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Manchmal erzählt ein 0:0 mehr Geschichten als ein 5:4. Feyenoord Rotterdam und der SC Haarlem lieferten sich am Dienstagabend im De Kuip ein torloses Duell, das alles bot - außer eben Tore. 28.826 Zuschauer sahen ein Spiel voller vergeblicher Chancen, fliegender Grashalme und schmutziger Trikots. Es war das, was man in Fußballerkreisen wohl "ein intensives Unentschieden" nennt. Schon nach zwei Minuten donnerte Haarlems linker Verteidiger Barend Bushnell den Ball auf das Tor, als wolle er das Tornetz gleich mit ins Ziel befördern. Keeper Isidoro Solana roch den Braten und lenkte das Leder mit den Fingerspitzen über die Latte. Feyenoord antwortete prompt: Carlos Vazques prüfte in Minute neun Gästetorwart Elliot Prinsloo - der blieb eiskalt wie ein holländisches Softeis. Trainer Marco Schneider hatte vor dem Spiel angekündigt, "mutig nach vorne zu spielen". Nach 20 Minuten stand seine Mannschaft bei vier Torschüssen - und null Toren. "Wir hätten das Tor auch auf zehn Meter verbreitern können, es wäre wohl trotzdem 0:0 ausgegangen", grinste Schneider später, halb frustriert, halb amüsiert. Die Gäste aus Haarlem waren indes das aktivere Team. 15 Torschüsse und 53 Prozent Ballbesitz sprechen eine klare Sprache. Besonders der junge Willem Schermerhorn, gerade einmal 19, rannte, dribbelte und schoss, als gäbe es eine Medaille für Einsatz. In der 19., 48., 64., 78. und 80. Minute versuchte er sein Glück - und scheiterte jedes Mal an Solana oder an sich selbst. "Ich wollte ihn in den Winkel zirkeln", erklärte der Teenager nach dem Spiel, "dann ist er halt... äh... nicht gezirkelt." Feyenoord verteidigte leidenschaftlich, aggressiv, manchmal zu sehr: Linksverteidiger Eugenius Hoogaboom sah in der 50. Minute Gelb, nachdem er einen gegnerischen Flügelspieler mit einem rustikalen Rempler in die Werbebande verabschiedet hatte. "Ich bin halt kein Tänzer, ich bin Verteidiger", kommentierte Hoogaboom trocken. Kurz darauf der Schreckmoment: Innenverteidiger Arjen Buckhout blieb nach einem Zweikampf liegen. Diagnose noch offen, aber Trainer Schneider musste reagieren und brachte den erfahrenen Owen O’Halloran. "Owen spielt, als hätte er die Abwehr im Blut - oder im Bart", frotzelte ein Fan auf der Tribüne, während der Ire sich lautstark in die Viererkette einfügte. Taktisch agierten beide Teams erstaunlich ähnlich - ausgeglichen, diszipliniert, ohne übermäßiges Risiko. Feyenoord suchte geordnete Angriffe durch die Mitte, Haarlem ließ den Ball laufen, ohne jedoch das Pressing zu forcieren. Es war ein Spiel der Geduld, der verpassten letzten Pässe und der "Fast"-Momente: Michel Scranton in der 56. Minute, Hans Dirk in der 81., Marcio Couto in der Nachspielzeit - allesamt knapp vorbei, knapp drüber oder knapp gehalten. Haarlem-Trainer Simon Schneeberger wirkte nach Schlusspfiff erstaunlich zufrieden: "Wenn du zwölf Mal aufs Tor schießt und der Ball will einfach nicht rein, dann musst du das halt philosophisch sehen. Vielleicht war heute einfach kein Tag für Tore." Sein Gegenüber Schneider lächelte dünn: "Ich sehe das weniger philosophisch, eher pragmatisch. Wir haben nicht verloren - das ist auch Kunst." Und so blieb es beim 0:0, einem Ergebnis, das in der Tabelle kaum Wellen schlägt, aber in seiner Art durchaus unterhaltsam war. Die Zuschauer applaudierten beim Abpfiff höflich - vielleicht aus Respekt vor der Laufleistung, vielleicht auch aus Erleichterung, dass sie bei einstelligen Temperaturen endlich nach Hause durften. Die Statistik untermauert das Bild: 12:15 Schüsse, 47 zu 53 Prozent Ballbesitz, Tacklingquote fast pari. Ein Spiel wie eine Waage - immer im Gleichgewicht, nie mit Ausschlag. "Wir haben gesehen, dass wir defensiv stabil stehen", bilanzierte Schneider, während Schneeberger nickte und ergänzte: "Und wir haben gesehen, dass wir offensiv… na ja, stehen." Ein torloses Remis also, das die Anhänger beider Seiten mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Für Feyenoord bleibt das Glas halbvoll, für Haarlem immerhin die Erkenntnis, dass man auswärts bestehen kann. Oder, wie ein älterer Zuschauer beim Hinausgehen murmelte: "Kein Tor, aber wenigstens kein Herzinfarkt." Dem ist nichts hinzuzufügen. 14.06.643993 02:18 |
Sprücheklopfer
Das Lied wird in der Familie nicht mehr gekauft, gesungen und gesummt. Das ist aus und vorbei.
Rudi Völler auf die Frage, ob er den Song 'Es gibt nur ein' Rudi Völler' noch hören kann