegenheit, doch Velberts Keeper Dimas Bischoff fischte den Ball mit einer Flugeinlage aus dem Winkel. "Ich dachte, der ist drin", meinte Dembrovschi - und sah dabei aus, als würde er es immer noch nicht ganz glauben.

Die Zweikämpfe blieben hart, aber fair. Drei Gelbe Karten - Kai Kennedy (13.), Fischer (68.) und Billy Yeates (75.) - dokumentierten, dass beide Teams wussten, worum es ging, ohne über die Stränge zu schlagen. Velbert hatte mit 53 Prozent Ballbesitz und 13 Torschüssen die besseren Zahlen, Wolfratshausen hielt mit Einsatz und Organisation dagegen.

In der Schlussphase warf Velbert noch einmal alles nach vorne. David Greenwald (86.) und Christo Boschinow (91.) versuchten es mit Gewalt, aber entweder stand ein Bein dazwischen oder Semedo. Trainer Bock schüttelte nach Abpfiff den Kopf: "So ein Spiel gewinnst du neun von zehn Mal - heute war eben das zehnte." Auf der anderen Seite jubelte man fast so, als hätte man gewonnen. Meyer fasste es trocken zusammen: "Ein Punkt ist auch ein Ergebnis, besonders wenn man ihn sich erarbeitet."

Kurios wurde es in der 83. Minute, als Wolfratshausens Harvey Primes nach einem abgefälschten Schuss den Ball fast mit dem Kopf ins Tor gedrückt hätte - allerdings stand er dabei halb im Tornetz. Der Schiedsrichter lächelte milde und gab Abstoß. "Ich wollte nur helfen", lachte Primes später.

Als die Flutlichtmasten erloschen, blieb das Fazit: Velbert mit spielerischer Überlegenheit, Wolfratshausen mit jugendlichem Mut und einem Torhüter, der einen Sahnetag erwischte. Ein 0:0, das zeigte, dass auch ohne Treffer Fußball aufregend sein kann - und dass manchmal die Null auf beiden Seiten eine kleine Heldengeschichte schreibt.

Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne beim Hinausgehen murmelte: "So ist das halt - wer kein Tor schießt, kriegt auch keins." Recht hat er.

06.03.643987 09:02
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